Schlupf

 

 

Nur eine annähernd 100%-ige Schlupfrate zeugt von einer artgerechten Haltung der Elterntiere  

Wenn  die "Elterntiere":

  • im Vorwinter eine mehrmonatige Winterstarre abhielten
  • ein gut strukturiertes Gehege zur freien Verfügung haben
  • ausgewogen ernährt wurden
  • die Umgebungs,-Strahlungstemperatur stimmt 
  • möglichst stressfrei leben
  • gesund und geschlechtsreif sind

ist es sehr wahrscheinlich, dass aus den abgelegten Eier nach einer Inkubationszeit von 50-65 Tagen (konst.Temp. ca. 30,5-32°C; Luftfeuchtigkeit: 70-85%) kleine Miniaturschildkröten das Licht der hoffentlich artgerechten Welt erblicken. 

 

Der Schlupfvorgang kündigt sich durch ein sehr leises Kratzgeräusch an. Der Schlüpfling ritzt dabei mit seinem Eizahn auch Eischwiele genannt, an der Hüllschicht (Eischale).

Durch das Ritzen wird die Hüllschicht dünner und mit Zuhilfenahme von Kopf und Vorderbeine wird ein kleine Öffnung ins Ei gestemmt.

 

 

Bild: Bei diesen 5 Tage alten Nachzuchten ist der Eizahn noch sehr deutlich erkennbar.

Durch periodische Ruhepausen geht der Schlupfvorgang (dauer ca. 2 Tage) nur stufenweise voran. Wenn sich der Dottersack noch nicht komplett eingesogen hat, kommt der Schlüpfvorgang sogar komplett zum Stillstand. Die Gefahr von einer todbringender Nabelinfektionen wäre zu groß. Mit geschlossenem Bauch wird der Schlupfvorgang wieder aufgenommen.

Das 2 Tier kündigt sich auch schon an

Drehbewegungen lassen das Ei schließlich "aufplatzen"

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Schlupf werden die Nachzuchten für ein paar Stunden in eine Schale mit Wasser gesetzt.  Im Inkubator, bei gewohnter Temperatur !

 

Nach dem die frisch geschlüpften Schildkröten über mehrere Stunden in einer Wasserschale im Inkubator waren, werden die Kleinen in das Schlüflingsterrarium überführt. Nach ein paar Tagen können sie dann ins Freiland umziehen.

 

Wichtig: Schattenplätze, starke Bepflanzung, fantasievolle Gestaltung der Einrichtung, frische Kräuternahrung, Wasserstelle und ein feuchtes Klima!

Bild: Schlüflingsterrarium

Das Terrarium wird in 2 Zonen eingeteilt. Eine feuchte, mit Kräuter bzw. Wildwiese und eine trockene mit Steinen und Sand. Sie werden die ersten Tage/Wochen nur selten zu sehen sein. Sie sind unter Sträuchern oder im Substrat (ungedüngte Erde und Sand) versteckt/vergraben.

 

Nach 1-3 Tagen werden frische Kräuter probiert, d.h es wird in verschiede Pflanzen gebissen, jedoch noch nicht unbedingt geschluckt. 

Bild: Diese Nachzucht zeigte schon unmittelbar nach dem Schlupf interesse am Grünen Futter

Wenige Tage darauf setzt der normale "Essenensrythmus" (siehe Ernährung) ein.


 


 

Aufgrund einer Empfehlung habe ich mal Kokosfaserhumus auf Tauglichkeit getestet. Halte ich jedoch für ungeeignet. Die langen Faser kleben an den Augen, an der Kloake und im Allgemeinen an der gesamten Schildkröte. Der Untergrund ist meiner Meinung nach auch viel zu weich. Die Krallen werden nicht abgenutzt und die junge Schildkröte streift häufig mit dem Plaston am Substrat, worauf sich ein veränderter Laufstil beobachten lässt. Außerdem werden all zu leicht die Fasern an feuchtem Futter mitgefressen. Ich kann mir vorstellen, dass es bei jungen Schildkröten zu einer Störung der Darmflora und im Extremfall zu einem Darmverschluss führen kann. Das letzt Genannte ist lediglich eine Vermutung!

Nachzuchten auf Kokosfaserhumus

Am Körper sind deutlich die Fasern der Kokosnuss zu erkennen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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