Anzeige

Der Weimaraner. Ein kurzes Rasseportrait.

Ein Aristokrat im grauen Kleid. Wunderschön anzusehen, interessant, geheimnisvoll. Die in Zusammenhang mit dieser Rasse auch oft fallende Bezeichnung „grauer Geist“ faßt diese Adjektive auf einmalige Weise zusammen.
Eine Hunderasse, die inzwischen viele Liebhaber hat und immer weitere findet. Darunter leider auch immer häufiger Menschen, die diesem wunderschönen Hund nicht gerecht werden können. Die Vielzahl der überwiegend jungen Weimaraner, die inzwischen bei Jagdhunde in Not und Krambambulli etwa zu vermitteln sind, lässt aufhorchen und stimmt bedenklich.
Das Schwert, Modehund zu werden, schwebt leider auch über dem Weimaraner und hat ihn wahrscheinlich schon ereilt.
Die Einbindung in Reklamen für Hundefutter, Mode und Modeaccessoires bringt es leider mit sich, daß der Weimaraner in seiner auffallenden Optik vielfach auf Interesse stößt.
Der einzige zuchtbuchführende Verein in Deutschland, der Weimaraner Klub e.V., vermittelt diese Hunde grundsätzlich nur an Jäger, was ihm in den Augen vieler Leute etwas Elitäres anhaften lässt.
Dinge, die der Mensch nur schwer bekommen kann, sind um so erstrebenswerter.
Schwarzzuchten schießen regelrecht wie Pilze aus dem Boden.

Der FCI Rassestandard beschreibt den Weimaraner im Wesen folgendermaßen.
Vielseitiger, leichtführiger, wesensfester und passionierter Jagdgebrauchshund mit systematischer und ausdauernder Suche, jedoch nicht übermäßig temperamentvoll. Nase von bemerkenswerter Güte. Raubzeug- und wildscharf, auch mannscharf, jedoch nicht aggressiv. Zuverlässig im Vorstehen und in der Wasserarbeit. Bemerkenswerte Neigung zur Arbeit nach dem Schuss.   

 

Die in fast allen Rassebeschreibungen des Weimaraners stehende "Leichtführigkeit" wird gerade   vom unbedarften Menschen, der erste Infos sammelt, oft völlig falsch gewertet.
Und zwar im Sinne von leicht = perfekt für Anfänger, gut zu händeln.
Was gerne oder zum grossen Teil einfach aus Unwissenheit überlesen wird, ist das "führig".
Denn das kann der Hund nur dann sein, wenn er auch eine entsprechende Führung erhält, die unbedingt der zum Teil doch recht besonderen Sensibilität und Intelligenz dieser Rasse sowie dem Umstand, daß viele dieser Hunde extreme Spätentwickler sind, Rechnung tragen muss. Nach dem amerikanischen Psychologen Stanley Coren zählt der Weimaraner zu den Hunderassen, die über eine ausgezeichnete Arbeits- und Gehorsamsintelligenz verfügen. Dem erfahrenen Hundeführer erleichtert dies die Ausbildung wesentlich. Führerschwächen werden allerdings von dem intelligenten Hund unmittelbar erkannt und gnadenlos ausgenutzt. 


Das Wesen des Weimaraners zeichnet sich durch seine ruhige und ausgeglichene Art und fast schon als aufdringlich zu bezeichnende Anhänglichkeit gegenüber seinem Besitzer und den ihm bekannten Personen aus. Hieraus resultiert besagte Leichtführigkeit. Diese Bezeichnung ist im eigentlichen Aufgabengebiet des Weimaraners, nämlich der Jagd, auch durchaus gerechtfertigt. Hier sucht er von sich aus Kontakt zum Hundeführer und lässt sich leicht lenken. Sogenannte Fernaufklärer sind unter den Weimaranern eher selten. 

                                                                                                                                                                                                

Als Welpe und in seiner Jugendzeit ist der Weimaraner oftmals fast ein Schatten seines Menschen. Er folgt einem überall hin.
Diese enge Bindungsfähigkeit in Verbindung mit dem angeborenen, nicht zu unterschätzenden Schutztrieb führt oftmals zu erhöhter Wachsamkeit, der unbedingt bei der Ausbildung und Haltung der Rasse Rechnung zu tragen ist, damit es nicht später zu ernsthaften Problemen kommt.

Ruhig irgendwo zu warten ist eines der Ausbildungsfächer, welches es gleich zu Anfang gilt zu erarbeiten. So schön es ist, den Hund in der Regel immer in unmittelbarer Nähe zu wissen, so störend kann es bei bestimmten Gelegenheiten auch sein. Hier gilt es, gleich von Anfang an den Grundstein für später benötigte Verhaltensweisen zu legen.


Der Weimaraner als alter Försterhund hatte als ureigenste Aufgaben nicht nur die verschiedensten jagdlichen Einsatzgebiete, sondern auch die Aufgabe Haus und Revier zu bewachen. Daraus resultiert die ihm eigene Mannschärfe, welche auch heute noch vorhanden ist.
Im Rahmen seiner Wachaufgaben hatte er Haus und Hof des Försters zu bewachen und bei Reviergängen Wilderer nachhaltig zu stellen.
Eine Eigenschaft, die man in die zuchtbedingte Auslese hereingenommen hat. Und die er vor allem völlig eigenständig zu zeigen hatte.
Dieser Hund nimmt seine Wachaufgaben ernst! Einen Job, den er übrigens oft sein eigen nennt, sofern er nicht artgerecht beschäftigt und ausgelastet wird. Er kann leicht zur Gefahr für andere Menschen werden, wenn er z.B. der Ansicht ist, daß Familienmitglieder zu beschützen sind.

Er ist sensibler als manch andere Jagdhunderasse, was mit sich bringt, dass bei ihm Druck, der bei anderen Hunden einfach zum Wachrütteln der Sinne, so nach dem Motto hier geht’s lang, führt, zur Folge hat, dass er die Zusammenarbeit einstellt und bei Erhöhung des Drucks leicht aggressiv reagieren kann. Hier insbesondere die Rüden, die oftmals ein höheres Aggressionspotential haben als Hündinnen.

Menschen, die zur klassisch harten Hand in der Hundeerziehung neigen sollten sich gut überlegen, ob der Weimaraner für sie geeignet ist.


Anderen Menschen gegenüber reagiert er vielfach misstrauisch( wobei es da auch Ausnahmen gibt, wie natürlich bei allen anderen Eigenschaften auch ). 
 
Als Spätentwickler bleibt er lange ein Kind und man muß ihm in der jagdlichen Ausbildung mehr Zeit geben als vielen anderen Rassen. So wird sich auch seine ausgeprägte Schärfe in allen Bereichen evtl. erst zeigen, wenn er erwachsen ist, also erst mit 2-3 Jahren. Dies hat zur Folge, dass Fehler in der Erziehung/Ausbildung erst dann sichtbar werden und die Korrektur durch die längere Lebenserfahrung des Hundes nicht so einfach ist. 

Im züchterischen Geschehen wäre zu begrüßen, wenn die Zucht wieder vermehrt das Augenmerk auf den alten molosserhaften Schlag des Weimaraners, welcher Schärfe gepaart mit einem festen Nervenkostüm und einer ausgeglichenen Ruhe zeigt, legen würde. Es macht wenig Sinn, schlanke, schnelle, nervöse Hunde zu züchten, bei denen man dann aufgrund öffentlichen Drucks noch Wert darauf legt, daß die der Rasse eigene Mannschärfe nicht mehr gezeigt werden soll. Denn  Wild-, Raubwild- und Mannschärfe scheint untrennbar mit einem festen Nervenkostüm einherzugehen. Die Selektierung eines dieser Merkmale scheint Fehler in den weiteren Merkmalen nach sich zu ziehen, mit der Folge, daß inzwischen gerade Weimaraner aus Schwarzzuchten leider nicht mehr die erforderliche Wesensfestigkeit besitzen.

                                                                           

Gerade in seinen ersten 2-3 Lebensjahren ist er ein sehr anstrengender Hund. Durch seine Sensibilität und dem Umstand, daß er ein Workoholic ist, oftmals anstrengender als viele andere Hunderassen.
Deshalb sollte man sich z.B. als Nichtjäger allein aufgrund des Umstandes, daß man ihm seine ihm eigendlich zustehende Arbeit nicht bieten kann und Ersatzbeschäftigungen (wie z.B. Mantrailing, Rettungshundearbeit, Dummytraining) den Hund bei weitem nicht so befriedigen, wie der Einsatz in der Jagd und somit viel zeitintensiver sind, gründlich überlegen, ob man überhaupt in der Lage und ausserdem bereit ist, fast seine gesamte Freizeit für den Hund zu "opfern".  

Er ist definitiv kein Hund, der nebenher lediglich als Familienhund ohne Aufgabe mit gelegendlicher Jogging- oder Radbegleitung gehalten werden kann.

Der Weimaraner ist ein wundervoller Jagdbegleiter und kann ein wundervoller Familienhund sein, wenn man bereit und in der Lage ist, sich in sein Wesen hinein zu versetzen und seine Ausbildung und Erziehung konsequent und geradlinig betreibt sowie seinem Beschäftigungsbedürfnis Rechnung tragen kann. Und dies mit qualitativ hochwertiger Beschäftigung, die entsprechende Ansprüche an die Nasenleistung stellt und nicht nur körperlich auspowert.  

zum vergrössern anclicken



Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


- w -    Flirten und Bilder bewerten - Lovemission.de