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BEITRÄGE 2013
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11.12.2013
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Chemnitzer Eisenbahnviadukt - Bahn übt sich in Polemik - Oberbürgermeisterin schweigt
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Nach dem Ende der Petition für den Erhalt des historischen Eisenbahnviadukts an der Annaberger Straße in Chemnitz haben wir an die Vorsitzenden der Fraktionen im Chemnitzer Stadtrat, die Chemnitzer Landtags- und Bundestagsabgeordneten, sowie Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig eine gedruckte Version der Unterschriftenlisten, den Petitionstext und den von uns entworfenen und veröffentlichten Bearbeitungsvorschlag gesandt.
In Folge erhielten die Fraktion im Chemnitzer Stadtrat, Bündnis 90/Die Grünen, der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete der Partei, Die Linke, Herr Michael Leutert und Chemnitzer Bürger auf Ihre Anfragen an die Deutsche Bahn AG von deren Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Sachsen, Herrn Arthur Stempel, eine fast deckungsgleiche und praktisch inhaltslose Antwort mit der bloßen Behauptung, die Restnutzungsdauer wesentlicher Bauteile des historischen Viadukts wäre erreicht und es müsste aufgrund dessen durch einen Neubau ersetzt werden. Die Gutachten zur Verfügung zu stellen, lehnte die Bahn ab.
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Das Bundesverkehrsministerium antwortete auf Anfrage des MdB Michael Leutert:
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Der Viadukt Annaberger Straße/Beckstraße in Chemnitz (Chemnitztal-Viadukt) ist Bestandteil des Bauabschnittes Chemnitz Hbf. (a) – Chemnitz – Kappel (a), für den die DB AG gegenwärtig die Planungen erstellt. Die Planungen für das Chemnitztal Viadukt werden nach Aussage der DB AG mit der Stadt Chemnitz abgestimmt. Dem Bund hat sie hierzu noch keine Unterlagen zur Prüfung vorgelegt; ein Antrag auf Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung wurde noch nicht gestellt. Daher wären die gewünschten Unterlagen direkt bei der DB AG zu erbitten.
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Ob der zahlreichen Unterschriften pro Erhalt des Viadukts und der über einem halben Jahr in der Öffentlichkeit andauernden Diskussion dazu hätten wir von OB Barbara Ludwig eine Aussage zum Viadukt erwartet. Doch bisher hat sie sich dazu nicht geäußert, weder zu ihrem Standpunkt zum Erhalt des Viadukts, noch zu den Vorschlägen für ein Vorgehen zur Prüfung des Bauvorhabens. Im Grunde wurde das Thema von ihr ignoriert.
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Am 26.11.2013 bekamen wir, einen Monat nach dem Ende der Petition, im Auftrag der Oberbürgermeisterin, von Baubürgermeisterin Wesseler, verfasst vom Amtsleiter des Chemnitzer Tiefbauamtes Bernd Gregorzyk die Antwort auf unsere an die Oberbürgermeisterin gesandten Unterlagen, dass die DB Netz AG an einem Bürgerforum Anfang 2014 teilnehmen wird und wir den Termin dazu rechtzeitig mitgeteilt bekämen.
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Nun fragen wir uns, auf welcher Grundlage wir als Initiatoren der Petition und die Chemnitzer Bürger auf einem Bürgerforum agieren sollen, wenn uns die Einsicht in die entscheidenden Unterlagen verwehrt wird. Wie möchte das zudem die Stadtverwaltung tun, wenn ihr selbst nicht entsprechende Unterlagen vorliegen, wie sie uns informiert hat? Für eine zielführende Diskussion ist ein gleicher Informationsstand notwendig.
Wir planen für Frühjahr einen Runden Tisch, parteiübergreifend, mit politischen Vertretern der Stadt. Zusagen zur Teilnahme aus der Komunal- und Landespolitik, liegen bereits vor. Wir möchten auch die Chemnitzer Bürger zu diesen Runden Tisch einladen.
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Wir haben mit der Petition erklärt, warum wir den Erhalt des historischen Viadukts für wichtig halten. Über 7000 Menschen haben dem beigepflichtet und erwarten nun auch ein entsprechendes sinnvolles und zielführendes Handeln der Chemnitzer Stadtverwaltung und der politischen Vertreter der Stadt Chemnitz. Wenn das nicht gewünscht ist, oder wenn man sich dort nicht in der Lage dazu fühlt, kann ein Ergebnis der Petition auch sein, dass wir den Chemnitzern sagen müssen, ein gemeinsames Engagement der Stadtverwaltung, der Politik und der Chemnitzer Bürgerschaft für so ein Urchemnitzer Thema ist in unserer Stadt nicht möglich.
Am Ende läuft alles darauf hinaus, dass es hier ein Stadtoberhaupt braucht, welches derart Erfordernisse, wie den Erhalt dieses Viaduktes überhaupt erkennt, oder zumindest Anregungen aus der Bürgerschaft dazu annimmt, sich damit beschäftigt, eine Konzeption erstellt und dann auch entsprechend agiert. Das haben wir hier bisher nicht gesehen.
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Denkmalpflegerich von der Bahn und städtebaulich von der Stadt vernachlässigt, eines der wichtigsten Industriedenkmale von Chemnitz.
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05.12.2013
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Vielen Dank für Ihre Arbeit - Die Sonne lacht aber immer noch nicht
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Laut Antwort in der Ratsanfrage RA-387/2013 wurden zwischen 2000 und 2013, 764 Wohnungen Baujahr vor 1945 im Stadtteil Sonnenberg abgerissen. 80% davon laut Ratsanfrage Nr. 319/2013 von der GGGmbH. Eine völlig unbedeutende Anzahl von Wohnungen um das Überangebot an Wohnungen bei den immer wieder zitierten 30.000 leer stehenden Wohnungen in Chemnitz zu konsolidieren. Die bei 764 abgerissenen Wohnungen, ca. 70 Gründerzeitgebäude die das betrifft, fehlen heute im Sonnenberg-Viertel. Dort sind nun Lücken und Brachflächen wo zusammenhängende historische Straßenzüge waren. Von den insgesamt in Chemnitz im gleichen Zeitraum 180 abgerissenen Gebäuden Baujahr vor 1945 sind das ca. 45 % die im Sonnenbergviertel abgerissen wurden.
Zeitgleich zu diesen Abrissen hat die GGGmbH in der Stadt Plattenbauten saniert, Gebäude ohne städtebaulichen und architektonischen Wert für Chemnitz. Entgegen der oft auch noch in einem einfachen Standart sanierten Plattenbauwohnungen, die nach unserer Einschätzung nicht die nächsten 10 Jahre am Mietmarkt in Chemnitz bestehen werden können, wären das hochwertige Altbauwohnungen für Chemnitz gewesen. Auch Altbauwohnungen kann man wirtschaftlich sanieren und sozialverträglich anbieten. Natürlich hat so ein Pfusch an Chemnitz keine Konsequenzen für die Verantwortlichen. Wir erinnern uns an die damaligen Presseartikel wo die GGGmbH und die Stadtverwaltung Argumentationen anbrachten warum dass alles sein muss. Weiter erinnern wir uns an Vorhaben wie den angedachten Komplettabriss eines Karrees an der unteren Zietenstraße, geplant zu erreichen mittels Gebäudetausch mit den dortigen Eigentümern oder das kein einziges Gebäude der GGGmbH an der unteren Zietenstraße, der Pestalozzistraße und der Körnerstraße saniert wurde. All das hämmte Entwicklungen dort und führte zu nichts. Welch Geistes Kind man im Dezernat 6 war und wahrscheinlich noch ist, zeigte 2007 eine Ausstellung einer von der Stadt begleideten studentischen Arbeit im Technischen Rathaus, die den fast kompletten Rückbau des Sonnenbergviertels bis auf einen Kernbereich um die Markuskirche zeigte.
Alles Handeln der Stadtverwaltung und der GGGmbH. Garniert wurde das alles noch mit sinnlosen EFRE-Programmen, die über Jahre nichts nachhaltiges Zustande brachten. Der Standort Untere Zietenstraße ist heute Tod. Selbst wenn Investoren dort Gebäude kaufen, wollen die Banken Bauvorhaben nicht finanzieren. Das Mindeste, die Untere Zietenstraße mit Bäumen zu bepflanzen, hat bis heute nicht stattgefunden. Nun verabschiedet man sich leise von Stadthalten & Co. Wer beseitigt nun die Altlasten, wie eine Bildergalerie, die Leerstand und Verfall vermittelt?
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Schwarze Schmierereien - so wird das Engagement von Investoren belohnt. Gegenüber muss ein frisch saniertes Haus vermietet werden und die Bereitschaft dort eine der schlimmsten Ruinenstraßen von Chemnitz zu sanieren, besteht. Eine wirkliche Attraktivitätssteigerung an der Unteren Sebastian-Bach-Straße, wie eine Sanierung der Straße, des Fußwegs oder Baumpflanzungen welche die Investitionen sinnvoll begleiden würden, findet nicht statt.
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19.11.2013
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Baubürgermeisterin Petra Wesseler stützt Amtsleiter Götsch
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Ergänzend zur Ratsanfrage Nr. 319/2013 vom 09. 09. 2013 zu den Vorgängen bzgl. der beiden Gebäude im Eigentum der Stadt, Annaberger Straße 429 und 431 haben wir eine weitere Ratsanfrage (Ratsanfrage Nr. 320/2013) gestellt.
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Kern der Kritik ist, dass dieses Haus, ein Denkmalobjekt, nach 2005 von der Stadtverwaltung weder baulich instand gehalten, noch zum Verkauf angeboten wurde. So ist das Haus in den letzten 8 Jahren verfallen und muss nun auf Kosten der Stadt abgerissen werden. Das Nachbargebäude, ein ehemaliger Speisesaal, auch Eigentum der Stadt, wurde genauso behandelt. Beide Abrisse kosten zusammen ca. 60.000 Euro. Ein Schaden, der nach unserer Meinung bei richtiger Arbeit des Liegenschaftsamtes hätte verhindert werden können (Veröffentlichung vom 09.11.2013).
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Wir wiesen im Juli das Liegenschaftsamt, Amtsleiter Götsch darauf hin, dass es einen Kaufinteressenten für den Speisesaal gibt und boten die Vermittlung an. Die Idee war auch, dass mit den Einnahmen aus dem Verkauf die Annaberger Straße 431 soweit baulich gesichert werden kann, dass das Haus nicht abgerissen werden muss und die nächsten Jahre aktiv zum Verkauf angeboten werden kann. Bei der derzeitigen angespannten Haushaltslage hätte so ein Kostenblock für die beiden Abrisse von ca. 60.000 Euro gespart werden können. Nach einigem Mailverkehr und Telefonaten mit Uwe Götsch dazu, deren Höhepunkt war, dass er mir sagte, er hätte mich nicht darum gebeten, mich um die Angelegenheit zu kümmern, teilte er mir am 16.07.13 überraschend mit:
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„Zu einem Ortstermin zusammen mit der Theater GmbH Chemnitz wurde festgestellt, dass der Grundstücksteil, auf welchem sich das Gebäude Haus Nr. 429 (ehem. Speisesaal) befindet, nach Abriss für eigene Nutzungszwecke benötigt wird.“
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Der Ortstermin fand nur wenige Tage nach meiner Anfrage am 16.07.13 statt, kann also nicht als Begründung für das jahrelange verwahrlosen lassen der Gebäude heran gezogen werden. Uns interessierte natürlich, welche Nutzungszwecke das denn plötzlich sein sollten, für welche auch der Speisesaal abgerissen werden muss. (Ratsanfrage 320/2013).
Eins kann man dem Dezernat 6 nicht vorwerfen, dass man dort keine Fantasie hat, wenn es darum geht sich aus der Affäre zu stehlen. Es heißt in der Antwort auf die Ratsanfrage, auf der dann frei gewordenen Fläche muss eine neue Zufahrt zur Theaterwerkstatt gebaut werden. Nun muss man wissen, dass es zwischen dem Speisesaal und dem Wohnhaus schon eine ausreichend breite Zufahrt (Luftbild) gibt. Diese wurde für die Gießerei genutzt, in der sich heute die Theaterwerkstatt befindet. Die Theater Chemnitz selbst nutzen für die Zufahrt zur Werkhalle schon immer die hintere Zufahrt. Was der Bau dieser neuen Zufahrt kostet, weiß ich nicht, vielleicht 10.000 Euro. Im Grunde kann mir persönlich das egal sein, ich finde es nur dreist, dass es in der Verwaltung solch ein Verhalten gibt. Das haben die Chemnitzer nicht verdient. Eins ist sicher: Die 70.000 Euro, die das ganze kostet sind nicht im Haushalt eingestellt und die Stadträte werden entscheiden müssen auf was anderes die Chemnitzer verzichten müssen, damit Frau Wesseler und Herr Götsch ihr Gesicht bewahren können.

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09.11.2013
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Immobilien - Eigentum verpflichtet - aber offensichtlich für die Stadt Chemnitz selbst und Amtsleiter Götsch nicht
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Der Stadt Chemnitz gehört das Mehrfamilienhaus Annaberger Straße 431. Das Gebäude ist als Bauwerk nach dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz unter Schutz gestellt. Für den baulichen Unterhalt des Gebäudes waren bis 2005 die GGGmbH und danach die Stadt Chemnitz, Struktureinheit Gebäudemanagement und Hochbau, Amtsleiter: Michael Stötzer, verantwortlich. Es wurde in diesen langen Zeitraum nichts für den baulichen Unterhalt des Gebäudes getan, so dass es sich jetzt in einem Zustand befindet, dass es abgerissen werden muss. Besonders brisant ist, dass das für den Verkauf des Gebäudes zuständige Liegenschaftsamt der Stadt Chemnitz, Amtsleiter: Uwe Götsch, sich ganze 8 Jahre nicht um einen Verkauf des Gebäudes gekümmert hat. Auch das Nachbargebäude, ein ehemaliger Speisesaal wurde so behandelt. So ist der Stadt ein Schaden in Höhe von ca. 60.000 Euro entstanden. Denn der Abriss und die Beräumung beider Gebäude, den die Stadt zur Zeit prüft, kostet geschätzt ca. 20.000 Euro für die Annaberger Straße 429 und ca. 40.000 Euro für die Annaberger Straße 431 und muss aus dem Haushalt der Stadt Chemnitz bezahlt werden.
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Wir haben zu diesen Vorgängen eine Ratsanfrage gestellt. Die Antworten sind im negativen Sinne beeindruckend und erklären auch die Vorgänge um ehemalige städtische, denkmalgeschützte Liegenschaften wie den Marmorpalast, dem Haus Einheit oder dem Haus der Körperkultur in Rabenstein.
So antwortet die Stadt auf die Frage, wie eine Investorenwerbung für zum Verkauf stehender Liegenschaften der Stadt erfolgt, dass lediglich Veröffentlichungen im Amtsblatt, auf der Homepage der Stadt Chemnitz und gelegentlich über Presseanzeigen erfolgen. Das ist im Grunde mehr als ärgerlich, denn diese Maßnahmen sind sicher nicht dazu geeignet Investoren für Gebäude zu interessieren. Auf die Frage ob die Stadtverwaltung Chemnitz, in der Immobilienwirtschaft erfahrene Dienstleister bei der Vermarktung solcher Gebäude einbindet, so wie sie für andere Aufgaben, z. B. Planungsleistungen externe Dienstleister beauftragt, wird mit praktisch den gleichen Maßnahmen geantwortet. Damit  erklärt sich auch, warum die erwähnten bekannten Baudenkmale, wie z. B. der Marmorpalst keine Chance in der Vermarktung hatten und letztendlich für wenig Geld an Unbekannt über Auktionen verkauft wurden.
Im Fall der Gebäude Annaberger Straße wurde das Mindeste für die Vermarktung nicht getan. Die Annaberger Straße 429 wurde nach unserer Kenntnis überhaupt nie zum Verkauf angeboten und die Annaberger Straße 431 gerade zweimal im Jahr 2002 und einmal im Jahr 2004 im Amtsblatt und einmal in der Freien Presse, sowie zwischen 2002 und 2005 auf der Homepage der Stadt Chemnitz. Danach 8 Jahre gar nicht mehr. Im späterem Verlauf dieses Zeitraums ist das Gebäude dann verfallen. Was hätte dagegen gesprochen, am Haus einen Mesh-Banner mit dem Verkaufshinweis anzubringen oder das Verkaufsexposé weiter auf der Homepage der Stadt Chemnitz online zustellen? Das sind Mindestmaßnahmen, wenn man sich ernsthaft um den Verkauf eines Gebäudes bemüht. Es gibt auch keinen Grund, dass die Stadt Chemnitz in der Immobilienwirtschaft erfahrene Dienstleister nicht mit dem Verkauf solcher Gebäude beauftragt. Die Stadt hat Summen für Courtagen ausgegeben für den Verkauf von Gebäuden über Auktionen, hier anders wie bei einem freihändigen Verkauf gibt es aber keine Möglichkeit eine Sanierungsverpflichtung in den Kaufvertrag aufzunehmen auch gehen die Gebäude an unbekannte neue Eigentümer. Wir kennen inzwischen die Folgen dieser Verkäufe.
Nach unserer Information und das wurde auch so in der Stadtratsanfrage beantwortet, war für diese Entscheidungen das Liegenschaftsamt der Stadt Chemnitz, Amtsleiter Uwe Götsch verantwortlich. Er begründet das Nichthandeln bei der Annaberger Straße 431 damit, dass das Gebäude nach 2005 ob des Zustandes und der Lage als nicht vermarktungsfähig eingeschätzt wurde. Man kann sich fragen, wie Herr Götsch zu dieser Einschätzung kam. Alle Gebäude an der Annaberger Straße in der Nachbarschaft zu diesem Gebäude, sind saniert und werden bewohnt, außer die Gebäude, die der GGGmbH gehören oder kürzlich von dieser verkauft wurden. Nach unserem Informationsstand war das Gebäude im Jahr 2005 zum Ende der Verkaufsbemühungen durch das Liegenschaftsamt nicht in einem baulichen Zustand, dass es hätte nicht weiter zum Verkauf angeboten werden können. Der jetzige Zustand des Gebäudes mit eingebrochenem Dach und Zwischendecken, entstand in den letzten beiden Jahren. Uns liegen hier Fotografien aus den vergangenen Jahren vor, die das zeigen.
Wir haben Herrn Götsch im Juli die Vermittlung zumindest des Speisesaals an einen Investor angeboten, der Konkret Interesse am Objekt gezeigt hat. In einem langen Mailverkehr findet Herr Götsch eine Menge Argumente, das Angebot nicht anzunehmen um letztendlich mitzuteilen, das Gebäude würde abgebrochen und die Theater Chemnitz, die dahinter eine alte Fabrikhalle für Bühnenbilder gemietet haben, würden die Fläche für eigene Nutzungszwecke benötigen. Jeder weiß, wie die finanzielle Situation der Theater Chemnitz ist.

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Einem wird Himmelangst, wenn Investoren in Chemnitz so behandelt werden.  Welch Geistes Kind die Verantwortlichen im Dezernat 6 und bei der GGGmbH in Bezug auf historische Gebäude sind, zeigt die Antwort in der Ratsanfrage, wie Viele denkmalgeschützte Gebäude in Chemnitz seit dem Jahr 2000 abgerissen wurden. Es waren ca. 180. Ca. 80% davon im Eigentum der GGGmbH. Ein gründerzeitliches Wohnkarree fast ca. 15 Gebäude. Das heißt es wurden 12! denkmalgeschützte Karrees in Chemnitz abgerissen. Das ist ein ganzes Viertel oder die komplette Innenstadt einer Großstadt. Das muss man sich einmal vorstellen.
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Ich werde oft gefragt, warum in Chemnitz die Dinge so laufen, die Stadt stagniert und was man machen kann. Jemand wie dieser Amtsleiter Götsch, der im mindesten den Interessen der Kommune Chemnitz zu wieder handelt, in dem er sich 8 Jahre nicht um den Verkauf einer denkmalgeschützten städtischen Immobilie kümmert, die dann in der Folge abgerissen werden muss, sollte sich dafür verantworten müssen. Herr Götsch musste die Folgen seines Handelns kennen. Vielleicht sind 60.000 Euro für einen Chemnitzer Amtsleiter kein Geld. Die Stadt ist inzwischen so klamm, dass wir wegen ähnlicher Summen wichtige Einrichtungen in der Stadt schließen müssen. Im Grunde gehört dieser Mann entlassen.
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[Link] Immobilien - Eigentum verpflichtet, im Amtsblatt Chemnitz, 31. Juli 2013
[Link] Ratsanfrage Nr. 319/2013 vom 09.09.2013, Nachfrage zu Liegenschaften, Stadtrat Andreas Wolf, formuliert von Sandro Schmalfuß

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Das Gebäude im Jahr 2000
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Das Gebäude im Jahr 2007
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Das Gebäude heute
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Der ehemailige Speisesaal daneben wurde gleich ganz, sich selbst überlassen und nie zum Verkauf angeboten. Heute zeigt die Stadt Chemnitz im Amtsblatt mit dem Finger auf private Eigentümer die ihre Gebäude so verwahrlosen lassen und macht es selbst nicht anders. Dabei könnte die Stadt Chemnitz anders, wie bei vielen verfallenden Gebäuden in der Stadt, privater Eigentümer, wo Eigentumsverhältnisse ungeklärt sind oder die Eigentümer insolvent und die Gebäude hoch belastet sind und so nicht verkauft werden können, handeln in dem sie solche Gebäude aktiv und mit den richtigen Maßnahmen zum Verkauf anbietet. Am Ende müssen hier, die Steuerzahler für die Unfähigkeit eines Amtsleiters bezahlen, der mit dem verantwortungsvollen Umgang von Eigentum der Komune beauftragt ist.
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Das Gebäude, Baujahr 1861, ist das Wohnhaus der ehemaligen Gießerei Steiner.
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23.10.2013
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Petition: Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt - Nein zum Neubau
Zum Abschluss der Petition
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Am gestrigen Tag endete die seit dem 23.04.2013 durchgeführte Petition „Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt - Nein zum Neubau“.
Die Petition wurde 7.370 mal unterschrieben, 6.493 mal online und 877 mal handschriftlich.

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Link zur Petition
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Ich möchte mich bei allen Unterzeichnern die sich im vergangenem halben Jahr im Rahmen der Petition für den Erhalt des historischen Chemnitzer Eisenbahnviadukts ausgesprochen haben, bedanken. Ein weiteres Dankeschön geht an alle Unterstützer, die mitgeholfen haben, die Petition zu verbreiten, Unterschriften auf den Unterschriftenbögen gesammelt haben sowie an die Unterstützer unserer Veranstaltungen.
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Wir haben mit über 7000 Unterzeichnern der Petition ein starkes Signal aus der Bürgerschaft für einen Erhalt des historischen Eisenbahnviadukts erhalten. Erfreulich ist dabei, dass die Unterschriften nicht nur aus Chemnitz kamen, sondern aus ganz Deutschland und sogar europa- und weltweit abgegeben worden. Besonders freut uns das klare Statement der Fachwelt zum Viadukt. Die Petition wurde öffentlich von einer ganzen Reihe an Wissenschaftlern und Lehrbeauftragten bekannter Hochschulen unterschrieben. Dabei gingen die Unterzeichner in ihren Kommentaren  teilweise weit über das Thema der Zukunft des Viadukts hinaus und trafen eine Aussage  zur Notwendigkeit eines Erhalts historischer Bausubstanz in Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Stadt Chemnitz.
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Wir haben bis dato keine Antwort auf unsere Anfrage zur Zukunft des Viadukts von Oberbürgermeisterin Frau Barbara Ludwig erhalten. Uns ist aus dem letzten halben Jahr keine öffentliche Äußerung der Oberbürgermeisterin zum Viadukt oder zu deren Bereitschaft, sich für das Viadukt zu engagieren, bekannt. Nach unserer Kenntnis gab es seitens der Chemnitzer Verwaltungsspitze keine Aktivitäten für einen Erhalt des Viaduktes.
In einer Aussage der Chemnitzer Politik, insbesondere der Chemnitzer Oberbürgermeisterin und des Chemnitzer Stadtrats pro Erhalt des Viadukts und deren aktiver Mitwirkung an den sich nun stellenden Aufgaben, liegt für uns die einzige erkennbare Möglichkeit einen Erhalt des historischen Viadukts bei der Deutschen Bahn AG durchzusetzen.

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Wir sehen im Ergebnis der Petition einen Auftrag an die politischen Vertreter der Stadt Chemnitz erteilt, sich mit der Möglichkeit eines Erhalts des historischen Viadukts im Zusammenhang mit dem von der Deutschen Bahn AG geplanten Ausbau des, das Viadukt betreffenden Streckenabschnitts der Sachsen-Franken-Magistrale zu beschäftigen.
Wir halten dafür die Klärung nachfolgender Fragen und die Bearbeitung dieser durch die dazu vorgeschlagenen politischen Mandatsträger unserer Stadt für notwendig:

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Hat die Deutsche Bahn AG im Vorfeld des Architekturwettbewerbs 2003 zur Gestaltungsfindung für einen Neubau des Viadukts, Gutachten über den Zustand und die weitere Nutzbarkeit bei Ertüchtigung des bestehenden Viadukts anfertigen lassen? Wie war das Ergebnis dieses/dieser Gutachten?
Bearbeitung: OB Frau Barbara Ludwig, MdB Herr Frank Heinrich, MdB Herr Michael Leutert

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Es sollte erreicht werden, dass diese Gutachten öffentlich vorliegen oder einer Arbeitsgruppe aus Fachleuten zugänglich ist, dass diese die oder das Gutachten einschätzen können. In allen Fraktionen des Chemnitzer Stadtrates gibt es entsprechende Fachleute aus dem Ingenieurswesen. Wir schlagen vor, dass sich diese Stadträte mit den Gutachten, insofern sie dann vorliegen, beschäftigen und zu einer Einschätzung kommen, ob das Viadukt zu erhalten ist.  
Bearbeitung: Die Fraktionsvorsitzenden der Fraktionen im Chemnitzer Stadtrat, Herr Tino Fritzsche; CDU, Herr Axel Brückom; SPD, Herr Thomas Lehmann; Bündnis 90/Die Grünen; Herr Wolfgang Meyer; FDP, Herr Hans-Joachim Siegel; Die Linke, Herr Andreas Wolf; Wählervereinigung Volkssolidarität
Wir schlagen vor das diese Bearbeitung parteiübergreifend stattfindet.

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Wie hoch berechnet die Deutsche Bahn AG die Kosten für den Neubau des Viadukts?
Bearbeitung: OB Frau Barbara Ludwig, MdB Herr Frank Heinrich, MdB Herr Michael Leutert

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Gibt es eine unabhängige Kostengegenüberstellung zu einem Erhalt des bestehenden Viadukts und einem Neubau. Wenn ja, wie ist das Ergebnis?
Bearbeitung: OB Frau Barbara Ludwig, MdB Herr Frank Heinrich, MdB Herr Michael Leutert

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Wenn es keine derartige Kostengegenüberstellung gibt, wie kann auf Grundlage, vorausgesetzt eines entsprechenden Ergebnisses, des Arbeitspunktes zwei, dazu eine Aussage getroffen werden?
Bearbeitung: OB Frau Barbara Ludwig

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Wird das derzeit von der Deutschen Bahn AG bevorzugte Bauprojekt, Neubau des Viadukts, vom Bund gefördert?
Bearbeitung: OB Frau Barbara Ludwig, MdB Herr Frank Heinrich, MdB Herr Michael Leutert

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Gibt es ein Gesetz, das derartige Bauprojekte, wenn sie vom Bund gefördert werden, wirtschaftlich ausgeführt werden müssen? Wenn ja, welches und wie ist dieses in Bezug auf das Bauprojekt Viadukt, wenn eine Ertüchtigung des bestehenden Viaduktes möglich wäre, einzuschätzen?
Bearbeitung: MdB Herr Frank Heinrich, MdB Herr Michael Leutert

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Wir schlagen vor, dass die Bearbeitung dieser Fragen überparteilich erfolgt,  von einem Mitglied des Chemnitzer Stadtrates koordiniert wird und der Bearbeitungszeitraum 6 Monate nicht überschreitet. Im Ergebnis kann eine Einschätzung zur Möglichkeit eines Erhalts des bestehenden Viadukts getroffen werden und insofern dieses positiv für einen Erhalt ausfällt im Auftrag des Chemnitzer Stadtrates von OB Frau Barbara Ludwig an die Deutsche Bahn AG moderiert werden.
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Wir bedanken uns bei der Fraktion im Chemnitzer Stadtrat, Bündnis 90/Die Grünen, die sich infolge der Petition zum Viadukt bereits beraten und beschlossen hat. Die Antworten auf einen von der Fraktion in das Dezernat 6 - Stadtentwicklung und Bau, Frau Baubürgermeisterin Wesseler, eingereichten Fragenkatalog zum Viadukt, erwarten wir in Kürze.
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In der nächsten Woche erhalten die Vorsitzenden der Fraktionen im Chemnitzer Stadtrat CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke, der Stadtrat der Wählervereinigung Volkssolidarität; Andreas Wolf, die Mitglieder im Sächsischen Landtag aus der Stadt Chemnitz, Herr Peter Patt, Herr Andreas Hähnel, Frau Ines Saborowski Richter; CDU, Frau Hanka Kliese; SPD, Frau Annekathrin Giegengack; Bündnis 90/Die Grünen,  Herr Prof. Dr. Andreas Schmalfuß; FDP, Herr Karl-Friedrich Zais, Frau Freya-Maria Klinger, Herr Klaus Bartl; Die Linke, die Mitglieder im Deutschen Bundestag  aus der Stadt Chemnitz, Herr Frank Heinrich; CDU, Herr Michael Leutert; Die Linke, sowie die Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz Frau Barbara Ludwig je eine Ausfertigung des Petitionstextes, dieser Mitteilung und die Unterschriftenlisten der Petition zugesandt.
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Aus der Vielzahl der Kommentare in der Petition haben wir stellvertretend diese ausgewählt:
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Steffen Riedel (Chemnitz) - 16.09.2013 18:12 Uhr
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Muß man das noch begründen, dass eines der markantesten ingenieurtechnischen Bauten in Chemnitz erhalten werden muss? Oder wird das "Blaue Wunder" in Dresden auch abgerissen?
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Andre Morlock (Dresden) - 17.09.2013 09:50 Uhr
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Eine sich zu einer selbsternannten Stadt der "Moderne" sollte sich die wirklich in Chemnitz wenigen historischen Bauten erhalten. Sollte die Abrißentscheidung marktwirtschaftlich orientiert sein, hat der chemnitzer Bürger die falsche Entscheidung mit seinem demokratischen Wahlrecht getroffen!
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Erik Kirsten (Freiberg) - 19.09.2013 21:23 Uhr
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Ich bin geborener Karl-Marx-Städter und meine Geburtsstadt wird mir immer fremder. Warum soll ausgerechnet ein Bauwerk fallen, das so viel überdauert hat und das Generationen kennen? Ich hoffe, die Petition ist erfolgreich und es kann der Weg geebnet werden, die Brücke zu erhalten!
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Ingo Sattler (Hohndorf) - 20.10.2013 19:10 Uhr
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Immer mehr wird in Chemnitz "modernisiert" - aber wer will das schon in einer alten Stadt? Die Verantwortlichen sollten endlich das Denken einschalten! Alte Städte haben ihren Reiz und es ist zu DDR-Zeiten schon zu vieles verkommen - meine Meinung!
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HEIKE O'DAY (Wisconsin Rapids, Wi, Usa ) - 21.10.2013 20:58 Uhr
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Chemnitz ist meine Heimatstadt. Jetzt lebe ich in den USA. Wenn ich mit meinen Kindern nach Deutschland komme, moechte ich ihnen zeigen wo ich aufgewachsen bin. Wenn nichts mehr da ist, was frueher da war, geht das nicht. Ausserdem glaube ich, das historische Baudenkmale die Geschichte weiterleben lassen! Ich bin Fotograf und liebe Fotografie! Aber Fotos allein wuerden historischen Bauwerken keine Gerechtigkeit tun!
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Nach dem Ende der Petition, informieren wir aktuell auf:
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www.stadtbild-chemnitz.de
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Sandro Schmalfuß
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10.10.2013
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Die gute Tat am Johannisplatz
Zum Abschluß des ersten Bauprojektes in der Chemnitzer Innenstadt unter OB Barbara Ludwig
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Ich höre Claus Kellnberger auf dem Leserforum der Freien Presse im Mai 2012 noch sagen: „Das wird der schönste Platz von Chemnitz“, und: „Chemnitz muss mutig sein."
Wir haben Claus Kellnbergers Baupläne am Johannisplatz früh kritisiert, das 8-geschossige Parkhaus neben der historischen Dresdner Bank, dessen Metallfassade, den Standort des Saxoniabrunnens, dessen reduzierte Rekonstruktion, den schwarzen Zweigeschosser zwischen Rawema-Haus und der ehemaligen Landeszentralbank und das Streichen des als Abschluss zur Bahnhofstraße vorgesehenen Baufeldes F3 durch das Stadtplanungsamt, letztendlich das Fehlen jeder Erinnerung am Ort an die einstige Bedeutung des Johannisplatzes.
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Fast jede Vorgabe für die Neubebauung des Johannisplatzes aus dem Rahmenplan für die städtebauliche Innenstadtentwicklung aus dem Jahr 2000 wurde gebrochen. Das Nutzungskonzept für die Baufelder, die sich an die Nachbargebäude orientierende Traufhöhe, ein Mindestanspruch an die Qualität der Architektur. Der Schock vor zwei Wochen war groß. War das Bauen eines 8-geschossigen Parkhauses, neben dem historischen Bankgebäude,  schon an sich ein Fanal, war nun die vom Kuratorium für Stadtgestaltung beim Bauherren moderierte, die Parkhausoptik im mindesten kaschierende Terracottafassade, einfach weg gelassen worden und die ursprüngliche Metallfassade, die am Beginn der Kritik stand nun doch installiert. Bis zuletzt hing an der Baustelle die Plane mit der Bauinformation und zeigte eine Grafik des Parkhauses mit dieser Terracottafassade. Eine Täuschung der Chemnitzer und derer, die sich hier engagiert und bemüht haben. Denn keines falls kann während der Bauphase ein Grund entstanden sein, der die Installation dieser Teracottafassade aus bautechnischen Gründen letztendlich verhindert hat. Es werden wirtschaftliche Gründe gewesen sein. Wie wohl alles am Johannisplatz und nun im Ergebnis dort sichtbar dieser Vorgabe untergeordnet war und nicht das vom Investor selbst immer wieder bekundete sympatische Interesse an der Stadt. Der Höhepunkt ist aber das in den öffentlich zugänglichen Entwürfen gar nicht dargestellte Aufsetzen von Straßenlampen auf das oberste Geschoss des Parkhauses, welche nun die ganze Hässlichkeit des Gebäudes auf die Spitze treiben. Das ist nun die neue Wahrheit neben der von Heinrich Straumer Mitte der Zwanziger-Jahre entworfenen Dresdner Bank mit den Fassadenplastiken von Karl Albiker. Heinrich Straumer, ein Architekt von europäischem Rang und ein Chemnitzer Kind, den Funkturm in Berlin-West, entworfen von ihm, kennt jeder. Wie kann so etwas passieren? Wie konnten aller Rat von versierten Fachleuten und die Hinweise der Chemnitzer Bevölkerung nicht beachtet werden?
Barbara Ludwig hob in der Öffentlichkeit immer wieder und gern das Kuratorium Stadtgestaltung als ein von ihr ins Leben gerufenes Kremium der Bürgerbeteiligung am städtebaulichen Entwicklungsprozess hervor. Dieses Kuratorium empfahl, Zitat:

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6. Sitzung des Kuratoriums Stadtgestaltung - Empfehlungen, Chemnitz, den 11.03.2011
Zum Abschluss ihrer heutigen 6. Sitzung im Rathaus Chemnitz haben sich die Mitglieder des Kuratoriums Stadtgestaltung auf folgende Empfehlungen verständigt:

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TOP 1: Parkhaus Kellnberger, Fassadengestaltung
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Das entstehende Parkhaus im Bereich der Innenstadt wird in Bezug auf die Lage und Nachbarbebauung als sehr wichtig eingeschätzt. ... Wichtigster Diskussionspunkt ist die Materialwahl für die Fassadengestaltung. Wichtig ist den Kuratoren, dass der städtebaulich sehr dominierende 2,70 m auskragende Baukörper der Parketagen auch als Baukörper und nicht als Scheibe definiert wird. Eine transparente Fassade etwa aus Metallgeweben wird abgelehnt, da sie optisch zu durchlässig ist. Die vorgeschlagenen Materialien Stahl bzw. Aluminium und Glas wurden in dieser Kombination ebenfalls infrage gestellt. Angeraten wird, tendenziell naturnahe, nachhaltige Baustoffe wie Holz oder Naturstein zu verwenden, um den Aufenthaltswert im öffentlichen Raum zu erhöhen.
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Und mit Baubeginn zitierte die Freie Presse im Artikel vom 18.05.2012 den Investor:
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„Nach Überarbeitung des ursprünglichen Planentwurfs durch den Chemnitzer Architekten Koch soll das Gebäude nun eine Fassade aus Terracottastein und Glas erhalten, so der Investor: "Mit seiner Natursteinfassade und Architektur fügt es sich harmonisch in die Umgebung der wertvollen Nachbargebäude - der ehemaligen Sparkasse und der alten Bundesbank - ein." Kellnberger hat sich bei der Verblendung an den Wünschen von Stadträten, Stadtverwaltung und des Kuratoriums Stadtgestaltung orientiert. Sie hatten sich gegen die ursprünglich vorgeschlagene transparente Gestaltung aus Metallgeweben ausgesprochen. Stattdessen soll jetzt eine Fassade aus naturnahen Baustoffen entstehen.“
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Nach meiner Information war es die alleinige Entscheidung von Barbara Ludwig, dass das Unternehmen Kellnberger nun doch diese Metallfassade installieren darf.
Zeitgleich mit deren Anbau wurde im Amtsblatt Nr. 38/18.09.2013 vorsorglich öffentlicher Kritik ein Artikel veröffentlicht, der dieses Parkhaus und vor allem dessen Fassade rechtfertigt. Zitat:
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„Ein Mangel an Dauerparkplätzen wirkt sich negativ auf die Attraktivität eines Stadtzentrums aus, kann dazu führen, dass sich Geschäftsleute nicht in der City sondern stattdessen am Rande der Stadt ansiedeln. Dies weiß natürlich auch Investor Claus Kellnberger und setzte sich intensiv für die Errichtung eines Parkhauses für Dauerparker am Johannisplatz ein … Für Diskussionsstoff im Vorfeld sorgte die Fassadengestaltung. Da es sich um ein sogenanntes offenes Parkhaus handelt (d.h. ohne Be- und Entlüftungsanlage) muss die Fassade an den gegenüberliegenden Längsseiten gleichmäßig verteilt offen gestaltet sein umso ausreichend für Frischluft zu sorgen. Die Optische Gestaltung wurde mit den verantwortlichen Fachbereichen der Stadt abgestimmt. Sie orientiert sich an dem in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen, unter Denkmalschutz stehenden Sparkassengebäude.“
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Nun ergibt sich die Frage ob diese verantwortlichen Fachbereiche der Stadt (Dezernat 6) nach über zwei Jahren zu einem ganz anderen Schluss als das Kuratorium aus Fachleuten gekommen sind oder ob Barbara Ludwig in Willfährigkeit dem Investor gegenüber diese Entscheidung getroffen hat und diese Pressemitteilung selbst formuliert hat.
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Warum ist so wichtig was und in welcher Qualität in der Innenstadt gebaut wird? Weil es nur wenige Baufelder gibt um diese Innenstadt neu zu gestallten. Am Johannisplatz sind es gerade drei. Nun ist eines mit einem schwarzen Zweigeschosser bebaut, das Zweite mit einem Parkhaus. Dieser innerstädtische Standort Johannisplatz ist nun so wie er jetzt aussieht langfristig ohne Wirkung für und auf Chemnitz. Das ist fatal, denn diese Innenstadt mit ihren breiten Straßen und offen zusammengestellten Großbauten, die zudem noch eine Art Insellage im Stadtgefüge hat, kommt bei den Menschen nicht an und schafft Chemnitz ein Identitätsproblem, welches die Stadt seit Jahrzehnten belastet. Das haben wir in Chemnitz nach der Wiedervereinigung erkannt und der Anspruch war, das Stadtzentrum in einer langfristig tragenden Qualität neu zu bebauen. Es ist nun anders gekommen. Der Johannisplatz ist das erste innerstädtische Bauprojekt welches in der Amtszeit von Barbara Ludwig allein in deren Verantwortung als Oberbürgermeisterin konzipiert, geplant, ausgeführt und von ihr an wesentlichen Punkten mit moderiert wurde. Das ist das Ergebnis ihrer Arbeit.
Was hat uns Herr Kellnberger nicht alles erzählt, es gäbe keinen Bedarf für einen 4-Geschosser zwischen Rawema-Haus und Bankgebäude, dafür wollte er aber zeitgleich wenige Meter weiter weg vor dem Gebäude der ehemaligen Dresdner Bank ein weiteres Bürohaus bauen. Dafür soll dann der Bedarf da gewesen sein. Und dazwischen immer wieder die leidigen Drohungen, wenn etwas nicht so läuft wie er es will, der Investor verlasse die Stadt. Wir hätten es wissen müssen, was da aus dem Johannisplatz wird. Es gibt eine lange Tradition an Kellnberger-Projekten in der Innenstadt. Die Betonschachteln am Roßenhof, das blaue Gebäude an der Brückenstraße, die Arkareninszenierung aus Beton am Markt. Im Grunde ist das alles nur ein Ärgernis und nützt der Stadt für deren Attraktivitätssteigerung gar nichts. Mehrere dieser Kellnberger-Bauten sind vom Architekturbüro Peter Koch entworfen, ein Architekt der uns jungen Leuten ob seiner Investorenentwürfe längst zum Halse heraushängt und wir uns wünschen das er an keinem Wettbewerb für Chemnitzer Bauprojekte mehr teilnimmt. In keiner anderen ostdeutschen Großstadt habe ich an 1A Standorten in den Innenstädten solche Gebäude gesehen wie sie das Unternehmen Kellnberger bei uns gebaut hat. Unvorstellbar in Leipzig oder in Dresden. Warum in Chemnitz? Warum gönnen wir dieser Stadt nicht ein Mindestmaß an Qualität und Schönheit? Es ist unser Lebensumfeld. Wir müssen das jeden Tag sehen und uns damit identifizieren.

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Für das was nun dort am Johannisplatz gebaut wurde haben wir auch noch unseren Saxoniabrunnen hergegeben, damit er diese Investmentprojekte schmückt und sie hebt. Die nachgearbeiteten Plastiken sehen aus wie mit der Axt geschnitzt. Es fehlen wichtige Bestandteile der Architektur des Brunnens, so dass dessen Proportionen nicht stimmen. Ich bin sicher, hätte man die Chemnitzer zu Spenden für eine richtige Rekonstruktion des Brunnens aufgerufen, wir hätten das geschafft. Heute darf der Investor bei jeder Gelegenheit erzählen, er habe den Brunnen gerettet. Lieber Claus Kellnberger, haben Sie die Chemnitzer mit einbezogen? Wenn den Mitgliedern des Saxoniabrunnenvereins nichts Besseres eingefallen ist, als den Brunnen nach Gründung des Vereins erst 10 Jahre auf dem städtischen Bauhof liegen zu lassen um dann dessen Rekonstruktion zu Ihren Standortbedingungen von Ihnen bezahlen zu lassen, uns wäre etwas Besseres gelungen.
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14 Tage ist die Fassade nun am Parkhaus installiert. Wo sind die Stimmen derer, die damals, ausgestattet mit Honorar, Aufmerksamkeit und dem Wohlwollen der Stadt gute Ratschläge gaben? Vor Wohltätern wie dem Investor und deren Mäzenen müssen wir achtsam sein. Etwas wie den neuen Johannisplatz wird die Chemnitzer Innenstadt kein zweites mal überleben.
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Der besondere Chemnitzer Ort
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Wie sehen die bekannten historsichen Ansichten des Johannisplatzes heute aus?
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Das Johannistor um 1800 und dessen Standort heute
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Blick zur Inneren Johannisgasse um 1840 und die Ansicht heute
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Neu neben alt um 1910 und Ansicht 2013
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Das erste Kaufhaus Tietz um 1910 und der Standort heute
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Blick zur berühmten Straßengabelung um 1920 und die Ansicht 2013
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Verkehrstreiben in großstädtischer Atmosphäre um 1915 und 1935 - Ansicht 2013

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Legendärer Blick auf dem Platz um 1935 und heute
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Gesamtansicht des Platzes um 1915, 1935 und 2013
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Der oft zitierte Blick in den Platz um 1915, um 1935 und 2013
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Die Platzansicht der Dresdner Bank vom Beckerplatz aus um 1935 und 2013
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Fotografien: Sandro Schmalfuß
Historisches Bildmaterial: Erich Neubert, Verlag Heimatland Sachsen, Samlungen: Laube, Kaufmann, Richter, Schmalfuß

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09.09.2013
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Historisches Eisenbahnviadukt, Annaberger Straße
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Am 8. September zum Tag des offenen Denkmals 2013 informierten Sandro Schmalfuß und Frank Kotzerke vor Ort am Eisenbahnviadukt die Öffentlichkeit, anwesende Stadträte und Vertreter der Medien über die Informationslage zum von der Deutschen Bahn AG geplanten Abriss des historischen Eisenbahnviadukts Annaberger Straße und über das Zwischenergebnis der Petition „Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt - Nein zum Neubau“. Die Veranstaltung wurde gerahmt vom Spiel des bekannten Ensembles für Alte Musik, Convivium Musicum Chemnicense.
Im Anschluss fand eine Diskussionsrunde statt.

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Die Anwesenden sprachen sich gemeinsam mit den Initiatoren der Petition für einen Erhalt des historischen Viadukts aus. Es bestand Einigkeit über die Notwendigkeit der Prüfung und Abwägung aller Voraussetzungen und Möglichkeiten für einen Erhalt des Viadukts und damit über die Notwendigkeit eines unabhängigen Gutachtens zum Zustand der Konstruktion sowie über die Offenlegung der Planungen und bereits angefertigten Gutachten der Deutschen Bahn AG.
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Die seit 23.04.2013 aktive Petition für den Erhalt des historischen Viaduktes fand bisher über 3600 Unterstützer. Darunter neben der Zeichnung durch ca. 1900 Chemnitzer, Unterzeichner aus der Politik, der Geschichtswissenschaft und der Architektur, so Lehrbeauftragte der Hochschulen Chemnitz, Weimar, Freiberg, Erfurt, Darmstadt, Augsburg etc.
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Wir rufen die Fraktionen des Chemnitzer Stadtrates auf, zu dieser Forderung einen gemeinsamen Konsens zu finden und diesen der Deutschen Bahn AG anzutragen.
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Sandro Schmalfuß
Frank Kotzerke

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[Link] Petition: „Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt - Nein zum Neubau“
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[Link] 3500 Unterschriften gegen Abriss eines "unbequemen" Denkmals, Freie Presse 09.09.2013
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[Link] Eisenbahnviadukt Chemnitz: Initiative gegen Brücken-Abriss, Sachsen Fernsehen, 09.09.2013
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[Link] Lieber historisch als beliebeig, Blick Chemnitz, 11.09.2013
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20.06.2013
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Engagement für Erhalt des historisches Eisenbahnviadukts Annaberger Straße seitens der Stadtverwaltung blieb aus
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Stadtrat der Stadt Chemnitz
CDU-Ratsfraktion
Stadträtin
Frau Almut Patt

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Eisenbahnviadukt Annaberger Straße
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Sehr geehrte Frau Patt,
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Ihre Fragen zum Eisenbahnviadukt beantworte ich Ihnen gern wie folgt:
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1. Wer ist Eigentümer des Eisenbahnviadukts über die Annaberger Straße?
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Die Brücke ist im Eigentum der DB Netz AG. Die Bau- und Unterhaltungslast sowie die Verkehrssicherungspflicht für die Eisenbahnbrücke liegen beim Eigentümer.
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2. Gibt es vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt Chemnitz und dem Eigentümer bzw. Nutzer der Brücke? Wenn ja, welchen Inhalt hat man vereinbart?
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Zum bestehenden Brückenbauwerk gibt es keine vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Stadt Chemnitz und dem Eigentümer/Nutzer. Im Rahmen des geplanten Ausbaus der Sachsenmagistrale im Abschnitt zwischen Augustusburger Straße und Reichstraße hat die DB ProjektBau jetzt Verhandlungen mit der Stadtverwaltung zu den notwendigen Planungsvereinbarungen aufgenommen. Die Verhandlungen sind gegenwärtig noch nicht abgeschlossen.
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3. Gibt es Auflagen seitens der Stadt Chemnitz in Bezug auf den Werterhalt des Bauwerkes bzw. sonstige Vereinbarungen? Wenn ja, wie sehen diese konkret aus?
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Das Eisenbahnviadukt ist Bestandteil der gewidmeten Eisenbahntrasse der DB AG. Somit ist das Eisenbahnbundesamt die zuständige Aufsichtsbehörde für den Betrieb und den baulichen Zustand des Ingenieurbauwerks. Damit hat die Stadt keinen unmittelbaren Einfluss auf den Werterhalt des Bauwerks. Seitens der Stadt wurde bei einer Vielzahl von Gesprächen mit der Bahn der derzeit unbefriedigende Gesamtzustand der Brücke jedoch angesprochen. Vereinbarungen zwischen Stadt und Bahn zum Werterhalt der Brücke bestehen nicht.
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Mit freundlichen Grüßen
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Petra Wesseler
Bürgermeisterin

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18.06.2013
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Stadtverwaltung predigt Eigentümern „Eigentum verpflichtet“ und lässt eigenes Haus zusammen fallen
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Das zum Depot der Städtischen Theater gehörente leer stehende Wohngebäude der ehemaligen Eisengießerei Steiner, Baujahr 1861 an der Annaberger Straße 431, hat vor einigen Tagen den ersten Einbruch im Dachstuhl erlebt. Im Inneren sind schon im letzten Jahr die Decken eingebrochen. Damit ist abzusehen, dass dieses Gebäude abgerissen werden muss. Die Kosten für den Abriss eines Gebäudes in der Größe betragen ca. 40.000 Euro.
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Man muss sich das einmal vor Augen führen, die gleichen Leute in der Stadtverwaltung die in der Presse mit Sätzen wie „Eigentum verpflichtet“ oder „Ich bin zornig“ den Chemnitzern das eigene Unvermögen und Versagen als Tadel an Eigentümer von baufälligen Gebäuden verkaufen, handeln bei städtischen Immobilien nicht anders.
Der Grund, warum dieses Gebäude zusammenfällt ist nicht, dass es niemand kaufen will. Es wird einfach von der Stadtverwaltung nicht aktiv zum Kauf angeboten. Nie hing dort ein entsprechender Meschbanner am Haus oder man sah es auf Immobilienonlineportalen als Kaufangebot. Schon gar nicht hat die Stadtverwaltung ein funktionierendes Immobilienmanagement aufgebaut, das derart Gebäude Investoren anträgt.

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Nun mag vielleicht nicht jeder den Denkmalwert dieses Gebäudes erkennen aber wie viel Geld 40.000 Euro sind, das weiß jeder. Was hätte man damit machen können. Wir hören wöchentlich von aus Finanznot begründeten Defiziten in Chemnitz. Dieses Gebäude ist nur ein Beispiel von vielen. Jüngst beschäftigte der Verlust des Marmorpalastes die ganze Stadt. Auch hier stand am Anfang der Eigentümer Stadt Chemnitz, der das Gebäude erst verfallen lies um es dann über eine Auktion an Unbekannt zu verkaufen. Derart Unvermögen fängt an der Annaberger Straße 361 an und hört bei den brachliegenden Baufeldern in der Innenstadt auf.
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Möglichkeiten:
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Bauliche Sicherung des Gebäudes
Aktive Investorensuche
Verkauf zum symbolischen Wert von einem Euro mit Sanierungsverpflichtung

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[Link] Aufnahmen des zusammenfallenden Marmorpalasts am 04.06.2013
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05.05.2013
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Nächtliche Dampfloküberfahrt fasziniert Chemnitz
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Ca. 100 Fotografen und Filmer folgten gestern unserem Aufruf eine der seltenen nächtlichen Dampfloküberfahrten über das Chemnitztalviadukt in der Chemnitzer Innenstadt zu fotografieren und zu filmen. Am Samstag gegen 22:00 Uhr querte die 1959 in Dienst gestellte Dampflok 35 1097 auf der Fahrt von Prag nach Zwickau das Chemnitzer Eisenbahnviadukt.
Die so entstandenen Aufnahmen und Videos als Statement für den Erhalt des vom Abbruch bedrohten Chemnitztalviaduktes fanden in zahlreichen Onlinecommunitys regen Zuspruch. Allein die unten zu sehende Fotografie wurde am ersten Tag nach der Veröffentlichung fast 8000 mal aufgerufen.

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Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und Unterstützern und bitten um Zeichnung der Petition für den Erhalt des historischen Viaduktes.
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Video von der Überfahrt
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30.04.2013
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Förderverein "Niklasberg" e.V. unterstützt Petition für den Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts
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Der in der Nachbarschaft zum Chemnitztalviadukt beheimatete Förderverein "Niklasberg" e.V. unterstützt die Petition für den Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts. Sebastian Thieswald, 2.  Vorsitzender des Bürgervereins: „Die Entwicklung des Niklasberges ist seit dem Mitte des  19. Jahrhunderts eng mit den Anlagen der Eisenbahnverbindung Chemnitz-Zwickau verbunden. Das historische Eisenbahnviadukt an der Annaberger Straße, das den Niklasberg kreuzt, gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Orten in der Chemnitzer Innenstadt. Es ist mit seiner Architektur Ausdruck Chemnitzer Industrie- und Stadtgeschichte und steht im Ensemble mit den historischen Bauten an der Annaberger- und der Beckerstraße.
Der Förderverein "Niklasberg" e.V. möchte mit einer modernen Rekonstruktion des Kirchenschiffes der im 2. Weltkrieg zerstörten Nikolaikirche und dem Engagement für eine Rekonstruktion des Bahnhofes Mitte und für dessen  Rückbenennung in „Nicolaibahnhof“  am Niklasberg einen lebendigen Ort Chemnitzer Geschichte schaffen. Das Eisenbahnviadukt sehen wir als unverzichtbaren Teil dieses Vorhabens an.
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Wir sprechen uns daher für den Erhalt des Chemnitztalviaduktes aus und unterstützen die Bemühungen dafür.“
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28.04.2013
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PM des Stadtforum Chemnitz zum Erhalt des historischen Eisenbahnviadukts Annaberger Straße
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Wie kürzlich durch die Stadtverwaltung bestätigt wurde, soll die historische Eisenbahnbrücke, die seit mehr als hundert Jahren Chemnitzfluss und Annaberger Straße überspannt einem Ersatzneubau weichen. Das Stadtforum Chemnitz spricht sich entschieden gegen den Abriss des Verkehrs- und Industriedenkmals aus. Zum einen wird durch einen Rückbau der wunderbaren genieteten Stahlkonstruktion das Ensemble Chemnitzer Industriegeschichte um die Strumpfwirkmaschinenfabrik Schubert & Salzer mit dem markanten Uhrenturm des Architekten Erich Basarke nahezu demontiert. Zum zweiten verliert das Stadtbild ein gerade für die Chemnitzer Geschichte wichtiges Einzeldenkmal industrieller und verkehrstechnischer Historie von Bedeutung. Und zum dritte wird wiedermal die Öffentlichkeit respektive die Chemnitzer Bürger bei den Entscheidungsprozessen ausgespart. Bislang bleibt weitestgehend jegliche Begutachtung des Bauwerkes hinsichtlich Statik, Erhaltungsaufwand, Kosten, alternativen Nutzungen etc. im Dunkeln bzw. werden nicht in Betracht gezogen. Das Stadtforum befindet das Viadukt auf Grund der städtebaulichen und stadthistorischen Bedeutung unbedingt für erhaltenswert. Zum Erhalt wurde eine eine gemeinsame Petition verschiedener Initiativen aufgerufen, die auf der Website des Stadtforums unterzeichnet werden kann. Weiterhin wird sich ein Expertenrat zusammenfinden, der die Parameter zum Erhalt in fachlicher und bautechnischer Sicht überprüft und begutachtet.
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Frank Kotzerke
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24.04.2013
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Fragwürdiges Großprojekt - Deutsche Bahn AG plant Abriss des historischen Chemnitztalviaduktes in der Chemnitzer Innenstadt
ab 2015 - Ersatzneubau soll Chemnitzer Wahrzeichen ersetzen

Gemeinsame Petition der Bürgerinitiativen STADTFORUM CHEMNITZ und stadtbild-chemnitz.de für den Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts
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Auf Anfrage zu den seit Jahren ausbleibenden Erhaltungsmaßnahmen am historischen Chemnitztalviadukt in der Chemnitzer Innenstadt informierte Bernd Gregorzyk, Amtsleiter des Tiefbauamtes Chemnitz am 03.04.2013, dass die Stadtverwaltung Chemnitz in Vorbereitung des Abrisses des Chemnitztalviaduktes und der Errichtung eines neuen Brückenbauwerkes derzeit Verhandlungen zu den Planungs- und Kreuzungsvereinbarungen für die Baumaßnahme mit der DB ProjektBau führt.
Das Chemnitztalviadukt ist Bestandteil des letzten noch auszubauenden Streckenabschnittes der Sachsen-Franken-Magistrale im Stadtgebiet von Chemnitz. Dieser Abschnitt wurde wegen der hohen Investitionskosten bisher von der Deutschen Bahn AG zurückgestellt. Im Jahr 2012 informierte die Deutsche Bahn AG die Stadtverwaltung, dass der auszubauende Streckenabschnitt von der Augustusburger Straße bis zur Reichsstraße ab 2013 planerisch vorbereitet wird. Mit einem Baubeginn ist ab 2015 zu rechnen. In diesem Zusammenhang ist geplant für den Bau eines neuen Eisenbahnviaduktes über die Chemnitz, die Annaberger Straße und die Beckerstraße als Ersatz für das historische Chemnitztalviadukt den Siegerentwurf von Krebs&Kiefer, beratende Ingenieure, Darmstadt aus dem gemeinsamen Architekturwettbewerb der Deutschen Bahn AG und der Stadtverwaltung Chemnitz aus dem Jahr 2003 umzusetzen.

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Bei dem 1906 errichteten, ca. 250 m langen Chemnitztalviadukt handelt es sich um eines der bedeutendsten historischen technischen Bauwerke Sachsens. Das Viadukt wurde zeitgleich mit einer ganzen Reihe von Großbauten in Chemnitz, wie dem Neuen Rathaus, dem Opernhaus und dem König Albert Museum Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und gehört zu den Bauten, die den Ruf der Stadt Chemnitz als moderne Großstadt begründeten. Es ist Teil des Denkmalensembles Chemnitztalviadukt, Wirkbau, ehemals Schubert&Salzer und der historischen Fabriken an der Beckerstraße.
Das Chemnitztalviadukt war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Imageträger der Stadt Chemnitz und erschien damals in zahlreichen Broschüren der Stadtverwaltung Chemnitz und auf einer Vielzahl von Postkarten. Vielen Chemnitzern gilt das Chemnitztalviadukt als ein nicht weg zu denkendes Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein historischer Beweis für die ehemalige Leistungsfähigkeit und die Größe der Stadt Chemnitz.  Der Entwurf für das neue Bauwerk von Krebs&Kiefer wird der architektonischen Qualität und der Tradition des historischen Bauwerks nicht gerecht. In einem Erhalt und der Sanierung des historischen Chemnitztalviadukts liegt weit mehr als die Chance des Ausbaus einer Eisenbahnstrecke, nämlich die der dringend notwendigen Attraktivitätssteigerung der Stadt Chemnitz.

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Wir fordern, dass die Planungen für die Baumaßnahme ausgesetzt werden, dass die Öffentlichkeit an der Entscheidung für eine derart nachhaltige Veränderung in der Chemnitzer Innenstadt, die den Verlust eines der wichtigsten Chemnitzer Baudenkmale bedeutet, beteiligt wird und vor allem, dass die Gutachten, welche zur Einschätzung führten, dass das Chemnitztalviadukt nicht mehr zu ertüchtigen sei, von unabhängiger Seite überprüft werden und der Vergleich der Kosten zwischen Neubau und Erhalt öffentlich dargelegt wird. Wir regen an, dass Chemnitzer Kompetenzen eingebunden werden, so die TU Chemnitz, wo u. a. ein Forschungscluster zur Materialforschung existiert.
Mehr als 10 Jahre nach der Erstellung der Gutachten zum  Zustand des Chemnitztalviaduktes, welches in dieser Zeit weiter genutzt wurde, gibt es veränderte Fördermöglichkeiten für die Bestandssanierung historischer Brückenbauwerke sowie neue Technologien und Experten die das historische Bauwerk für eine weitere Nutzung ertüchtigen können. Es handelt sich um ein Bauwerk aus massivem Stahl. Das ist eine Aufgabe, die dem  Anspruch der Stadt Chemnitz als Stadt der Moderne in der Tradition der Zeit, in dem das Chemnitztalviadukt entstand, Verpflichtung sein muss.

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Zur Unterstützung des Erhaltes des Chemnitztahlviaduktes bitten wir um Zeichnung der Petition unter folgendem Link:
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Link zur Petition
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Empfänger der Petition: Deutsche Bahn AG, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig
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Sandro Schmalfuß – stadtbild-chemnitz.de
Frank Kotzerke – STADTFORUM CHEMNITZ

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Das Chemnitztalviadukt um 1930. Fotografie: Sammlung Laube

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07.04.2013
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Kaufpreis der Villa Duderstaedt sinkt
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Nach der Kritik an der Immobilienspekulation mit der Villa Duderstaedt, sinkt deren Kaufpreis jetzt von 160.000 Euro auf 120.000 Euro und ist damit nur noch ca. doppelt so hoch wie der Kaufpreis, für den die Villa Ende letzten Jahres erworben wurde. Die Käuferprovision beträgt weiter 7,14%.
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03.04.2013

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Abriss des Marmorpalastes unumgänglich
Zum Artikel in der Freien Presse vom 02.04.2013

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Die aktuelle Situation am Marmorpalast an der Limbacher Straße erfordert hohe Aufwendungen aus Haushaltsmitteln der Stadt Chemnitz. Die Stadtverwaltung muss die Sicherung des öffentlichen Raumes gewährleisten und finanzieren in dem Fall wo das der Eigentümer wie es beim Marmorpalast der Fall ist, nicht kann.
Die von der Stadtverwaltung eingeleiteten Maßnahmen einer Grundschuldeintragung in das Grundbuch um die Forderungen gegenüber den Eigentümern aus nicht bezahlten Sicherungskosten zu sichern und die Einleitung eines Zwangsversteigerungsverfahrens laufen im Fall des Marmorpalastes ins Leere und verursachen weitere Kosten. Dies weil aller Wahrscheinlichkeit nach auch über eine Zwangsversteigerung für ein derartiges Objekt in dem Zustand kein Käufer gefunden werden kann. Noch unwahrscheinlicher ist, das ein Kaufpreis für das Objekt erzielt werden kann, der die aufgelaufenen Kosten decken kann. Die Folge wird sein, das die Stadt weiter in der Verantwortung bleibt, die teure Straßenabsperrung zu bezahlen. Die sinnvollste Lösung in diesem Fall, wäre der sofortige Abriss des Komplexes. Diesen wird, wenn die Eigentümer finanziell nicht handlungsfähig sind, die Stadt Chemnitz bezahlen müssen. Bei einem Komplex in der Größe sind das mindestens 150.000 Euro. Die Frage ist nur noch, beräumt man den Bauschutt oder lässt man ihn auf dem Grundstück liegen, was günstiger aber dem Stadtbild abträglich wäre.
Im Grunde bezahlt die Stadtverwaltung jetzt ihre jahrelange Untätigkeit bei derart ehemaligen städtischen Denkmalobjekten und die Lösungssuche über den Verkauf über Auktionen, teuer. Dieses Problem wird auch noch bei anderen Objekten akut werden.
Im Bestfall lassen sich nachfolgend Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke erzielen. Ein höherer Schaden und der Verlust sehr wichtiger Chemnitzer Baudenkmäler wird bleiben.
Anbei noch eine Anmerkung zu den Rechnungen, der von der Stadtverwaltung mit der Sicherung bei solchen Objekten beauftragten Unternehmen. Ich konnte solche Rechnungen schon sehen. Mir persönlich erschienen die Leistungen in diesen Rechnungen, z. B. für die monatlich regelmäßigen Kontrollgänge zur Überprüfung der Absperrungen zu teuer bewertet. Das alles wird am Ende aus dem städtischen Haushalt finanziert.
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03.04.2013

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Die Villa Duderstaedt an der Dresdner Straße, ein besonderer Fall von Immobilienspekulation
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Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Entwicklung wertvoller Chemnitzer Baudenkmäler zu verhindern und damit der Stadt Chemnitz zu schaden. Eine davon ist, unsanierte Gebäude nur zu Spekulationszwecken zu kaufen um sie erneut zu höheren Preisen anzubieten.
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Ein besonders dreistes Beispiel hierfür ist der Fall der Villa Duderstaedt an der Dresdner Straße. Wir erinnern uns, das 1863 fertig gestellte Gebäude gehört zu den besonderen Chemnitzer Erinnerungsstücken, weil es der Wohnsitz der Chemnitzer Kaufmanns- und Architektenfamilie Duderstaedt war, eben dessen Sohn Hugo Duderstaedt der Architekt so vieler bekannter Chemnitzer Gebäude, wie der Markuskirche, den Kopfbauten des Johannisplatzes, Kaufhaus Schellenberger und Hotel Stadt Gotha oder der Handelsschule an der Markthalle war.
Viele Jahre steht die Villa leer. Bis 2009 war sie offen zugänglich und Vandalismus ausgesetzt. Im Park brannte eines der Gartenhäuser ab.
Damals gingen wir davon aus, dass das Haus nicht mehr zu retten sei. Glücklicherweise wurden dann 2010 mit Hilfe eines Fördermittelprogramms und der Eigentümer umfangreiche bauliche Sicherungsmaßnahmen am Gebäude vorgenommen. So präsentiert die Villa sich heute in einer Art Rohbauzustand. Zwar nicht schön anzusehen aber sie ist noch da und sanierungsbereit. Ein Glück für den Sonnenberg und für Chemnitz. Groß war die Freude als 2012 ein Dresdner Maklerbüro im Auftrag der Eigentümer nach langen Bemühungen einen Käufer für die Villa finden konnte, der vorgab, die Villa sanieren zu wollen und auch die aus der Fördermittelvergabe entstandene Sanierungsverpflichtung übernahm.
Doch inzwischen ist Ernüchterung eingetreten. Der Kaufpreis wurde bis jetzt nicht vollständig bezahlt und das Gebäude wird wieder zum Kauf angeboten – den Kaufpreis auf 160.000 Euro um fast das Dreifache erhöht, wie die Villa 2012 verkauft wurde. Der Käufer soll auch noch eine Provision von 6% an den Makler bezahlen, das doppelte wie üblich.

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Die Villa Duderstaedt um 1900
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Man kann sich fragen, aus welcher Motivation solche Zahlen angesetzt werden, eine Redliche wird es nicht sein. Warten wir also ab, bis das Baudenkmal wieder in einem Zustand ist, das es die öffentliche Hand fördern muss. Bis dahin zerschlagen sich bei diesem Angebot alle Hoffnungen auf eine Sanierung des Gebäudes.
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Kaufangebot Villa Duderstaedt, Dresdner Straße

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24.02.2013
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Zur Situation an der unteren Sebastian-Bach-Straße in Chemnitz
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Die Kritik am Zustand der 5 Gebäude an der unteren Sebastian-Bach-Straße ist verständlich. Besonders für die Anwohner sind derartige Zustände in der Nachbarschaft eine Belastung. Ich versuche seit 2008 für die Gebäude eine Lösung zu finden. Ziel ist der Erhalt und die Sanierung der 5 Gebäude. Im Jahr 2011 ist es mir gelungen zwei der Gebäude, die Sebastian-Bach-Straße 12 und 6 an einen Bauträger zu vermitteln. Der vorherige Eigentümer und der Investor waren sehr um den Eigentumsübergang und um die anschließende Sicherung der Gebäude bemüht. Noch in 2011 wurde die Sebastian-Bach-Straße 6 mit 6-stelligem finanziellen Aufwand aufwendig baulich gesichert. U. a. wurden der Dachstuhl und die Zwischendecken erneuert, das Gebäude wurde entmüllt. An der Sebastian-Bach-Straße 12 waren bauliche Sicherungsarbeiten bisher nicht notwendig.
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Besonderen Unmut erregt bei Anwohnern der Zustand der beiden Gebäude Sebastian-Bach-Straße 2 und 4 und der Zustand von deren Innenhof. Diese Gebäude haben einen anderen Eigentümer wie die Gebäude Sebastian-Bach-Straße 12 und 6. Die Gebäude sind im Eigentum einer ausländischen Ltd., einer Unternehmensform, ähnlich einer GmbH, aber nur mit einem Euro Sicherungseinlage. Die Eigentümer dieser Ltd. sitzen in Cuba und sind in Chemnitz durch deutsche Familienmitglieder vertreten. Von diesen war ich mit dem Verkauf der Gebäude beauftragt. Auch für diese Gebäude konnte ich einen Bauträger interessieren. Dieser ist sehr engagiert für den Erhalt der Gebäude. Der Prozess der Verkaufsanbahnung zog sich über 2 Jahre hin. Von den für die zwei Gebäude bereitstehenden Fördermittel für die bauliche Sicherung von Gebäuden im Sanierungsgebiet wurden von den Eigentümern Mittel nur für ein Gebäude beantragt. Der für den Verkaufsprozess entscheidende Beginn der Baumaßnahmen wurde von den Eigentümern immer wieder verschoben. Die Eigentümer konnten die notwendigen Eigenmittel für den Beginn der baulichen Sicherung nicht aufbringen. Ende 2012 haben die Eigentümer der Gebäude, die Sicherung aufgegeben, den Kontakt zu uns abgebrochen und nach unseren Informationen das Eigentümerunternehmen aus dem Handelsregister löschen lassen. Damit versuchen die Eigentümer sich aus der Verantwortung zu stehlen. Andererseits ist, wie an diesem Beispiel zu sehen, das Fördermittelinstrument nicht so konkret konstruiert, das gerade derart mittellose Eigentümer handeln können.
Wir haben frühzeitig die Stadtverwaltung Chemnitz informiert und in den Verkaufsprozess einbezogen. Derzeit gibt es eine Abstimmung mit dem Investor über die Möglichkeiten des Eigentumsüberganges. Die dazu notwendigen Verfahren sind zeitlich definiert. Ziel ist es bauliche Maßnahmen an den beiden Gebäuden spätestens 2015 vornehmen zu können. Bis dahin kann es erforderlich sein, dass die Stadt Chemnitz die Gebäude in einem gewissen Umfang sichern muss. Das ist günstiger als der Komplettabriss und die Beräumung der Gebäude. Denn gelingt der Eigentumsübergang nicht, ist es wahrscheinlich, dass die Stadt Chemnitz, die stark geschädigten Gebäude in Ersatzvornahme abreisen muss. Die Aussicht die dafür aufgewandten Mittel zurück zu bekommen, sind aufgrund der beschriebenen Eigentumsverhältnisse gering. Für den Abriss der beiden Gebäude und der Hintergebäude, so wie der Beräumung ist mit Kosten in Höhe von ca. 250.000 Euro insgesamt zu rechnen. Das entspricht in etwa dem Jahresbudget der Stadt Chemnitz für derartige Maßnahmen in Ersatzvorname. Die Stadt Chemnitz kann nicht selbst die Fördermittel abrufen, um die Gebäude sichern zu lassen, da an die Verwendung der Fördermittel eine Sanierungsverpflichtung innerhalb von 5 Jahren gebunden ist. Diese Bindung von Fördermitteln an eine Sanierungsverpflichtung, eigentlich dafür gedacht, das die Mittel auch sinnvoll verwendet werden, führt aber dazu, das gerade die Eigentümer oder auch Insolvenzverwalter, die in vielen Fällen für diese Gebäude verantwortlich sind, die Mittel nicht abrufen können weil sie die Sanierungsverpflichtung nicht eingehen können. Das hat zur Folge, dass diese Gebäude weiter verfallen und die Kommune in den Fällen, wo von den Häusern eine Gefahr für den öffentlichen Raum ausgeht, was bei straßenseitig gebauten Gründerzeithäusern immer der Fall ist, in Ersatzvorname handeln muss, mit wenig Chancen die aufgewandten Mittel von den nicht solventen Eigentümern wieder zu bekommen. Mit diesem Problem ist die Stadt Chemnitz an mehreren Stellen belastet. Hier besteht auf Bundesebene politischer Handlungsbedarf.
Noch ungünstiger ist die Lage für derart Gebäude, die nicht im Sanierungsgebiet stehen. Das Ausweisen von Sanierungsgebieten und die besondere Förderung von Gebäuden in Sanierungsgebieten war dafür gedacht Kerne zu definieren, die aus verschiedenen Kriterien heraus im Konsens mit dem Wohnraumbedarf der Stadt für besonders erhaltenswert angesehen werden. Das Fanal für die Stadt ist, dass die Gebäude außerhalb der Sanierungsgebiete nun nur mit den wenigen Mitteln der Unteren Denkmalbehörde Chemnitz gefördert werden können. Das Jahresbudget der Unteren Denkmalbehörde Chemnitz entspricht in etwa der Höhe, die für die Sicherung für nur ein baufälliges Gebäude, welches im Sanierungsgebiet steht, ausgegeben wird. Die Eigentümer dieser Gebäude sind in fast jedem Fall finanziell nicht in der Lage, ihre Gebäude zu erhalten. Das ist ein Fakt, der mit Schuldzuweisungen an die Eigentümer, auch wenn sie teilweise gerechtfertigt sind, nicht zu ändern ist. Ein Beispiel dafür war die Neefestraße 83, deren Eigentümer insolvent ist. Der Grund für den Abriss des Gebäudes in Ersatzvorname mit Haushaltsmitteln war, dass dieses Gebäude nicht im Sanierungsgebiet stand und den Kaufinteressenten keine Fördermittel zur Verfügung gestellt werden konnten, die eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoll gemacht hätten. Die Zuteilungen an die Untere Denkmalbehörde Chemnitz müssen überdacht werden. Durch z.B. Umschichtungen von Geldern von Projekten wie Straßengalerien/Fassadenbildern an die Untere Denkmalbehörde können Gelder zielgerichteter für den wichtigeren Substanzerhalt solcher baufälliger Gebäude eingesetzt werden und verhindern damit nachfolgend größere Ausgaben, wie z.B. bei Abbrüchen.

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Am Beispiel Sebastian-Bach-Straße möchte ich einmal deutlich machen, wie komplex der Prozess der Vermittlung solcher Gebäude ist und welche langwierigen Anstrengungen von vielen Seiten dafür notwendig sind. Es ist nicht damit getan, zu sagen, wir haben am Beispiel Bergstraße oder Leipziger Straße beraten, das es aus städtebaulicher und denkmalpflegerischer Sicht sinnvoll wäre diese Gebäude zu erhalten und damit Erfolg gehabt. Der Einfluss ist gering. Im Vordergrund steht die Entscheidung des Investors. Am Beispiel Sebastian-Bach-Straße war das keine leichte, eine lange überlegte und moderierte Entscheidung. Diese ist noch nicht ganzheitlich honoriert in dem man z. B. sagt, wir unterstützen das Vorhaben mit der Aufwertung des Standortes, hier der Sanierung der Straße und der Fußwege, dem Anpflanzen von Straßenbäumen. Der Aufwertung der durch jüngste Sanierungen im Gründerzeitbestand neu geschaffenen oder durch zu erwartende Sanierungen im Gründerzeitbestand neu entstehenden Wohnstandorte kommt einer besonderen Bedeutung bei der Unterstützung der Investitionen und der Akquirierung neuer Investitionen zu. So neben der Sebastian-Bach-Straße an der Bergstraße, an der Leipziger Straße, an der Zietenstraße und an der Claußstraße.
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Kurzfristig sollten die Gebäude Sebastian-Bach-Straße 2 und 4 abgesperrt werden. Die jetzigen Eigentümer haben die Absperrung vor den Gebäuden Ende letzten Jahres entfernt. Es besteht eine Gefahr für Fußgänger von herabfallenden Teilen und für Kinder, die freien Zutritt zu den teilweise eingefallenen Gebäuden haben.  An der Situation im Hinterhof wird sich bis zum Eigentumsübergang nichts ändern. Die Sebastian-Bach-Straße 10 ist von deren Eigentümern 2010 rohbauseitig saniert wurden. Die weiteren Planungen für dieses Gebäude sind mir unbekannt.
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02.01.2013
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Standortsuche für das Mahnmal “Grauen” zur Erinnerung an die Zerstörung der Stadt Chemnitz im Zweiten Weltkrieg
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Ich möchte als neuen Standort für das derzeit eingelagerte Mahnmal „Grauen“, der Künstlerin Silke Rehberg, welches seit 1995 in der Innenstadt an die Zerstörung der Stadt Chemnitz im Zweiten Weltkrieg erinnerte, den Jacobikirchplatz vorschlagen. Der Blick durch das Mahnmal fiele an diesem Standort auf die rückseitige Neorenaissancefassade des neuen Rathauses Chemnitz und auf die Kirche St. Jacobi. Damit wäre das Konzept der Künstlerin umgesetzt, dass im Mahnmal eine bauliche Situation in der Innenstadt aus der Zeit vor 1945 zu sehen sein soll. Weiter wären dem Konzept nach an diesem Standort zwei typische Vertreter des Bauens in Chemnitz in der Zeit vor 1945 im Mahnmal zu sehen. Zum einen mit der Kirche St. Jacobi, ein Gebäude aus der vorindustriellen Zeit, zum anderen mit dem Neuen Rathaus ein Gebäude aus der Chemnitz prägenden Zeit um 1900.
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Auch beschreibt der Jacobikirchplatz in idealer Weise die Zeitenwende 1945 in der Innenstadt. Der Platz ist neben den beiden historischen Gebäuden von Bauten der 1950er Jahre, der ersten Phase des Wiederaufbaus und von nach 1990 neu errichteten Bauten eingefasst. Das 1. Karree der “Mittelstandsmeile” wurde am Jacobikirchplatz ungefähr an der Raumkante der Vorkriegsbebauung errichtet. Somit wäre im Umfeld des Mahnmals auch der historische räumliche Eindruck gegeben.
Am Jacobikirchplatz wäre das Mahnmal direkt im unmittelbaren Zentrum am Ort der schlimmsten Zerstörung von 1945 aufgestellt. Der Platz ist gut frequentiert, hier macht das Mahnmal Sinn. Das Konzept der Künstlerin, mit dem Mahnmal einen Blick in die Vergangenheit zu simulieren und den Abstand zur Zerstörung der Stadt mit einer Uhr zu messen, fordert den Betrachter zu einer interaktiven Auseinandersetzung mit der Katastrophe auf, mehr als das z. B. ein plastisches Mahnmal könnte. Der bisherige Standort vor einem einzelnen Haus war ungünstig gewählt, es stand 1995 aber auch kein anderer Standort in der Innenstadt zur Verfügung.
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Dem Vorschlag das Mahnmal am Bahnhofsvorplatz aufzustellen, sollte nicht gefolgt werden. Gerade dieser Platz ist im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden und steht im öffentlichen Bewusstsein eher nicht für die Zerstörung der Stadt. Der Bahnhofsvorplatz ist auch zu weit entfernt vom unmittelbaren Zentrum, er ist zu weitläufig und zu kleinteilig belegt für ein transparentes Mahnmal. Zudem befindet sich auf dem Platz schon ein wichtiges Denkmal. Das Mahnmal “Grauen” hat nicht den einzigen Anspruch, dass in ihm ein historisches Gebäude zu sehen sein muss. Es sollte am Standort zudem das historische Ereignis stattgefunden haben und es sollte der Bruch erlebbar sein, den die Zerstörung 1945 für Chemnitz zur Folge hatte.
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Silke Rehberg gegenüber Sandro Schmalfuß: „Das Konzept des Mahnmals setzt dafür einen zentralen Standort in der Innenstadt am Ort der Katastrophe von 1945 voraus. Die Möglichkeit, das einzige erhaltene bauliche Ensemble in der Chemnitzer Innenstadt aus der Zeit vor 1945 im Mahnmal betrachten zu können, würde der ursprünglichen Idee des Gedenkortes in besonderer Weise gerecht.“
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Neben dem Mahnmal “Grauen” sollte es nach meiner Meinung in der Innenstadt eine zusätzliche Erinnerung an das 1945 zerstörte Chemnitz geben. Idealerweise würden Bildtafeln an wichtigen Orten der ehemaligen Chemnitzer Altstadt, z. B. am Johannisplatz, am Roßmarkt, an der Königstraße der Information, der Erinnerung, der Mahnung dienen und gleichzeitig helfen, für Chemnitz zu interessieren.

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