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BEITRÄGE 2011
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22.12.2011

Neefestraße 83 gerettet

Das Chemnitzer Bauträgerunternehmen Mierbach plant die Neefestraße 83 zu übernehmen. Nach der Aufgabe des Projektes durch den ursprünglich am Gebäude interessierten Bauträger, habe ich weiter das Gespräch mit Investoren gesucht.
Das Unternehmen Mierbach hat in den vergangenen Tagen vor Ort, den Bauzustand des Gebäudes begutachtet und mit der Stadtverwaltung die Möglichkeiten der Förderung besprochen. Unter der Vorraussetzung der Bereitstellung der von der Stadt eingeplanten Abbruchmittel und der Förderung der baulichen Sicherung durch die Denkmalbehörde in 2012, hat sich das Unternehmen bereit erklärt, das Gebäude zu übernehmen und baulich zu sichern. Die Differenz zwischen der Förderung und der tatsächlichen Höhe der Aufwendungen für die bauliche Sicherung von ca. 150.000 Euro, trägt das Unternehmen selbst. Die komplette Sanierung des Gebäudes ist mittelfristig geplant.
Das Unternehmen Mierbach ist seit ca. 10 Jahren in Chemnitz als Bauträger tätig und hat u. a. neben der Sanierung von Mehrfamilienhäusern, mit der Sanierung des Chemnitzer Gesundheitsamtes, der Rekonstruktion des ehemaligen Reichenbrander Rathauses sowie der Villa Merkel und zuletzt der Lampenfabrik an der Ahornstraße, mit dem geplanten Wiederaufbau der Holzkirche vom Kaßberg, wichtige Bauprojekte in Chemnitz erfolgreich umgesetzt.

Das zeitgleich zur Neefestraße 83 begonnene Engagement für die Hainstraße 93, hatte in dieser Woche mit dem Eigentumsübertrag an einen Bauträger, Erfolg. Dieser plant mit dem Beginn des neuen Jahres erste rohbauseitige Arbeiten.



Neefestraße 83 gerettet/trotzdem Abriss

Wie mich Herr Mierbach heute informiert, hat ihm die Stadtverwaltung mitgeteilt, das von den Abbruchmitteln inzwischen nur noch 44.000 Euro vorhanden sind. Weiterhin wird nun seitens der Stadtverwaltung kommuniziert, dass ein Erwerber die durch die Neefestraße 83 an den beiden Nachbargebäuden entstandenen Schäden ausbessern muss. 
Herr Mierbach hat den Erwerb des Gebäudes heute abgesagt.


18.12.2011

Neefestraße 83, Stadtverwaltung stellt Mittel für Abbruch für möglichen Investor zur Verfügung

Die von der Stadtverwaltung Chemnitz für den Abbruch des Jugendstilbaudenkmales Neefestraße 83 vorgesehenen finanziellen Mittel werden nun auch zur Verwendung für bauliche Sicherungsmaßnahmen am Gebäude zur Verfügung gestellt. Infolge meiner Gespräche mit einem Teil der Stadtratsfraktionen engagierte sich Herr Brückom, SPD für den Erhalt des Gebäudes. Die Neefestraße 83 war danach Thema im Planungsausschuss, in dessen Folge sich Frau OB Ludwig für den Erhalt des Gebäudes aussprach. Bei einem Termin bei Frau Wesseler am Do konnte dies mit dem am Objekt interessierten Investor besprochen werden. Bei dem Gespräch, bei dem ich zugegen war, stellte der Investor sein Projekt, das vorsah, kurzfristig ein Schräggerüst zur Sicherung der Fassade am Objekt aufzustellen, die baulichen Sicherungsmaßnahmen bis März abzuschließen und die Sanierung des Gebäudes bis Dezember 2012 durchzuführen, vor. Leider haben sich inzwischen die finanziellen Parameter dahingehend verändert, dass die Stadtverwaltung für die Abbruchvorbereitung schon 10.000 Euro aufgewandt hat und es sich wegen des nahenden Winters erforderlich macht, ein Schräggerüst am Objekt aufzustellen. Somit stehen für die neu errechneten 150.000 Euro Kosten für die Sicherungsmaßnahmen jetzt 70.000 Euro von der Stadt + 20.000 Euro aus dem Budget des Denkmalamtes/2012 als mögliche Förderung zur Verfügung. Der Investor sagt aus diesem Grund ein Engagement an der Neefestraße 83 ab, auch weil er sich inzwischen in den vergangenen zwei Monaten bei anderen sanierungsbedürftigen Gebäuden in Chemnitz engagiert hat.
Frau Wesseler hat sich in der Folge sehr bemüht, eine Lösung für den Erhalt des Gebäudes zu finden. Die Stadtverwaltung hat geprüft, ob es möglich ist, die entstandene Differenz zur Verfügung zu stellen, dies aber aus verständlichen Gründen abgelehnt. Zudem sind Ausgaben über 80.000 Euro für die Abbrucharbeiten, welche eine höhere Bezuschussung rechtfertigen würden, nicht geplant.
Infolge der Diskussion um die Neefestraße 83 kam es zu einer öffentlichen Betrachtung der ca. 400 sich in einem schlechten baulichen Zustand befindlichen Gebäude in Chemnitz und an einer ganzheitlichen Kritik an deren Eigentümern. In der Regel werden diese Gebäude erworben, um sie zu sanieren. Derart unternehmerisches Engagement beinhaltet auch Risiken. Risiken und Chancen sind Bestandteil jeder unternehmerischen Tätigkeit. Warum ein Gebäude von einem Eigentümer nicht ausreichend unterhalten wird, kann verschiedenen Gründe haben. Nach meiner Erfahrung sind diese Gebäude meist Teil von Insolvenzverfahren. Das heißt, belastbare Eigentümer können hier nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden. Entweder fallen also diese Gebäude zusammen oder die Stadt Chemnitz muss, wenn von den Gebäuden eine Gefahr für den öffentlichen Raum ausgeht, in Ersatzvornahme handeln. Hier bietet sich aber auch eine Chance, denn die kritisierte Unternehmerschaft bietet derzeit Lösungen an und ansatzweise arbeitet die Stadtverwaltung nun mit Bauträgern zusammen. So haben u. a. schwierige Objekte wie die Gebäude an der Leipziger Straße Investoren gefunden. Ich selbst habe in den letzten 1,5 Jahren 22 verfallene historische Chemnitzer Gebäude an Investoren vermittelt. Jedes Gebäude war eine Herausforderung. Nach der Sanierung werden einst zum Abbruch vorgesehene Häuser, wie die Bergstraße 17a, der Thomas-Mann-Platz 4 und 5 oder die Gebäude an der Sebastian-Bach-Straße sehr zum Vorteil für Chemnitz wirken.
Im Gespräch am Donnerstag hat der Investor Frau Wesseler von seinen positiven Erfahrungen bei der Vermietbarkeit seiner ersten 5 in Chemnitz fertig gestellten Bauprojekte berichtet, und dass er sich auf Grund dessen weiter in Chemnitz engagieren wird. Ähnliches kann ich von anderen Investoren berichten. Nutzen wir diese Chance. Gerne unterstützen wir hier die Stadtverwaltung.

Ich bedanke mich bei allen, die sich in den vergangenen Monaten mit für den Erhalt der Neefestraße 83 engagiert haben und besonders dem Investor, der viel Zeit für das Vorhaben aufgewandt hat.



Die Stadtverwaltung plant das Gebäude ab 13.01.2012 abreißen zu lassen. Bis dahin können sich Kaufinteressenten bei der Stadtverwaltung melden.


03.12.2011

Anzeigen gegen die Sanierer der Bergstraße 17a

Der angestrebte Fertigstellungstermin am 6. Dezember für die bauliche Gebäudesicherung am bekannten Gründerzeiteckhaus Bergstraße 17a kann nicht eingehalten werden.
Wie der Bauträger mir heute mitteilte sind mehrere Anzeigen Chemnitzer Bürger, welche die Standfestigkeit des Gebäudes während der Sicherungsarbeiten anzweifeln und in Folge sich daraus ergebende Verzögerungen im Bauablauf Schuld daran. Der Bauträger zeigte sich heute enttäuscht über derart Reaktionen zu seinem Engagement am Chemnitzer Baudenkmal.
Bei dem neuen Eigentümer des Gebäudes Bergstraße 17a handelt es sich um einen überregional tätigen Bauträger, welcher lange Erfahrung in der Sanierung von historischer Bausubstanz hat. Alle Arbeiten am Gebäude werden von entsprechenden Fachleuten geplant und während der Ausführung überwacht.
Das Gebäude Bergstraße 17a war nach fast 20-jährigen Leerstand und einem Brandanschlag bei Sanierungsbeginn in einem derart schlechten Zustand, das sich die vollständige Entkernung des Gebäudes notwendig gemacht hat. Der erhöhte finanzielle Aufwand hierfür wird nur zum Teil von den von der Stadt Chemnitz bereit gestellten Fördermitteln gedeckt, so das der Bauträger einen Teil der erhöhten Sanierungskosten selbst trägt.
Das städtebaulich wichtige Eckgebäude am Eingang zur Bergstraße 17a sollte im März wegen Baufälligkeit von der Stadtverwaltung Chemnitz abgerissen werden. Der Bauträger, der erst seit einem Jahr in Chemnitz aktiv ist hat sich bereit erklärt, das schwierige Rekoprojekt durchzuführen. Die Bauarbeiten begannen noch im Frühjahr. Die Fertigstellung ist für 2012 geplant.


01.12.2011

Presseerklärung "Eigentum verpflichtet", Stadtratsfraktion "Die Linke" 

Sehr geehrter Herr Gintschel, Sehr geehrte Fraktion im Chemnitzer Stadtrat "Die Linke", 

die von Ihnen veröffentlichte Presserklärung zur Erhöhung der Mittel für Maßnahmen in Ersatzvornahme an Gebäuden durch die Stadtverwaltung Chemnitz enthält falsche Informationen und Schlussfolgerungen, welche ich gerne richtig stellen möchte. 

Zitat, Presseerklärung: "Die Linke", Fraktion im Stadtrat: 

"Eigentum verpflichtet 

In seiner Sitzung am 29. September 2011 hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss überplanmäßige Mittel in Höhe von 260 T€ zur Gefahrenabwehr an Gebäuden beschlossen. 
Notwendig wurde dieser Beschluss, weil die privaten Eigentümer ihren Pflichtaufgaben nicht nachkommen und von den Häusern eine Gefahr für das Leben von Bürgerinnen und Bürgern und die öffentliche Sicherheit ausgeht. 
Unter den neun Objekten befindet sich auch das Haus Neefestr. 83. Eigentümer ist die Wahl GmbH aus Bayern. Der gleiche Herr Wahl, der in Chemnitz reihenweise Häuser für 1 € kaufen wollte, um sie zu sanieren. Ansprechpartner für eventuelle Kaufinteressenten ist die Wahl GmbH. 
Die Stadt handelt nun im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht! 
Bankenrettungsschirm, Gausepohl und Wahl, dass Prinzip ist immer das Gleiche: die privaten Eigentümer entziehen sich ihrer Pflichten und die öffentliche Hand soll es richten. 

Hubert Gintschel 
Fraktionsvorsitzender" 

Das Gebäude Neefestraße 83, 09119 Chemnitz befindet sich nach langen Leerstand in einem schlechten baulichen Zustand. Dieser macht bauliche Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren, die in den öffentlichen Raum hineinwirken könnten, notwendig. 
Eigentümer des Gebäudes ist die sich in Liquidation befindliche Wahl+Partner GmbH. Da das Unternehmen ohne Masse ist, sind Sicherungsmaßnahmen durch das Unternehmen nicht möglich. Die Stadtverwaltung Chemnitz plant daher den Abbruch des Baudenkmales in Ersatzvornahme mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt. 
Es gab zwei Initiativen, dies zu verhindern. Im Jahr 2010 befand sich das Gebäude noch in der Insolvenzmasse der Wahl+Partner GmbH. Hier gab es Gespräche mit einem Investor, der das Gebäude erwerben wollte. Diese Initiative wurde unterbrochen, als die Stadtverwaltung Chemnitz, trotz der Kenntnis, dass bauliche Maßnahmen am Gebäude, finanziert aus der Insolvenzmasse der Wahl+Partner GmbH nicht möglich sind, den Insolvenzverwalter trotzdem mit Frist zur Sicherung des Gebäudes aufgefordert hatte und dieser, ob seiner Verantwortung den Gläubigern des insolventen Unternehmens gegenüber, das Gebäude aus der Insolvenzmasse frei geben musste. 
Eine zweite Initiative dieses Jahr brachte durch Engagement Chemnitzer Bürger einen Investor, der bereit war, das Gebäude zu übernehmen und in 2012 zu sanieren. Vorraussetzung wäre die Umwidmung der von der Stadtverwaltung Chemnitz für den Abbruch vorgesehenen finanziellen Mittel gewesen, um diese dem Investor für die kurzfristig notwendigen baulichen Sicherungsmaßnahmen am Gebäude vor dem Winter zur Verfügung stellen zu können. 
Die Vorteile wären der Erhalt des als Baudenkmal ausgewiesenen Jugendstilgebäudes gewesen, der geschlossene Erhalt der städtebaulich wichtigen Raumkante nach dem Industriemuseum, ein Investitionsvolumen von ca. 600.000 Euro für die Sanierung des Gebäudes, welche an Chemnitzer Handwerksunternehmen beauftragt worden wären, sowie die Ersparnis der Aufwendungen aus dem Haushalt für die Sicherung der Giebel der beiden Nachbarhäuser. Der interessierte Investor ist seit langem erfolgreich in der Altbausanierung tätig und den Chemnitzer Baubehörden bekannt. Er hat sein Projekt persönlich im Chemnitzer Baugenehmigungsamt vorgestellt. 
Die Umwidmung der Abbruchmittel wurde von der Verwaltungsspitze der Stadt Chemnitz mit der Begründung, das Gebäude stehe nicht im Sanierungsgebiet, abgelehnt. 

Einen Zusammenhang zwischen den geplanten und diskutierten Maßnahmen an der Neefestraße 83 zum Bankenrettungsschirm (Finanzmarktstabilisierungsfond) sowie zur Situation der Firma Gausepohl gibt es nicht. 
Die Firma Wahl+Partner GmbH hat bis zu ihrer Insolvenz 2009, 19 historische Gebäude in Chemnitz saniert. 
Die Firma Wahl+Partner GmbH / - i. L. ist kein privater Eigentümer. 
Die Firma Wahl+Partner GmbH / - i. L. hat ihren Sitz in Baden-Württemberg. 
Nach meiner Kenntnis, erwerben die pauschal angesprochenen Eigentümer, leer stehende historische Gebäude in Chemnitz, um diese zu sanieren. Derart Vorhaben enthalten ein unternehmerisches Risiko. 
Wir haben der Stadtverwaltung Chemnitz unsere Hilfe beim Erhalt von verfallenden historischen Gebäuden angeboten. 

Sehr geehrte Fraktion im Chemnitzer Stadtrat "Die Linke", die Stadtverwaltung Chemnitz plant den Abbruch des Baudenkmales Neefestraße 83 für Mitte Dezember. Ggf. finden Sie als Mitglied im Verwaltungs- und Finanzausschuss aus den genannten Gründen zu einem Engagement für den Erhalt des Gebäudes. 

Mit freundlichen Grüßen 

Sandro Schmalfuß


04.11.2011

Neefestraße 83 - Abbruch in Ersatzvornahme offenbar teurer als Umwidmung der Abbruchmittel für bauliche Sicherung

offener Brief an Bürgermeister Berthold Brehm

Sehr geehrter Herr Brehm,

wie ich informiert wurde, haben Sie gegen die Umwidmung der Mittel für den Abbruch des Baudenkmales Neefestraße 83, 09119 Chemnitz entschieden.
Ein Bauträger hat sich bereit erklärt das Gebäude zu kaufen und zu sanieren wenn ihm die von der Stadtverwaltung eingeplanten Mittel für den Abbruch des Gebäudes, für kurzfristige Sicherungsmaßnahmen und den erhöhten Sanierungsaufwand zur Verfügung gestellt werden. Dieses Vorgehen würde die Fördermittel ersetzen, die hier nicht ausgegeben werden, weil das Gebäude nicht im Sanierungsgebiet steht. Bei einem Gesprächstermin im Baugenehmigungsamt wurde der Investor informiert, das für den Abbruch 80.000 Euro vorgesehen sind. Nach meinen Informationen deckt diese Summe nur den Abbruch des Gebäudes und die Beräumung der Abbruchmasse nicht aber die anschließend notwendigen Sicherungen der beiden Giebel der Nachbarhäuser. Diese sind mit der Neefestraße 83 verbunden.
Die Abbruchvariante kommt somit teurer als die Variante, dem Bauträger die besprochenen 80.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Derzeit wird im Rahmen des Chemnitzer Sparprogramms an vielen Stellen gekürzt. Es wir der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln sein warum Sie die günstigere Möglichkeit nicht genutzt haben. Zudem geht ein städtebaulich wichtiges, als Baudenkmal ausgewiesenes Gebäude verloren. Die Sanierung des Hauses hätte ein Auftragsvolumen von ca. 600.000 Euro, welches an Chemnitzer Unternehmen beauftragt würde.
Ich bitte Sie Ihre Entscheidung noch einmal zu prüfen.
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sandro Schmalfuß

 
17.10.2011

Neefestraße 83, Abbruch des Baudenkmales in Ersatzvornahme durch die Stadtverwaltung,
Oberbürgermeisterin Ludwig schickt Investor weg
Finanzausschuss der Stadt Chemnitz bewilligt Mittel für Maßnahmen in Ersatzvornahme an Gebäuden nur für Abbrüche

Die Stadtverwaltung Chemnitz plant den Abbruch des Baudenkmales Neefestraße 83, 09119 Chemnitz in Ersatzvornahme wegen Baufälligkeit. Das Gebäude Neefestraße 83 steht in einer geschlossenen Häuserreihe und ist Teil einer städtebaulich prägenden Raumkante nach dem Industriemuseum. Die Stadtverwaltung wurde von mir seit Sommer diesen Jahres mehrfach informiert, das es einen Investor für das Gebäude gibt.
Über die Printmedien "Freie Presse", "Chemnitzer Morgenpost" und im Amtsblatt kommunizierte die Stadtverwaltung Chemnitz nachfolgend trotzdem, das Haus müsse abgerissen werden. In dem Zusammenhang und wegen der Abbrüche mehrerer anderer Gebäude in Chemnitz, mache sich eine Aufstockung der Mittel für Abbrüche in Ersatzvornahme für 2011 notwendig. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss entschied dem Antrag des Baudezernates dazu am 29.09.2011 positiv.
Am 05. Oktober 2011 informierte ich Oberbürgermeisterin Ludwig in einem Schreiben, dass ein Bauträger sich bereit erklärt hat, das Haus zu kaufen, kurzfristig baulich zu sichern und zu sanieren. Der Eigentümer des Gebäudes sei zum Verkauf bereit. Ich beschrieb weiter, dass der Bauträger in 2011 mehrere Rekoprojekte in Chemnitz erfolgreich abgeschlossen hat und dieser den zuständigen Baubehörden als verlässlich bekannt ist. Analog zum Vorgehen an der Bergstraße 17a, setzt der Bauträger voraus, dass er die von der Stadtverwaltung eingeplanten Mittel für den Abbruch des Gebäudes für die kurzfristig notwendigen baulichen Sicherungsmaßnahmen erhält. Die Neefestraße ist nicht als Sanierungsgebiet ausgewiesen, deshalb ist eine Beantragung von Fördermitteln aus dem Stadtumbauprogramm nicht möglich.
Schon am 06. Oktober kontaktierte mich das Baugenehmigungsamt und es wurde ein Termin mit der Amtsleitung und dem Bauträger besprochen, der am 07. Oktober 11:00 Uhr statt fand. Besprochen wurden u. a. die vom Bauträger beizubringenden Unterlagen und die kurzfristige Prüfung, ob die Abbruchmittel im Haushalt der Stadt für die bauliche Sicherung des Gebäudes ausgegeben werden können. Noch am Nachmittag (Freitag) kam der Statiker des Bauträgers aus Dresden und begutachtete das Gebäude um die notwenigen Arbeiten und deren Kosten aufzustellen. Zur selben Zeit fertigte der Notar den Vertragsentwurf für den Verkauf des Gebäudes an. Die Begutachtung des Gebäudes ergab eine notwendige Investition für die Sicherungsmaßnahmen in Höhe von 132.000 Euro. Diese sollten aus den von der Stadtverwaltung für den Abbruch vorgesehenen 80.000 Euro aufgebracht werden. Die Untere Denkmalschutzbehörde wollte aus ihrem Budget für 2012, 20.000 Euro bereit stellen. Den Rest hätte der Investor aus eigenen Mittel aufgebracht. Die Sanierung des Gebäudes wäre bis 2013 erfolgt. Die Kostenaufstellung, den Notarvertrag und eine Absichtserklärung des Eigentümers zum Verkauf des Gebäudes übergaben wir am Freitag und am Dienstag dem Baugenehmigungsamt. Alle involvierten Amtsleiter, Architekten mit langer Berufserfahrung, sprachen sich für den Erhalt des Gebäudes aus und zeigten sich sehr engagiert. Notwendige Unterlagen wurden uns kurzfristig zur Verfügung gestellt.
Am Mittwoch, 12. Oktober wurde uns mitgeteilt, Frau Ludwig und Frau Wesseler haben gegen die Verwendung der Abbruchmittel für die Gebäudesicherung entschieden.

Das Baudenkmal wird zerstört, die geschlossene Häuserreihe nach dem Industriemuseum wird aufgebrochen, 600.000 Euro Sanierungskosten werden nicht an Chemnitzer Unternehmen beauftragt.

Vielleicht finden alle angesprochenen Fraktionen des Chemnitzer Stadtrates doch kurzfristig zu einem Engagement für eine sinnvolle Lösung. Es ist in keinem Chemnitzers Interesse, dass mit Steuergeldern ein Baudenkmal abgerissen wird, das hätte erhalten werden können, ein Investor weg geschickt wird, der in Vorleistung gegangen ist und Investitionen verhindert werden, welche Chemnitzer Firmen zu Gute kämen. Das ist absurd.
Wir schätzen, das 80.000 Euro für den Abbruch des Mehrfamilienhauses und die Sicherung der beiden Giebel der Nachbarhäuser nicht ausreichen.

Das Baudezernat plant den Abbruch der Neefestraße 83 für Ende Oktober.
Gerne würden wir uns für das Haus engagieren.







06.10.2011

Chemnitz - komplette Sebastian-Bach-Straße gerettet

Für den bekannten nur aus Ruinen bestehenden Chemnitzer Straßenzug konnten Investoren gefunden werden. Die historischen Gebäude werden saniert bzw. vorerst baulich gesichert. Nach über einjähriger Anstrengung konnte dieses Ergebnis erreicht werden.
Die Gebäude waren bereits aufgegeben. Wegen des schlechten baulichen Zustandes der Häuser u. a. resultierend aus dem Brandanschlag auf die Nummern 2 und 4, welcher vor einigen Jahren erhebliche Schäden anrichtete, war der Denkmalstatus der um 1900 erbauten Gebäude bereits gelöscht worden.
Das Vorhaben, die Straße geschlossen zu erhalten, gestaltete sich lange als schwierig. Belastungen der Grundbücher machten den Verkauf der Gebäude zuerst unmöglich. So musste wegen des schlechten Zustandes der Häuser zuerst eine bauliche Sicherung angestrebt werden. Nachdem alle Eigentümer der Gebäude mir ihr Vertrauen aussprachen, konnte ich, mit dem Ziel die gesamte Straße zu erhalten, mit Investoren sprechen. Diese beriet ich über die Möglichkeiten der staatlichen Förderung von baulichen Sicherungsmaßnahmen. Der langwierige Prozess der Beantragung der Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm für drei der Gebäude konnte nach erfolgreicher Investorensuche zum Jahreswechsel angegangen werden und führte 8 Monate später mit den Bewilligungsbescheiden zum Erfolg. Während der Zeit der Bearbeitung der Anträge brachen bei zwei der Häuser die Dachstühle und die obersten Geschosse ein. Folgende Maßnahmen sind geplant:
Die Sebastian-Bach-Straße 2 und 4 werden in Vorbereitung des Verkaufs ab Jahresende aufwendig baulich gesichert. So ist der Neuaufbau der Dachstühle vorgesehen. Die Gebäude Nr. 6 und 12 haben neue Eigentümer. An der Sebastian-Bach-Straße Nummer 6 beginnen noch in 2011 erste rohbauseitige Sanierungsarbeiten. Die Nr. 12 wird in Vorbereitung der Sanierung beräumt. Die ruinösen Gebäude in den Hinterhöfen der Mehrfamilienhäuser werden noch in diesem Jahr abgebrochen. Dort ist vorgesehen im Zuge der Sanierungen einen Freizeitbereich und Stellplätze für die Mieter anzulegen. Das Gebäude Nr. 10 konnte schon im letzten Jahr durch dessen Zwangsverwaltung baulich gesichert werden und ist vor kurzen verkauft worden.
Im Zuge der Rekonstruktion der Gebäude macht sich eine Sanierung der Fahrbahndecke und des Fußweges der Sebastian-Bach-Straße erforderlich.

Für die vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit, welche diesen Erfolg möglich machte, bedanke ich mich bei den Eigentümern der Gebäude, bei der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung mbh und bei den beteiligten Ämtern der Stadtverwaltung Chemnitz. Mein besonderer Dank gilt dem Investor, der bereit ist, sich hier für Chemnitz zu engagieren und dem Zwangsverwalter, der den schwierigen rechtlichen Hintergrund der Gebäude auflöste und meine langwierigen Verkaufsbemühungen unterstützte.

Sachsen Fernsehen, 06.10.2011
Kompletter Straßenzug wird saniert






20.09.2011

Chemnitz, weiteres Gründerzeit-Eckgebäude gerettet

Nach der Bergstraße 17a konnte für ein weiteres städtebaulich wichtiges Chemnitzer Gründerzeitgebäude ein Investor gefunden werden. Das um 1900 errichtete Gebäude an der Bernhard-/ Ecke Kreherstraße wird in den kommenden Monaten denkmalgerecht rekonstruiert. Ich danke dem Eigentümer und dem Investor für das mir entgegen gebrachte Vertrauen und den damit möglich gewordenen Erfolg.
Die Sanierung des Eckgebäudes ist ein weiterer Baustein bei der Rekonstruktion des historischen Viertels um die Gablenzer Andreaskirche. Die in der Aufnahme zu sehende, mit einem Maschendrahtzaun eingefriedete Lücke, entstand durch den Abbruch eines Hauses durch ein Chemnitzer Wohnungsunternehmen. Es ist die einzigste Abbruchlücke in der sonst durchgängig sanierten Kreherstraße. Ein späterer Versuch des Unternehmens die Lücke mit einem zweigeschossigen Wohnhaus neu zu bebauen konnte nicht erfolgreich umgesetzt werden.




10.09.2011

Neues Leben in aufgegebenen Straßen - 1. Straßentheaterfest lud in das Sonnenbergviertel ein

Beitrag Sachsen Fernsehen 10.09.2011, Kunterbunder Sonnenberg

Chemnitzer Denkmalschützer und Investoren machten möglich, dass die Straßenzüge, zwischen dem das schöne Straßenfest statt fand, überhaupt noch vorhanden sind.

Noch bis vor wenigen Jahren plante ein Chemnitzer Wohnungsunternehmen, seinen umfangreichen Bestand an historischen Gebäuden, u. a. in der Körner- und Pestalozzistraße abreißen zu lassen. In Vorbereitung hierfür wurden die Gebäude leer gezogen (Quelle: ARD Monitor "Chemnitzer Altbauten: Wie eine Stadt mit Fördermitteln zugrunde gerichtet wird") und die Zuleitungen für Gas, Wasser und Elektrik zu den Gebäuden entfernt. U. a. musste ich bei der Investorensuche für Gebäude in der Körner- und Pestalozzistraße die Erfahrung machen, dass Kaufinteressenten für sich ehemals im Eigentum dieses Wohnungsunternehmens befindliche Gebäude, mit der Tatsache konfrontiert waren, bis zu 5000 Euro zusätzlich pro Haus für die Wiederherstellung der Medienanschlüsse ausgeben zu müssen. Mit Hilfe zweier engagierter Investoren, die das auf sich nahmen war es möglich, frühzeitig zwei Gebäude mitten in den Häuserzeilen in der Körner- und der Pestalozzistraße zu verkaufen und die Abrisspläne für die beiden Straßenseiten damit unmöglich zu machen.
Inzwischen haben weitere Gebäude in den beiden Straßen neue Eigentümer gefunden, so dass mit den geplanten Sanierungen aus der Körner- und Pestalozzistraße in wenigen Jahren wieder lebendige und schöne Straßen werden.
Derzeit sind die Folgen der Politik des Wohnungsunternehmens noch am Verfall und am Leerstand der Gebäude dort zu erkennen.



Blick in die Pestalozzistraße. Die Straßenseite war zum Abriss vorbereitet.



Das Stadtoberhaupt während deren Amtszeit im Rahmen des Stadtumbaus ganze historische Straßezüge (Elisenstraße, Mühlenstraße, Palmstraße, Hans-Sachs-Straße) abgerissen worden, präsentierte sich dieses Wochenende vor einem von mir an einen Investor vermittelten Gründerzeithaus.



Zur Erinnerung an die Ereignisse um den Stadtumbau in Chemnitz, bei dem ca. 200 Chemnitzer Baudenkmäler verloren gingen, hängt in der Straßengalerie Zietenstraße ein Gemälde, das den Abbruch an der Palmstraße im November 2009 darstellt.


01.09.2011

Chemnitz - ehemalige Aktienspinnerei erhält historische Fassade zurück

Im Rahmen des geplanten Umbaus der ehemaligen Chemnitzer Aktienspinnerei zur Universitätsbibliothek, ist eine Rekonstruktion der historischen Fassaden des Gebäudes geplant, so der Finanzminister des Freistaates Sachsen, Prof. Georg Unland im Interview mit Sachsen Fernsehen.
So plant der Freistaat das im 2. Weltkrieg verloren gegangene historische Äußere des Gebäudes zurück zu entwickeln, Zitat Prof. Unland "das heißt, die Aktienspinnerei in die äußere Architektur, wie es früher einmal aussah zurück zu wandeln".
Damit erhält Chemnitz das erste große Rekonstruktionsprojekt in der Innenstadt seit 1990. Der bisher veröffentlichte Entwurf der ein Glasgeschoss auf dem Gebäude zeigt, wird vom Freistaat als Bauherren offenbar nicht bevorzugt.
Die 1857 gegründete Chemnitzer Aktienspinnerei war ehemals eines der bedeutendsten Unternehmen Deutschlands in der Garnproduktion. Das zur Gründungszeit erbaute Gebäude am späteren Schillerplatz wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört und danach vereinfacht wieder aufgebaut.

Sachsen Fernsehen, 1. September 2011, Pläne für Aktienspinnerei werden konkreter





historische Aktienspinnerei Chemnitz, Ansicht um 1900 und heute, Fotografie: Andreas Praefcke


31.08.2011

Mehr Gebäude wagen

Die städtebauliche Situation an der Kreuzung Bahnhofstraße/Brückenstraße ist eine der schwierigsten in der Chemnitzer Innenstadt. Die Straßen sind zu breit, es gibt kaum Gebäude die dort einen städtebaulichen Rahmen bilden. Das wichtigste Gebäude am Platz, das ehemalige Kaufhaus Schocken wirkt verloren in dieser aufgelösten städtebaulichen Situation.
Der Rahmenbebauungsplan für die Chemnitzer Innenstadt sieht dort lediglich eine Neubebauung des Bereichs zwischen Kaufhaus Schocken und Johannisplatz vor. Als erste Veränderung im Zuge des Umbaus des Kaufhauses Schocken zum Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte, ist die Umgestaltung des Platzes vor dem Gebäude vorgesehen. Im Artikel der Freien Presse "Stadträte räumen den Weg frei für den neuen Schocken-Platz" ist der gelungene Entwurf dazu veröffentlicht. Der Entwurf verzichtet auf die vielen Abgrenzungen zwischen Straßenbahn und Gehweg, die einem beim Überqueren der Brückenstraße leicht zum Hindernis werden. Zudem kragt der Platz nun optisch weiter in den Kreuzungsbereich hinein und löst dessen unwirkliches Erscheinungsbild etwas auf. Die im Entwurf zu sehende Fassade einer zukünftigen Bebauung neben dem Kaufhaus Schocken im neuklassizistischen Stil, zudem in der Traufhöhe des Kaufhauses ist ein schöner Traum, der hoffentlich einmal Wirklichkeit wird.
Es ist die Aufgabe der Stadtplaner auch für die Brache gegenüber zwischen Johanniskirche und Augustusburger Straße ein Konzept zu entwickeln. Es wäre eine Chance für die Chemnitzer Innenstadt dort, das Möbelhaus, welches in Chemnitz bauen wollte zu errichten. Ein Architekturwettbewerb könnte den Entwurf für dessen Fassade bringen. Auch eine Abfärbung der Fassade der Johanniskirche, könnte diesen Teil der Innenstadt aufwerten. Ideen die nichts unmögliches Verlangen und der Tristesse die sich dem Auge dort heute bietet ein Ende bereitet.




15.08.2011

Chemnitz erhält Schmuckstück zurück

Wer vor einigen Jahren vom Bahnhofsvorplatz Richtung Dresdner Straße zur Villa Merkel schaute, sah in deren Dach ein Loch immer größer werden. Da die Villa des Dampfmaschinenfabrikanten Merkel keine Haustüre mehr hatte, war auch ein neugieriger Blick in das 1864 errichtete Gebäude möglich. Deckendurchbrüche über alle Geschosse, zerschlagene oder fehlende Fenster, ein zur Zeit des Höhepunktes des Chemnitzer Stadtumbauprozesses unsinniger Gedanke, hier noch auf Rettung zu hoffen. So war ich damals mehr als einmal im Haus um mir das trotz allen Verfalls, interessante Innere der neuklassizistischen Villa anzuschauen.



Die Villa Merkel 2007

Im Erdgeschoss begrüsten einem Müll. Ging man den Gang nach hinten, kam man an den Hinterausgang über den der umbaute, zugewachsene Hof zu betreten war. Neben dem Hinterausgang öffnete sich das Treppenhaus des ca. 1890 entstandenen Anbaus. Eine zweites Treppenhaus, das Haupttreppenhaus, sehr schön proportioniert aufgebaut, verschaffte Zugang zum ersten Obergeschoss der Villa. Hier hatten sich die historischen Innenräume erhalten. Verzierte Zargen, deren alte Kassettentüren an die Fenster genagelt waren, halfen sich die einst geschmackvolle Einrichtung der Herren Merkel oder später Wiede vorzustellen. Die Böden und Decken waren allerdings durchgebrochen.





Innenansichten 2007

Die Rettung für die Villa kam mit einem neu aufgelegten Fördermittelprogramm für den Erhalt eben solcher architektonisch und stadthistorisch wichtiger Gebäude wie die Villa Merkel in Chemnitz. Mit diesen Mitteln wurde das Gebäude entkernt und im Inneren neu aufgebaut. Der komplette Dachstuhl wurde rekonstruiert. Das historische Treppenhaus blieb erhalten. Außen wurde die Villa von Anbauten befreit.
Und nun können wir uns auf ein lang vermisstes Schmuckstück im Chemnitzer Stadtbild freuen, der Eigentümer, Herr Mierbach wird das Gebäude mit eigenen Mitteln fertig sanieren. Das Gebäude erhält die schöne klassizistische Fassade zurück. Zur Zeit gibt es für die Villa noch keine Nutzung aber ich bin mir sicher, diese wird sich nach der Sanierung schnell finden.



Die historische Fassade der Villa

Das Unternehmen Mierbach hat sich in den vielen Jahren seiner Tätigkeit, in Chemnitz an vielen Stellen engagiert. So bei der Sanierung von Wohnhäusern in Chemnitz-Harthau, bei dem Umbau des Chemnitzer Gesundheitsamtes in der Innenstadt und jüngst bei der Rekonstruktion des ehemaligen Rathauses in Chemnitz-Reichenbrand und bei dem von mir verkauften historischen Wohnhaus an der Klarastraße in Chemnitz-Hilbersdorf. Das Unternehmen plant mit dem Neubau der "Ratsapotheke" in der Chemnitzer Innenstadt bereits das nächste Engagement.



Das Wohnhaus Klarastraße 7 vor der Sanierung


15.08.2011

Ehemaliges Rathaus Reichenbrand saniert

Gastbeitrag Gert Rehn, Vorsitzender Heimatverein Reichenbrand e. V.

Der Heimatverein Reichenbrand e. V. und viele Bürger  des Ortsteiles sind erfreut, dass die Firma Mierbach ein wichtiges, vom Verfall bedrohtes Gebäude in Reichenbrand vorbildlich restauriert und für Wohnungen umgebaut hat.
Es ist die ehemalige 4. Schule (eingeweiht 1877), die ab 1913 bis 1922 Rathaus von Reichenbrand war. Danach war sie ein Verwaltungsgebäude der Stadt Siegmar und nach 1945 als Kindergarten und Hort genutzt.
Es ist ein Wahrzeichen des Ortsteiles gemeinsam mit der Johanneskirche und dem Schulbau von 1912. Möge bald neues Leben dort einziehen.



Das ehemalige Rathaus Reichenbrand, fertig saniert. Fotografie: Gert Rehn



14.07.2011

Rettung der Bergstraße 17a zum Vorbild für den Umgang mit anderen schwierigen Baudenkmälern machen

Die Bergstraße 17a sollte abgerissen werden. Das bestätigten mir die Eigentümer in mehreren Telefonaten. Der Widerspruch gegen den Abbruch des Gebäudes in Ersatzvornahme wurde von entsprechender Behörde abgelehnt.
Der Abriss der Bergstraße 17a wäre die Fortsetzung des Statdtumbaus gewesen, wie wir ihn seit Mitte der 2000er Jahre in Chemnitz erlebt haben. Abriss ohne Rücksicht auf das städtebauliche Ergebnis.
Doch für das Gebäude  hat sich ein erfahrener Bauträger gefunden, der es sanieren möchte. Kommt es so, wird Chemnitz am Ergebnis lange Freude haben, auch wenn der Verlust anderer abgerissener Gebäude an der Bergstraße, bei denen, die das bewusst wahrgenommen haben, immer in Erinnerung bleiben wird. Der Weg zur Rettung der Bergstraße 17a sollte Vorbild für den Umgang mit anderen schwierigen Baudenkmälern sein. Es gibt Investoren, die Konzepte entwickelt haben, die es möglich machen, solche Gebäude betriebswirtschaftlich sinnvoll zu sanieren. Diese müssen angesprochen werden. Dazu sollten die entsprechenden Kompetenzen in der Stadt genutzt werden. Das alleine reicht aber nicht aus. Von Seiten der Behörden muss zugearbeitet werden. Im Falle der Bergstraße 17a war das die Klärung des Umgangs mit den bei der Stadt aufgelaufenen Verbindlichkeiten für das Gebäude, sowie die Bereitstellung von Fördermitteln für einen erhöten Sanierungsaufwand und für Sicherungsarbeiten. Nach entsprechender Koordination hat das im Fall der Bergstraße 17a dann auch sehr schön funktioniert.
An der Leipziger Straße stehen weitere Brandruinen und die oft diskutierte sanierungsbedürftige Häuserzeile am Leipziger Platz. Nutzen wir doch die gewonnen Erfahrungen und Kontakte um auch diese Gebäude zu erhalten.


5. Juli 2011


Ja zum neuen Chemnitzer Fußballstadion

Auch wer kein Freund des Fußballsports ist, wird wissen, das Fußball der wichtigste Breitensport in Deutschland ist. Dieser Sport ist auch für sehr viele Menschen identitätsstiftend und somit inzwischen ein wichtiger Bestanteil des kulturellen Lebens im Land. Viele Großstädte in Deutschland profitieren vom Image ihrer Fußballvereine. Die Großen Fußballstadien sind Deutschlandweit bekannt. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin und der CFC haben, wie ich meine mit ihrem Vorstoß ein neues Fußballstadion in Chemnitz zu bauen, richtig gehandelt. Die Idee der Finnanzierung dieses Projektes ist nachvollziehbar und wahrscheinlich auch die einzigste Möglichkeit den Stadionneubau umzusetzen. Richtig ist, Chemnitz hat Sanierungsbedarf bei Kitas und Schulen, der Vereinssport bräuchte mehr finanzielle Förderung und der mögliche Bauträger hat beim Stadtumbau nach meiner Meinung massive Fehler begangen. Aber hier darf man nicht eines mit dem anderen Aufwiegen. Ein neues Fußballstadion und damit die Möglichkeit eines höherklassigen Chemnitzer Fußballvereines würden sehr positiv für Chemnitz wirken. Das ist ein weicher Standortfaktor der auch dazu beitragen kann, dass sich Unternehmen in Chemnitz engagieren. Der Bau eines neuen zeitgemäßen Fußballstadions in Chemnitz ist eine Entwicklung die sich jetzt einfach notwendig macht und welche eigentlich schon längst überfällig war. Es sollten Lösungen gefunden werden, den Stadionneubau in einem angemessenen Zeitraum umzusetzen. Sonst steht Chemnitz einmal mehr anderen Großstädten nach.


12. Juni 2011

Chemnitz, Baudenkmal "Eugen-Esche-Stiftung" - Abriss geplant

Für das bekannte Chemnitzer Baudenkmal "Eugen-Esche-Stiftung" an der Forststraße 24 - 30 ist der Abriss zu gunsten eines Parkplatzes geplant.
Der historische Gebäudekomplex wurde von der Stadt Chemnitz an einen Chemnitzer Fußballverein verpachtet.  Dieser möchte den denkmalgeschützten Komplex im Rahmen der geplanten Erneuerung des sich gegenüber befindlichen Fußballstadions abreisen. Auf der frei werdenden Fläche sollen Parkplätze für die Besucher des Fußballstadions entstehen. Im Frühjahr habe ich im Auftrag eines Investors den Ankauf des Baudenkmales angefragt und diese Information erhalten.
Über die geplante Erweiterung des Fußballstadions wurde mehrfach in der Presse berichtet. Aus diesen Presseberichten ging hervor, das die Stadt Chemnitz und das Land Sachsen nicht planen sich finanziell an der Erneuerung des Stadions zu beteiligen.
An einer Zufahrt zum Fußballstadion nur wenige Meter vom historischen Gebäudekomplex entfernt, befindet sich zudem ein großes freies Grundstück.



Historische Ansicht der Esche-Stiftung, Foto: Sammlung Bergmann

Der historische Gebäudekomplex wurde um 1900 als Wohnraumstiftung für Arbeiter in der Architektur des "Heimatstils" errichtet. Stifter war der Landtagsabgeordnete und Kommerzienrat Otto Moritz Eugen Esche aus der Industriellenfamilie Esche welche mit der "Villa Esche" und dem Fabrikgebäude an der Goethestraße eindrucksvolle bauliche Zeugnisse in Chemnitz hinterlassen haben.
Der Abriss der Eugen Esche Stiftung wäre ein schmerzlicher Verlust in der Denkmallandschaft der Stadt Chemnitz sowie ein Lückenriss im Denkmalensemble der erhaltenen Eschebauten in der Stadt.

Chemnitzer Morgenpost, 15. Juni 2011
"Baudenkmal soll für Parkplätze zerballert werden"


26. Mai 2011

Historische Hartmannhalle offenbar Opfer von Spekulanten

Wie Sachsenfernsehen heute berichtet plant der neue Eigentümer der historischen Hartmannhalle diese nun doch nicht zu einer Erlebnisgastronomie umzubauen. Die vom Eigentümer in der Presse kommunizierten geplanten 1 Mio. Euro Sanierungsaufwendungen ließen Beobachter in den vergangen Tagen am Projekt zweifeln, da dieser Betrag für die Sanierung der Hartmannhalle nicht ausreicht.
Die vom neuen Eigentümer nun angeführte Begründung, warum das Projekt nicht zur Ausführung kommt und die nun geplante Nutzung lassen die Vermutung offen, das die Hartmannhalle für einen späteren Verkauf vorgehalten werden soll. Das Objekt ist bei der Auktion sehr günstig verkauft worden. Es gab mehrere Interessenten.
Wichtige historische Gebäude in Chemnitz sollten nicht über Auktionen an Unbekannt versteigert werden.

Bericht SachsenFernsehen 26.05.2011


26. Mai 2011

Chemnitz, Entwicklung zur angeblichen Rentnerstadt findet nicht statt

Chemnitz erwartet im 2. Jahr Bevölkerungszuwachs wo Statistiker Rückgang prognostizierten.

Europas angebliche Seniorenmetropole wird zur Kinderstube. Die Geburtenzahlen in Chemnitz klettern wieder, Kitas platzen aus allen Nähten. Die Stadt rüstet jetzt auf.

Bericht Sächsische Zeitung 26.05.2011


23. Mai 2011

Erste Arbeiten an historischer Hartmannhalle

An der historischen Hartmannhalle (Baujahr ca. 1865) an der Fabrikstraße, welche vor kurzen auf einer Auktion einen neuen Eigentümer fand, beginnen in diesen Tagen erste Arbeiten. Wie der Presse zu entnehmen war, plant der neue Eigentümer in der rekonstruierten Halle eine Erlebnisgastronomie einzurichten.
Mit Hinblick auf diese erfreuliche Zukunft für das Objekt ist der Verlust der angrenzenden historischen Bebauung welche in den letzten Jahren Stück für Stück abgerissen wurde, bedauerlich.
So verschwand mit der Hartmanstraße 21 das letzte erhaltene Chemnitzer Altstadtgebäude (Baujahr ca. 1850) und mit der Hartmannstraße 16 der erhaltene Teil des einst um 1900 städtebaulich attraktiv ausgebildeten Eingangs zur Chemnitzer Altstadt.
Erfreulich sind die seit einigen Jahren zu beobachtenden Sanierungsarbeiten an der Villa Schwalbe (Baujahr ca. 1853). Bei dem Gebäude handelt es sich um Chemnitz erste Villa.



Hartmannstraße 21, Foto Uwe Kaufmann 2001



Hartmannstraße 16


22.Mai 2011

Spekulation mit ältesten Chemnitzer Baudenkmälern

Nach dem Verlust der ältesten Chemnitzer Kattundruckmanufaktur 2009 in Folge unterlassener Sicherungsmaßnahmen vor allen aber wegen einer unrealistischen Kaufpreisforderung, stehen derzeit weitere historische Gebäude, die zum ältesten Denkmalbestand der Stadt Chemnitz gehören vor dem aus. Eigentümer ist wie bei der Kattundruckmanufaktur ein Chemnitzer Wohnungsunternehmen.



Die Altchemnitzer Wasserstraße zeigt ein in Chemnitz einmaliges Bild einer seit dem frühen 19. Jh. fast unveränderten Straße. Fachwerkhäuser, entstanden um 1830 bilden die Bebauung des Straßenzuges nahe dem Chemnitzer Stadtpark. Alle Eigentümer dieser Gebäude bemühen sich um deren Erhalt. Einziges verfallendes Gebäude ist  das schöne Fachwerkgebäude Wasserstraße 12. Dieses wird derzeit zu einem nach allen Maßstäben des Chemnitzer Immobilienmarktes unrealistischen Preis angeboten. Das Gebäude, Sanierungsstand 1920 soll 45.000 Euro kosten. Dieser Preis verhindert, das sich ein Interessent findet, der dieses Fachwerkhaus kauft. Dem Anschein nach wird auch nichts zur baulichen Sicherung des Gebäudes getan. Das ist das gleiche Handeln des Eigentümers der schon zum Verlust der Kattundruckmanufaktur und des letzten Chemnitzer Spinnmeisterhauses führte.



Die einzige erhaltene Chemnitzer Fabrikschule von 1836, ein sozialgeschichtliches wichtiges Denkmal, wurde von diesem Eigentümer, nach dem der Abriss nach langem Gerichtsstreit  nicht genehmigt wurde, für 1000 Euro über eine Auktion an unbekannt verkauft. Käufer waren Spekulanten aus Dresden die dieses Gebäude nun seit 2 Jahren für 19.000 Euro zum Kauf anbieten. Das ist ohne jede Chance. Die Bemühungen um den Erhalt dieses Gebäudes gestallten sich nun noch schwieriger als sie es eh schon waren.

Das sind zwei Beispiele für das verantwortungslose Handeln eines Chemnitzer Wohnungsunternehmens in Bezug auf historische Gebäude in Chemnitz. Dieses Unternehmen steht unter der Aufsicht der Stadt Chemnitz.



Der Zustand der ältesten erhaltenen Chemnitzer Kattundruckmanufaktur 2011.



Das letzte erhaltene Spinnmeisterhaus in Chemnitz aus dem Ensemble der ersten sächsischen Fabrik im entstandenem Zustand 2007 kurz vor dem Abbruch. Aktuell entsteht auf dem Grundstück ein Eigenheim


13. Mai 2011

Historischer Gasthof "Silbersaal" in Bernsdorf wird baulich gesichert




Der einst bekannte Gasthof "Silbersaal" in Chemnitz-Bernsdorf wird nach jahrelangem Verfall weiter baulich gesichert. Der historische Gebäudekomplex mit Ballsaal soll so für eine spätere Sanierung vorgehalten werden. Die Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung von Gastronomieprojekten steht einer Rekonstruktion und Neueröffnung des Silbersaales derzeit noch im Wege.


04.04.2011

Hößlersche Spinnmühle verkauft

SachsenFernsehen berichtet


04.04.2011

Hößlersche Spinnmühle verkauft

Die bekannte Hößlerche Spinnmühle in Chemnitz-Kleinolbersdorf-Altenhain wurde verkauft. Das Gebäude soll saniert und als Bürohaus genutzt werden. Die historische Spinnmühle wurde 1837 vom Baumeister Christian Friedrich Uhlig errichtet. Das ursprünglich als Baumwollmaschinenspinnerei und später als Möbelfabrik genutzte Gebäude stand nach dem Verkauf und einem gescheiterten Sanierungsversuch seit Jahren als Rohbau leer.
Da ich mich sehr für frühe sächsische Industriegeschichte interessiere, war mir das Gebäude lange bekannt und ich habe vor kurzem einen Investor für das Objekt interessieren können. Vor der geplanten Besichtigung des Gebäudes hat mich der Eigentümer über den kurtzfristigen Verkauf an einen 2. Interessenten informiert.
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Fabrikbau der 2. Generation an Industriearchitektur. Den besonderen Reiz des Gebäudes macht neben dem wohl proportionierten Baukörper auch dessen Lage im Sternmühlental aus.




04.04.2011


Chemnitzer Altstadt - Fotosammlung entdeckt

Bisher unbekannte Fotografien der Chemnitzer Altstadt konnte ich jüngst aus einer Sammlung erwerben. Die Aufnahmen zeigen aus der Hand fotografierte Straßenszenen im Chemnitzer Zentrum um 1940. Die beeindruckenden Fotografien zeigen Chemnitzer Ansichten in einer anderen Art als dies bisher von den bekannten Postkartenaufnahmen überliefert war. Oft sind Personen oder Personengruppen im Zusammenhang mit Innenstadtansichten zu sehen. So z.B. ein Fotograf auf dem Roßmarkt neben dem Saxoniabrunnen. Warscheinlich die letzte Aufnahme vom unzerstörten Roßmarkt und Saxoniabrunnen.
Die Fotografien werden im Rahmen eines Projektes veröffentlicht.


31.03.2011

Wir wollen die Filmnächte auf dem Theaterplatz!

Zur heute bekannt gewordenen Ablehnung der Filmnächte auf dem Theaterplatz 2011 hat mich die Feststellung des Veranstalters Jörg Polenz in der Chemnitzer Stadtverwaltung sei man mehr "Verfahrensorientiert" als "Lösungsorientiert" im negativen Sinne beeindruckt. Was wollen wir in Chemnitz? Bausteine setzen damit Chemnitz wieder eine lebendige geliebte Großstadt wird oder Gesetze und Vorschriften verwalten die Chemnitz aktuellen Ruf als langweiligste unter den Großstädten weiter festigen?
Hier sind junge Leute die etwas bewegen wollen. Die positiven Effekte dieser Veranstaltung für Chemnitz sind offensichtlich. Das allseits beliebte Dresden feiert sich jeden Sommer mit den Filmnächten am Elbufer selbst. Zurecht. Hier sind die Veranstalter. Sie wollen für Chemnitz das Gleiche erreichen. Wer unserer Oberbürgermeisterin einen Denkanstoß geben möchte. Sie hat eine  E-Mail Adresse und eine Telefonnummer:

ob@stadt-chemnitz.de

Tel. 0371 488-1901
Fax 0371 488-1999



30.03.2011

Städtebauliche Entwicklung - wichtiger Vorstoß

Das in der kommenden Woche im Stadtrat zur Beratung stehende Konzept zur Verdichtung der Kernstadt mittels Neubau von Eigenheimen auf innerstädtischen Brachflächen, wäre in der Umsetzung ein wichtiger Beitrag zur Urbanisierung der Chemnitzer Stadtlandschaft. Mit dem aufgezeigten Plan eines Wohnstandortes an der Augustusburger Straße zwischen Zietenstraße und Yorkstraße, würde sogar das in Chemnitz schwer wiegende städtebauliche Problem der Insellage der einzelnen Stadtteile angegangen.
Persönlich fände ich es höchst erfreulich wenn das bebauen der Chemnitzer Vororte mit abgeschlossenen Eigenheimsiedlungen in Fertigteileigenheimarchitektur eine Einschränkung finden würde und statt dessen das Potential für derartige Neubauten auf Freiflächen in der Kernstadt umgeleitet würde. Außer Acht lassen darf man dabei nicht, dass Neubauten in der Kernstadt einen höheren Anspruch an der Architektur haben.


26.03.2011

Chemnitzer Neumühle vor Verkauf

Die historische Chemnitzer Neumühle an der Georgbrücke (Neumühlenwehr) hat einen neuen Eigentümer gefunden. Nach dem ich erfahren habe, dass das Gebäude vor dem Abbruch steht, habe ich vor 14 Tagen einen Bauträger mit dem ich zusammen arbeite für das Gebäude interessiert. Es fand eine Besichtigung mit dem Eigentümer statt und es wurde ein Kaufangebot abgegeben. Mit dem Chemnitzer Denkmalamt wurde die Rekonstruktion der historischen Fassaden am Gebäude besprochen.
Zur Überraschung aller, gab es, nach dem der Verkauf konkret wurde, plötzlich zwei weitere Kaufinteressenten für die Neumühle. Einer von diesen hat am Donnerstag den Zuschlag erhalten. Was dieser mit dem Gebäude vor hat und wann eine Sanierung beginnt darüber konnte mir der bisherige Eigentümer keine Auskunft geben.
Der Erhalt der Chemnitzer Neumühle war mir sehr wichtig. Es handelt sich um die letzte erhaltene der 3 großen Chemnitzer Mahlmühlen. Nicolaimühle und Klostermühle verschwanden schon vor Jahrzehnten aus dem Stadtbild. Bei dem erhaltenen Gebäude an der Georgbrücke handelt es sich um einen Neubau um 1870. Der Anbau ist vermutlich älter. Von der alten Neumühle haben sich auf dem Grundstück Reste der Grundmauern erhalten. Ich habe beim Chemnitzer Denkmalamt angeregt, diese zu erhalten.









Blick von den Resten der Alten Neumühle zum Neubau



Die alte Neumühle um 1840



Die Klostermühle



Die Nicolaimühle


23.03.2011


"Aubrücke" muss sich umgangssprachlich durchsetzen

Wie mich das Vermessungsamt der Stadt Chemnitz, zuständig für Straßenbenennungen etc. informiert, ist die Bezeichnung von Brücken in Chemnitz nicht vorgesehen. Brückennamen in Chemnitz wie "Bierbrücke" oder "Hartmannbrücke" sind aus der Historie überliefert oder leiten sich von angrenzenden Straßennamen ab.
Eine Benennung der neuen Brücke neben der Deutschen Bank nach  ihrem historischen Vorgänger ist nicht vorgesehen. Der Name "Aubrücke" für die Brücke muss sich umgangssprachlich durchsetzen.




23.03.2011

Erfolgreiche Sicherungsarbeiten

Die historische Spinnerei C.F. Kröhne an der Zwickauer Straße, erbaut 1812 ist baulich gesichert wurden. Bei dem Gebäude handelt es sich um eines der ältesten Industriegebäude der Stadt Chemnitz und um eines der wenigen in klassizistischer Architektur aufgeführten.
Die benachbarte historische Kattundruckmanufaktur brach nach unterlassener Sicherung 2009 zusammen.




23.03.2011

Abbruch der Eisengießerei Richter





21.03.2011

Chemnitz Johannisplatz

Eine YouTube Endeckung.




21.03.2011

Abschied von zwei Harthauer Originalen

Im Chemnitzer Stadtteil Harthau beginnen derzeit die Abbrucharbeiten an zwei ortsbildprägenden Baudenkmälern.
Zum einen handelt es sich um ein um 1840 entstandenes Fachwerkhaus, welches zusammen mit der benachbarten "Alten Kirche" und der ehemaligen Gemeindeverwaltung den historischen Ortskern Harthaus bildet zum anderen um die Gießereihalle der ehemaligen Eisengießerei Richter. Beide Gebäude müssen aus baulichen Gründen abgerissen werden.



Das historische Fachwerkhaus bestach durch seinen weitgehend authentischen Erhaltungszustand.



Der neue Eigentümer des Gebäudes wollte das Haus restaurieren. Während der Arbeiten stellten sich irreparable Schäden an der Fachwerkkonstruktion heraus. Das Gebäude wird bis auf das Erdgeschoss abgetragen und in neuer Form wieder aufgebaut. Auch das hisitorische Treppenhaus soll restauriert werden.



Die Balkenköpfe sind durch Fäulnis nicht mehr vorhanden.



Blick in das Gebäude.




Rückansicht des Gebäudes.



Nach langjährigem Verfall beginnen auch an der Gießereihalle der ehemaligen Eisengießerei Richter die Abbrucharbeiten. Das Gebäude war so vom Verfall geschädigt, das schon seit Jahren ein Erhalt nicht mehr realistisch erschien. Das zum Ensemble gehörente Wohnhaus wird seit einigen Jahren nach langem Leerstand instand gesetzt und ist wieder bewohnt.



Die Halle im Originalzustand, ca. 30 Jahre nach der Erbauung.


19.03.2011

Bergstraße 17a - Erhalt in Sicht

Für das bekannte Eckgebäude Bergstraße 17a konnte ich einen Investor finden. Schon 2008 hatte ich im Auftrag eines Bauträgers mit der Eigentümerin des Gebäudes Gespräche bzgl. eines Verkaufs geführt, die aber an unterschiedlichen Kaufpreisvorstellungen scheiterten.  Da die städtebauliche Bedeutung des historischen Eckhauses für Chemnitz unverkennbar ist, die bauliche Situation nach dem Brandanschlag aber einen Abbruch in Aussicht stellte, habe ich mich verstärkt für den Erhalt des Gebäudes engagiert. Der Investor, der das Gebäude kaufen möchte, ist ein erfahrener überregional tätiger Sanierer, der bereits mehrere Sanierungsprojekte u. a. in Chemnitz erfolgreich zum Abschluss gebracht hat.
Der Eigentumswechsel ist an mehrere Voraussetzungen gebunden, über welche die Stadtverwaltung entscheiden wird. So müssen der derzeitigen Eigentümerin u. a. die aufgelaufenen Kosten in 5-stelliger Höhe für die Sicherung des Straßenraums am Gebäude erlassen werden, da der neue Eigentümer damit nicht belastet werden kann und die derzeitige Eigentümerin nicht in der Lage ist, diese auszugleichen. Weiter benötigt der neue Eigentümer Fördermittel für kurzfristig notwendige umfangreiche Sicherungsarbeiten und für den erhöhten Sanierungsaufwand am Gebäude. Eine Begehung der zuständigen Amtsleiter vor Ort mit dem Investor hat in der vergangenen Woche stattgefunden.

Aufgrund der bei der Stadt aufgelaufenen Kosten für die Straßenabsperrung etc. und weil bisher kein Investor gefunden werden konnte, hatte die Stadtverwaltung vor, das Gebäude demnächst in Ersatzvornahme abreisen zu lassen. Die Eigentümerin hat dagegen Widerspruch eingelegt. Dieser wurde Anfang März von der Landesdirektion abgelehnt. Die Abbruchkosten sind mit ca. 90.000 Euro veranschlagt, die der Stadt zu Lasten fallen würden.
Das Gebäude stammt aus der Familie der jetzigen Eigentümerin und wurde zu DDR Zeiten enteignet. Nach 1990 gab es Probleme bei der Rückübertragung.
Die Eigentümerin hat mir gegenüber immer wieder betont, das sie am Erhalt des Hauses interessiert ist.
Das Gebäude ist auf Grund seines Zustandes und seiner Lage nicht unbedingt ein Investment für einen Bauträger. Der Investor und ich engagieren sich hier um einen Beitrag für die Entwicklung der Stadt zu leisten.
Seit letzten Herbst konnte ich erfolgreich 13 leer stehende denkmalgeschützte Gebäude in Chemnitz an neue Eigentümer vermitteln.




16.03.2011

Ein Stück vom alten Chemnitz

Anbei möchte ich für meine Idee werben, der neue entstehenden Brücke neben der Deutschen Bank wieder ihren historischen Namen "Aubrücke" zu geben.

Die Aubrücke existierte bis zur Überdeckelung der Chemnitz im Bereich Falkeplatz 1912. Sie war die Verbindung von der Innenstadt zur Chemnitzer Aue, einem Straßenzug aus im frühen 19. Jahrhundert entstandenen Wohnhäusern und Fabriken. Neben der Aubrücke befand sich die heute auch nicht mehr existente bekanntere "Nicolaibrücke".
In Zukunft werden wahrscheinlich gegenüber der historischen Feuerwache an der Aue neue Gebäude entstehen. Zusammen mit den historischen Bezugspunkten einer neuen Aubrücke, der Deutschen Bank und der historischen Feuerwache kann Chemnitz hier innerhalb der Innenstadt ein Stück Urbanität zurück gewinnen.

Eine Benennung der Brücke wurde von mir beim Stadtplanungsamt angeregt und von da an das zuständige Vermessungsamt der Stadt gegeben.



Die Chemnitzer Aubrücke um 1840.


25.02.2011

Chemnitz verliert letztes historisches Bürgerhaus

Im Chemnitzer Stadtbild haben sich kaum Gebäude erhalten, welche vor dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Eines der letzten Wohnhäuser aus einer früheren Bauphase befindet sich an der Müllerstraße. Es handelt sich um ein spätklassizistisches Bürgerhaus welches 1837 erbaut wurde. Das einzig erhaltene in Chemnitz.
Die Bauschäden am Gebäude nehmen in letzter Zeit substanzgefährdende Ausmaße an. So droht das Dach einzubrechen.
Das Gebäude steht seit ca. 15 Jahren leer. Es wurden alle Fenster entfernt. Das Gebäude ist ungesichert. Das historische Bürgerhaus gehört zur bekannten 1851 erbauten Kattundruckmanufaktur Schüffner. Beide Gebäude haben unterschiedliche Eigentümer. Während das Gebäude der Manufaktur in 2007 aufwendig von dessen Eigentümern gesichert wurde, fanden am Bürgerhaus bisher keine substanzerhaltenden Maßnahmen statt. Das Gebäude steht im Sanierungsgebiet Brühl. Der Eigentümer könnte Fördermittel für Sicherungsmaßnahmen beantragen. Weiter könnte der Eigentümer Sicherungsmittel beim Denkmalamt Chemnitz beantragen.
Das Ensemble Bürgerhaus und Kattundruckmanufaktur Schüffner ist ein bedeutendes Baudenkmal aus der Frühzeit der Industrialisierung in Sachsen. Der Erhalt dieses Kleinodes liegt im Interesse vieler Chemnitzer. Die Zeiten in denen Chemnitzer Baudenkmäler einfach zusammen fallen sollten vorbei sein.



Die Architektur des Gebäudes besticht durch ausgewogene Proportionen und Symmetrie.



Die neuerlichen Schäden am Dach gefährden die Bausubstanz des Gebäudes.



Das Ensemble Kattundruckmanufaktur Schüffner und Bürgerhaus ist ein seltenes Kleinod sächsischer Industriegeschichte.



Würde das Bürgerhaus verschwinden, hätten wir mit dem dann allein stehenden Manufakturgebäude einen weiteren unauthentischen historischen Ort in Chemnitz.



Auch die letzten erhaltenen Reihenhäuser aus der Biedermeierzeit gegenüber an der Hauboldstraße drohen Chemnitz verloren zugehen.






Einst sah ganz Chemnitz so aus. Nur in der Hauboldstraße kann man das noch sehen.



Chemnitz letzte Biedermeierstraße, durch Abbrüche ruiniert.



Postmoderne Neubauten entstehen. Der Wohnstandort kann also so schlecht nicht sein.



Die historischen Gebäude wurden erst vor wenigen Jahren abgebrochen.


24.02.2011

Kritik an Bauvorhaben am Johannisplatz

Gastbeitrag

Michael Barth
Dipl.-Ing. Architekt
Architekt für Stadtplanung
AK Sachsen

Ich melde mich hier als Mitverfasser eines aus unserer damaligen Sicht tragfähigen städtebaulichen Konzeptes für den Bereich Posthof, das von 1995 bis 2001 zusammen mit der Stadt Chemnitz erarbeitet wurde, die Wiederkehr des Johannisplatzes zum Ziel hatte und vom Prinzip der Würdigung historischer "Orte" im Stadtbild getragen wurde.



Ich muss jedoch meinen Unmut über die aktuell praktizierte Umsetzung dieser ursprünglichen städtebaulichen Ziele äußern. Meiner Meinung nach lässt die Errichtung eines gesichtslosen und in seiner Funktion austauschbaren Parkhauses an dieser Stelle sensiblen und geschichtshaltigen Städtebau erheblich vermissen:  Das Parkhaus soll genau dort errichtet werden, wo einst das Johannistor stand.
Im Bebauungsplan Posthof von 2001 war an diesem stadtgeschichtlich bedeutsamen Ort eine Reminiszenz an das Tor sowohl in baulich-gestalterischer als auch funktioneller Hinsicht vorgeschlagen worden.



Chemnitz hat im Zentrumsbereich wenig sichtbare Zeugen seiner wechselvollen und reichhaltigen Baugeschichte aufzuweisen. Eines der wertvollsten Güter ist dabei der Stadtgrundriss, sind historische Orte, deren Sichtbarkeit und Nachvollziehbarkeit viel dazu beitragen können, eine Stadt erlebbar zu gestalten. In der aktuellen Chemnitzer Stadtplanung spürt man von solchen Ambitionen leider viel zu wenig.
Stadttore sind dauerhafte Orte, die in einer Stadt wahrgenommen werden sollten, auch wenn sie nicht mehr ihre Funktion wahrnehmen oder baulich verschwunden sind.
Ein Zugang zum Treppenhaus eines Parkhauses? wie jetzt vorgesehen  -  ist wohl die banalste Entscheidung, die getroffen werden kann, um solch einen Ort zu entwürdigen.
So viele Stadttore hatte das alte Chemnitz nicht, dass man mal so auf deren Kennzeichnung verzichten kann - immerhin erreichte man über das Johannistor die Bergstadt Freiberg, die Residenzstadt Dresden, das östliche Erzgebirge - und umgekehrt von dort die Stadt Chemnitz.
Historischen Ansichten zu Folge hatte das Johannistor am Ende der Johannisgasse wie Klostertor und Nikolaitor einen Torturm mit hindurchführender Straße.
Wie weit hat man sich in der Chemnitzer Stadtplanung von sensibler Stadtplanung (und solcher im historischen Kontext) entfernt, wenn dort solche beliebigen standortfreien Lösungskonzepte für geschichtsträchtige "Orte" Unterstützung finden? (Da habe ich mich noch nicht mit dem Sinn oder Unsinn eines Parkhauses an dieser Stelle und der daraus entstandenen belanglos beliebigen und wiederholbaren Fassadengestaltung auseinandergesetzt, das wäre ein Extrathema.)



Eine würdige städtebauliche und bauliche Reaktion auf den stadtgeschichtsträchtigen Ort ist dringend notwendig.
Der Ort sollte sich mindestens in  einer ausreichend großen Öffnung über Erd- und erstes Obergeschoss mit viel erlebbarem Raum widerspiegeln,  die den Auftakt zu einem Fußgängerdurchgang mit Geschäften entlang der Rückseite des Postgebäudes zum Markt bildet.
Innerhalb davon sollten sich auch Funktion wie Treppe und Aufzug gestalterisch einordnen lassen. Das Thema "Stadttor" ließe sich zudem künstlerisch verarbeiten.  (Hundertwasser hätte aus dem Thema Stadttor sicher ein Treppenhaus mit Zwiebelturm und großem "Eingangsmaul" gemacht.)
Warum öffnen sich in Chemnitz Stadttore an der Galerie am Roten Turm in alle Himmelsrichtungen und dort, wo sie eigentlich hingehören, reicht die Kraft der Entwurfsverfasser nur zu kleinen Türchen, Mauselöchern gleich?


23.02.2011

Historische Hartmannhalle vor Auktionstermin

Die historische Werkhalle der ehemaligen Hartmannwerke an der Fabrikstraße, erbaut 1864 wird auf einer Auktion im Dresdner Hygienemuseum am 2. März 2011 von der Stadt Chemnitz zum Mindestgebot von 29.000 Euro zum Kauf angeboten. In den letzten Wochen haben eine Reihe von Interessenten das Objekt besichtigt. Der Entwicklung des Baudenkmales werden geringe Chancen eingeräumt. Begründet wird das u. a. mit dem Umfeld der Halle.




















15.02.2011

Eine Frage des Humors






24.01.2011

Chemnitz - Mittel für Altbausicherung an Projekte kommunaler Wohnungsgesellschaften umgeleitet - Offener Brief StadtHalten Chemnitz e. V.

Chemnitz, den 21.01.2011

Offener Brief an die Stadträte der Stadt Chemnitz

Keine Mittel für Altbausanierung im Haushaltsentwurf

Sehr geehrte Stadträte,


im Entwurf zum Haushaltsplan 2011 der Stadt Chemnitz sind keine Eigenmittel für bereits abrufbare Fördermittel aus den Programmen für Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen (SEP) und Stadtumbau Ost – Aufwertung Wohnquartiersgestaltung für die Altbausanierung vorgesehen. Besonders schwerwiegende Folgen hat das für die weitere Entwicklung auf dem Sonnenberg1. Ein wesentlicher Grund für vielfältige Probleme (u. a. auch Kriminalität und Vandalismus, wie aus der Studie für Sicherheit und Kriminalität der TU Chemnitz von 2010 klar hervorgeht) sind jedoch die Leerstände in unsanierten Gebäuden. Ausgelöst durch vielfältige Aktivitäten und Projekte zur Entwicklung des Stadtteils (z. B. Bunte Gärten, Straßengalerie, Projekt Konserviertes StadtQuartier, ein

aktives Stadteilmanagement und viele soziale Initiativen) und ein positives Echo in den Medien steigt gerade jetzt die Bereitschaft von privaten Eigentümern, in die
Gebäudesubstanz zu investieren, die über 60% des gesamten Wohnungsbestandes
ausmachen2. Alle diese Bestrebungen werden konterkariert, bleibt der Eigenanteil der Stadt für Fördermittel aus.
Mittel zur Städtebauförderung sind zudem investive Mittel, die sich rechnen. Laut eines Gutachtens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW, stößt ein Euro an Städtebaufördermitteln weitere 6,40 Euro bei privaten Investitionen und 8,50 Euro an Investitionen im öffentlichen und privaten Bauvolumen an. Die Verweigerung der Stadt, die Eigenanteile für Fördermittel in Höhe von 10% bis 30% der Fördersumme zur Verfügung zu stellen, hätte danach bei einem Volumen von einer Million Euro Fördermittel den Ausfall von 6,4 Millionen Euro privater Investitionen und 8,5 Millionen Euro beim öffentlichen und privaten Bauvolumen zur Folge – das sind Aufträge, Arbeitsplätze, Kaufkraft und Sicherheit für viele Mitbürger.

Sehr geehrte Stadträte, wir weisen Sie auf die Dringlichkeit der nochmaligen Änderung des Entwurfs zum Haushaltsplan hin. Bitte ermöglichen Sie durch Ihre Entscheidungen, dass mehr Geld von Bund und Land in unsere Stadt fließen kann – zum Wohle des gesamten Gemeinwesens.


"Wer bei öffentlichen Geldern sparen muss, ist auf private Investitionen angewiesen. Genau dies wird durch die Städtebauförderung erreicht. Sie ist keine Subvention, sondern die Wahrnehmung staatlicher Aufgaben bei der Entwicklung der Städte und außerdem eine strukturpolitische Querschnittsaufgabe. Sparen bei der Erneuerung der Städte ist so gesehen wider alle ökonomische Vernunft.“ (Lutz Freitag, Präsident des GdW)


Mit freundliche Grüßen

Der Vorstand von StadtHalten Chemnitz e. V.


Verweise

1Entwurf zum Haushaltsplan 2011 der Stadt Chemnitz, S. 379

(die eingestellten Mittel unter 511200443171000 betreffen die Sanierung der Plattenbauten der GGG und SWG, nicht aber die Altbauten aus der Gründerzeit)
2Beschlussvorlage Entwurf Haushaltssatzung B-019-2010, S. 5 (Aus dieser Beschlussvorlage geht hervor, dass die kommunalen Eigenanteile für die Fördermittel in die Plattenbestände von GGG und SWG zum großen Teil übernommen werden. Das heißt auch, dass für private Bestände keine Mittel vorgesehen sind. Warum wird nicht auch den Privaten die Möglichkeit eingeräumt, sich an der Finanzierung zu beteiligen und damit Fördermittel zu erhalten?


Damit wir nicht falsch verstanden werden: StadtHalten Chemnitz e. V. misst der Sanierung der
innerstädtischen Plattenbauten auf dem Sonneberg gleich hohen Stellenwert bei wie der Sanierung der
Gründerzeitbestände – aber eben diesen gleichen Rang sehen wir derzeit noch nicht.


20.01.2011
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Meinungsaustausch zur Neubebauung des Chemnitzer Johannisplatzes
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Auf Initiative von Claus Kellnberger und Sandro Schmalfuß, kam es am 19. Januar zu einem Meinungsaustausch über die geplante Neubebauung des Chemnitzer Johannisplatzes.
An diesem nahmen, neben den beiden Initiatoren, Vertreter des Saxoniabrunnenvereines, u. a. Herr Stefan Weber, die Projektleiter der Firmengruppe Kellnberger, sowie Herr Barth vom Planungsbüro Dr. Braun&Barth, welches unter der damaligen Leitung Herrn Prof. Schwarzbachs in den 1990er Jahren im Auftrag der Stadt Chemnitz den Rahmenbebauungsplan für den Johannisplatz projektiert hatte, teil.

Herr Kellnberger, sowie dessen Mitarbeiter informierten über den Stand der Planungen für die Bauprojekte am Johannisplatz.
Der zweigeschossige Neubau zwischen Rawema-Gebäude und ehemaliger Landeszentralbankfiliale ist fertig gestellt. Bei erfolgreicher Vermietung des Neubaus und des Rawema-Gebäudes ist eine Aufstockung des Neubaus um zwei Geschosse möglich. Das Gebäude ist statisch dafür vorbereitet. Einen Zeitplan für die Aufstockung gibt es nicht.
Auf dem Baufeld zwischen historischer Dresdner Bank und ehemaligem Postgebäude wird bis November diesen Jahres ein mehrgeschossiges Parkhaus errichtet. Herr Kellnberger informiert, dass er das Parkhaus ursprünglich an der Ecke des Baufeldes zwischen ehemaligen Landeszentralbankgebäude und Kaufhaus Schocken errichten wollte. Die Stadtverwaltung hat für den Neubau des Parkhauses auf das Baufeld neben der Dresdner Bank bestanden. Herr Kellnberger informiert weiter, dass er für den Neubau des Parkhauses an diesem Standort seine Investition um ca. 1,5 Mio. Euro erhöhen musste.
Der architektonische Entwurf des Parkhauses zeigt eine Ladenzone im Erdgeschoss, ein an der Fassade verglastes Treppenhaus und eine zur Belüftung der Parkdecks mit Metallelementen verkleidete Hauptfassade.
Das durch die Gruppe Kellnberger erworbene historische Gebäude der Dresdner Bank wird durch diese zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Das Gebäude wird zum Johannisplatz im Erdgeschoss durch Türen für Ladengeschäfte geöffnet. Die Figurengruppe auf der Fassade der Dresdner Bank wird nachts mit LED Beleuchtung angestrahlt.
Zwischen der Schmalseite der ehemaligen Dresdner Bank und der Zentralhaltestelle, ehemals ein Teil des Beckerplatzes, möchte Herr Kellnberger einen 2- oder 3-geschossigen Neubau erreichten. Der Erdwall in diesem Bereich soll abgetragen werden. Die Stadtverwaltung hat über dieses Vorhaben noch nicht entschieden.
Der historische Saxoniabrunnen wird im März vor der ehemaligen Landeszentralbankfiliale aufgestellt. Die Entscheidung für diesen Standort ist auf Initiative der Oberbürgermeisterin zustande gekommen. Der Sockel des Brunnens, die historische Einfriedung der Brunnenanlage, sowie die drei nicht erhaltenen Plastiken werden nicht mit rekonstruiert. Herr Kellnberger informiert, dass er, wenn sich die Chemnitzer dafür engagieren würden, der Rekonstruktion der Plastiken nicht im Wege steht.
Herr Kellnberger informierte weiter, dass er für seine Bauprojekte, u. a. dem Gebäude am Marktplatz “Rosenhofarkaden” erfahrene Architekten engagiert, die Entwürfe sich teilweise Architekturwettbewerben stellen müssen und diese dann u. a. von der Stadtverwaltung für die Umsetzung ausgewählt werden.

Herr Kellnberger betont weiter die Notwendigkeit der zeitnahen Bebauung des Baufeldes zwischen ehemaliger Landeszentralbankfiliale und ehemaligem Kaufhaus Schocken.

Herr Barth informiert über die ursprünglichen Planungen für die Neubebauung des Johannisplatzes sowie die Intentionen, die zu der Anlage der Baufelder auf dem Johannisplatz und der Freiflächengestaltung führten. Die Baufelder waren so gewählt, dass die Vorkriegsbebauung des Johannisplatzes mit der Neubebauung wieder aufgenommen würde und dass Reminiszenzen an Bauten der Vergangenheit in diesem Bereich, z. B. an das Johannistor erinnern sollten.
Ein Hauptaugenmerk der Diskussion lag auf dem in den Planungen ursprünglich vorgesehenen Gebäude zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße, welches den Johannisplatz in seiner Vorkriegseinfassung neu erlebbar machen sollte. Das Gebäude hätte das für die umliegenden Gebäude notwendige Parkhaus aufnehmen sollen.
Das Gebäude sei aus den Planungen genommen wurden, weil die Sanierer des historischen Gebäudes der Dresdner Bank der Meinung gewesen wären, dass durch diesen Neubau die Fassade des Dresdner Bank Gebäudes nicht mehr zu sehen sei. Die Stadtverwaltung hat dies so übernommen. Herr Barth warf ein, dass die Architektur des Gebäudes ursprünglich für eine eng an das Gebäude heran reichende Bebauung ausgelegt sei.

Herr Schmalfuß informierte aus den im Aufruf vom 01.12.2010 dargestellten Gründen, dass er den Bau eines Parkhauses zwischen historischer Dresdner Bank und ehemaligen Postgebäude für nicht richtig hält, dass er die Standortwahl für den Saxoniabrunnen für nicht richtig hält, dass er die nicht authentische Rekonstruktion des Saxoniabrunnens für nicht richtig hält und dass er den ursprünglichen Bebauungsplan des Büros Dr. Braun&Barth mit einem abschließendem Gebäude zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße für die bessere Lösung hält.


04.01.2011

Saxoniabrunnen wird direkt vor ehemaliger Landeszentralbankfilliale stehen, gegenüber
5-geschossiges Parkhaus geplant!


21.12.2010

Ratsanfrage Nr. RA-418/2010


Sehr geehrter Herr Professor Dr. Schmalfuß

Ihre Anfrage vom 07.12.2010 möchte ich wie folgt beantworten:

zu 1.:


Welche Pläne existieren für die eingelagerten Reste des Saxoniabrunnens hinsichtlich Gestaltung und Standort?


Der Saxoniabrunnen stand früher auf dem Rossmarkt (lag zwischen Holzmarkt - heute Rosenhof- und Falkeplatz). Sanierungsbedürftige Teile des Steinsockels mit Obelisk ohne Figuren sind erhalten geblieben.

Die Grundstücksverwaltung Kellnberger regte die Aufstellung des Brunnens vor einer ihr gehörigen Immobilie auf dem Johannisplatz an, wobei die Stadt Chemnitz gestalterische Vorgaben und bautechnische Forderungen mit der Grundstücksverwaltung vertraglich regelte.

Der Brunnen als Denkmal verbleibt im Eigentum der Stadt Chemnitz.

Standort des Brunnens

zu 2.:


Gab es eine öffentliche Ausschreibung bzw. Anfragen auch anderer Bewerber, und wer entscheidet letztlich über die Zukunft des Brunnens?


Es gab keine öffentliche Ausschreibung, da die Stadt Chemnitz gegenwärtig wegen den Folgekosten kein Brunnenneubau beginnt. Anfragen anderer Investoren lagen nicht vor.

Herr Kellnberger stellte seinen Vorschlag am 08.09.2010 der Oberbürgermeisterin vor. Nach entsprechender Prüfung der Rahmenbedingungen wurde die Einordnung des Saxoniabrunnens auf dem Johannisplatz dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss in der Sitzung am 09.11.2010 vorgestellt.

zu 3.:


Welche Kosten (für Transport, Neugestaltung, Betrieb etc.) kommen evtl. auf die Stadtverwaltung zu, und wie teuer war die Einlagerung bislang?


Mit der Grundstücksverwaltung Kellnberger wurden für die Kostenübernahme die nachfolgenden Bauleistungen vertraglich geregelt:

a) Planung, Aufarbeitung/Sanierung und Aufbau des Brunnens (Schalen sowie Sockel durch einen Restaurator) ab Oberkante Erdboden; in Absprache mit dem Grünflächenamt als Eigentümer sowie dem Baugenehmigungsamt Abt. Denkmalschutz

b) Planung und Einbau der unter- und oberirdischen Brunnentechnik

c) Lieferung und Einbau Brunnenschacht

e) Herstellung der Brunnenfundamente

f) Kosten für Anschluss Elt, Wasser und Abwasser

Für die Stadt Chemnitz treten einmalig die Kosten für die Umplanung der Freiflächen dieses Teilbereiches durch das Planungsbüro auf. Die Mehrkosten für die Stadt Chemnitz betragen ca. 7.600 €.

Zwischen der Stadt Chemnitz (vertreten durch das Grünflächenamt) und der Grundstücks-verwaltung Kellnberger wurde auch zur Betreibung des Brunnens ein Sponsoringvertrag abgeschlossen.

Die Einlagerung der Brunnenteile erfolgte in der Vergangenheit auf einem Pflegestützpunkt der Stadt Chemnitz, so dass keine finanziellen Kosten dafür entstanden sind.

Das Engagement der Grundstücksverwaltung Kellnberger ermöglicht somit die Aufstellung eines Chemnitzer Wahrzeichens, die von der Stadt gegenwärtig schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht ins Auge gefasst wurde.

Mit freundlichen Grüßen



Wesseler

Bürgermeisterin

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung Ratsfraktion FDP Chemnitz/Presse



02.01.2011

Spinnmühle Evans in Geyer

Der beeindruckenste frühe sächsische Fabrikbau befand sich mit der Spinnmühle von Evan Evans in Siebenhöfen bei Geyer. Das von Johann Traugott Lohse entworfene und bis 1813 fertig gestellte Gebäude brannte 1896 aus und wurde danach nur teilweise wieder aufgebaut. Die nun vorliegende bildliche Rekonstruktion zeigt die Spinnmühle in ihrem ursprünglichen Aussehen.



Der beeindruckente und einzigartige Fabrikbau aus der Anfangszeit der Industrialisierung vor dem Brand 1896



Der heutige Zustand der Spinnmühle Evans
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