| Wie ich beim Durchstöbern
einiger Webseiten feststellte, ist es Brauch und Sitte, sich etwas näher
vorzustellen. Dem möchte ich hiermit gerne nachkommen.
Geboren in einer
kalten Winternacht des Jahres 1965 ... etwas zu lang, o.k.! Aufgewachsen
in Dresden, da auch zur Schule gegangen, mich mit Lehrern 'rumgeärgert
(oder sie sich mit mir?), machte ich 1981 meinen Realschulabschluss. Natürlich
war ich auch in den "Pionieren" und der FDJ. Mein Elternhaus ...
Was war ich froh, zu Hause weg ... und auf eigenen Beinen ... zwei Jahre
lang sollte ich in einem Nest mit 100 Seelen bei Halberstadt meinen 1. Kaufmann
machen. Erst, naja ... im Nachhinein aber war dies mehr als nur eine schöne
Erfahrung.
Die ersten Schritte
in die Selbständigkeit ... etwas holprig zwar, nicht immer ganz in
Gentleman-Art und doch ... letztlich eine Wohltat. Warum? Jeder von uns
muss sich irgendwann einmal mit seinen Grenzen auseinandersetzen. Wollte
ich besser sein als andere? Nein, nur anders! Die kommenden 6 Jahre hab'
ich mich in verschiedenen Branchen probiert, fuhr privat gern Rad, war wandern,
schwimmen, hatte Freunde und Bekannte, zeitweise Haustiere und ... glaubte
mich in den Normen. Die Träume waren etwas kleiner, das Glück
zufriedengestellt und doch ... irgendetwas fehlte.
Mit den Umwälzungen
in der DDR 1989 kam bei mir die Erleuchtung, privat Veränderungen einzuleiten.
Freunde, Arbeit, Wohnung ... einfach alles hinter mir lassend, kam ich nur
mit einem Aktenköfferchen bepackt über die Stationen Prag, Oldenburg
und Unna ins Ruhrgebiet. Der allgemeinen Euphorie, dem Geruch der Freiheit
... wollte ich nicht folgen. Ich hatte mein eigenes Konzept, das hiess "Schritt
für Schritt". Wohnung und Arbeit hatte ich so relativ schnell.
Doch bis man hinter die "Leutchen im Pott" geblickt hatte, dass
brauchte länger. Natürlich blieben Narben zurück, natürlich
schränkte man sich in Bereichen ein, wo einem bis dahin alle Türen
offen standen. Und doch, verloren hab' ich nicht, eher gewonnen: Augen für
die kleinen Schönheiten des Alltags, für die althergebrachten
und leicht vergänglichen Dinge wie zum Beispiel Anstand, Ehrlichkeit,
Offenheit, Bescheidenheit, Herzlichkeit und Achtung vor allem und jedem.
Im Laufe der Jahre hatte ich
vielerlei Interessen. Angefangen hatte alles mit einer Briefmarkensammlung,
die ich (fast komplett) von meinem Opa geschenkt bekam. Was für Welten
taten sich mir hierbei auf: von A wie Architektur und Astronomie bis Z wie
Zoologie war eigentlich alles dabei. Irgendwann einmal waren da Aphorismen,
die mich beeindruckten, später Gedichte, die asiatische Kultur in all
ihren Facetten, die "Klassiker" von Bach bis Weber, Gemälde,
Bilder, Farben, Natur ... bis heute finde ich mein Glück in diesen
Dingen wieder, manchmal leicht verändert, in einer mehr oder minder
großen Intensität, und doch ... hier fühl' ich mich wohl
- hier bin ich zu Hause. | Spuren
im Sand
Ich träumte
eines Nachts, ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn, Und
es stand vor meinen Augen, Streiflichtern gleich, mein Leben.
Nachdem
das letzte Bild an ans vorübergeglitten war, sah ich zurück
und stellte fest, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur zu sehen war.
Das verwirrte
mich sehr, und ich wandte mich an den Herrn. „Als ich dir damals
alles was ich hatte, übergab, um dir zu folgen,
da sagtest du, du würdest immer bei mir sein. Warum hast du
mich verlassen, als ich dich so verzweifelt brauchte?“
Der Herr
nahm meine Hand: „Geliebtes Kind, nie ließ ich dich allein,
schon gar nicht in Zeiten der Angst und Not. Wo du nur ein Paar
Spuren in dem Sand erkennst, sei ganz gewiß: ICH HABE DICH GETRAGEN!"
|