Vielleicht haben Sie gerade beschlossen, Puppen zu sammeln. Dieses
Hobby wird Ihnen viel Freude bereiten. Damit diese Freude möglichst
ungetrübt ist, sollte man am Anfang ein paar Erwägungen anstellen. Auch
viele erfahrene Sammler haben am Anfang Fehler begangen. Wenn Sie
einige typische Fehler von Anfängern kennen lernen und diese vor allem
vermeiden wollen, machen Sie sich bitte mit den folgenden 5 Tipps
bekannt.
1. Der Wunsch, sie alle zu besitzen
Der Sammler-Anfänger kommt sich oft vor wie ein kleines Kind im
Spielwarenladen. Es gibt eine Menge Puppen und fast alle verlocken
dazu, sie sich anzuschaffen. Wir sollten aber unserer
Sammelleidenschaft nicht gänzlich unterliegen, denn bevor wir uns
dessen überhaupt bewusst werden, enden wir ohne Geld und ohne ein
freies Plätzchen und sind uns dabei noch gar nicht im Klaren, was wir
eigentlich tun möchten. Bedenken wir also, dass wir nicht alle Puppen,
die uns gefallen, gleich zu Beginn unsrer Sammlerlaufbahn haben müssen!
2. Eigenbrötlerisches Sammeln
In der heutigen modernen Welt ist es sehr leicht, Puppen über das
Internet zu sammeln, zu kaufen und zu verkaufen. Gleichzeitig ist das
aber auch die langweiligste Art und Weise des Sammelns. Freunde zu
haben, die ebenfalls Puppen sammeln, ist dabei nicht nur unterhaltsam
sondern auch lehr- und aufschlussreich. Wir können im Internet einen
Sammlerklub finden, gegebenenfalls selbst einen gründen oder ein
Diskussionsforum aufsuchen, wo Sammler über all das ihre Meinung
austauschen, was mit Puppen zusammenhängt. Freunde aus Sammlerkreisen
können wir auch auf Puppenausstellungen finden. Es ist, kurz gesagt,
eben gut, ein paar Leute zu kennen, die nicht denken, Sammeln von
Puppen sei nur eine extravagante Liebhaberei.
3. Der Kauf von Puppen nur nach dem Preis
An einem günstigen Kauf von Puppen ist nichts auszusetzen. Sollten
wir aber fünf Puppen je fünftausend Kronen kaufen, könnten wir an deren
Stelle auch nur eine einzige Puppe für 25 Tausend erwerben usw. Dem
Sammlerneuling fällt es oft nicht leicht, sich zu beherrschen. Soweit
es uns aber gelingt, die Anzahl der Puppen im Zaum zu halten und die
Mittel für kostbarere Exemplare zu sparen, erreichen wir mit der Zeit
eine bessere und wertvollere Sammlung. Wenn wir schließlich
feststellen, dass wir eine größere Zahl weniger wertvoller Puppen
besitzen, sollten wir den Verkauf dieser früher angeschafften Exemplare
erwägen, um später dafür wertvollere zu erwerben.
4. Nicht spezifisch ausgeprägte Sammlungen
Das ist wie mit der Sehnsucht, alle zu besitzen, nur anders geartet.
Es ist aber besser, sich zum Beispiel nur auf Trachtenpuppen oder nur
auf Babypuppen zu orientieren. Wenn man Puppen nur ziellos
zusammenträgt und sich nicht spezialisiert, hat man schließlich eine
umfangreiche aber ziemlich langweilige Sammlung, ganz zu schweigen
davon, dass wir mit einem allzu breiten Sammelspektrum bei einer großen
Menge alltäglicher oder nur durchschnittlich wertvoller Puppen enden
und nie zu wirklich seltenen oder ungewöhnlichen Exemplaren gelangen.
Es ist vernünftig, sich beim Sammeln zu spezialisieren. Das ermöglicht
uns, einen Bereich der Puppen gründlicher kennen zu lernen und bessere
Einkäufe zu tätigen, es hilft uns auch, konsistentere Kollektionen zu
schaffen. Das alles heißt jedoch nicht, dass wir uns keinem anderen
Bereich zuwenden können, sobald wir den ersten ausreichend erschöpft
haben.
5. Wir sollten uns an unserer Sammlung erfreuen
Sammler moderner Puppen widmen sich ihrem Hobby auch aus Gründen der
Kapitalanlage. Wenn wir aber ganz und gar nur investieren wollen, dann
ist es besser, Immobilien zu kaufen. Mit Puppen sollten wir spielen,
wir sollten sie umkleiden und kämmen. Schlechthin, wir sollten uns an
unsrer Sammlung erfreuen. Es gibt nichts Traurigeres als einen Sammler
mit zweihundert in Schachteln verpackten Puppen, die alle in einer
Kammer abgelegt sind ... ohne dass er eine besäße, mit der er spielen
könnte.
6. Was ist besser, das Sammeln moderner oder antiquarischer Puppen?
Sammler moderner Puppen schauen oft geringschätzig auf die Sammler
antiquarischer Puppen herab und umgekehrt. Beides hat seine Vor- und
Nachteile. Ich selbst bevorzuge moderne Puppen. Antiquarische Puppen
sind in der Regel viel teurer und erfordern oft eine umfassendere
Wartung oder gar eine vollkommene Restaurierung. Hauptgrund dafür, dass
ich modernen Puppen den Vorzug gebe, ist jedoch ihr Ausdruck. Eine
schöne Puppe aus unserer Zeit hat nicht jene starren Züge, die für
historische Puppen so typisch sind, ganz im Gegenteil - die besten
sehen buchstäblich wie lebendig aus und sind gleichzeitig Zierde eines
modernen Interieurs.
Wie sollen wir Porzellan puppen behandeln und pflegen?
Ein wichtiger Aspekt des Sammelns von Puppen, den ungeduldige
Sammler oft übersehen, ist der Schutz der Puppen vor ungünstigen
Einflüssen. Es handelt sich dabei insbesondere um den Schutz vor Wärme,
Licht, Schmutz, Staub und Insekten. Mit Pflege und Wartung,
gegebenenfalls mit Konservierung erreichen wir, dass unsere Schätze uns
lange Zeit Freude bereiten und auch für die nächsten Generationen
erhalten bleiben können.
Zur Reinigung der Puppen benutzen wir weiße Tücher, um zu sehen, ob
wir nur Schmutz oder auch Farbe wegwischen (einige Teile der Puppe
können mit ungebrannten Farben koloriert sein). Wir arbeiten nur bei
sehr guter Beleuchtung. Ideal ist eine Lampe, die vollkommen dem
Tageslichtspektrum entspricht.
Tageslicht: Tageslicht kann zu großen Problemen mit
dem Verblassen des Gesichts führen. Wir müssen unsere Puppen vor
intensivem Sonnenschein schützen.
Künstliches Licht: Bei künstlichem Licht können
auch die Kleider ausbleichen. Je weiter die Puppen von der Lichtquelle
entfernt sind, um so besser für sie. Die Beleuchtung sollte indirekt
sein. Vor unerwünschten Einwirkungen künstlichen Lichts schützen wir
unsere Puppen vollkommen, wenn wir die Leuchtkörper mit Filtern
abdecken, die ultraviolette Strahlung absorbieren.
Beleuchtung in der Vitrine mit Puppen: Soweit es sich nicht um kaltes Licht mit UV-Filtern handelt, bringen wir in der Vitrine selbst keinerlei Leuchten an.
Von rohem Holz droht Gefahr: Rohes Holz enthält
eine sauere Substanz, das Lignin - wenn wir die Puppen direkt auf rohes
Holz legen, kann das Gewebe braun verfärben; eigentlich verbrennt es
langsam. Deshalb sollten wir nie etwas auf unbedecktes Holz ablegen. Im
Regal können wir als Isolierschicht Musselin verwenden, welches als
Unterlage vollkommen ausreicht.
Temperatur: Die Idealtemperatur für Puppen liegt
annähernd bei 18° - 21° C (65° -70°F). Die Temperatur kann um 10 %
schwanken, ohne dass es zu dauerhaften Schäden an den Puppen kommt. Wir
sollten sie keinesfalls in einem heißen oder kalten Dach- bzw.
Untergeschoss, sondern in Räumen mit Temperaturregulierung lagern.
Lagerung der Puppen: Wichtig ist der Schutz der
Puppen vor sauren Substanzen. Wir verwenden deshalb pH-neutrale Hüllen
und bewahren die Puppen nicht in Pappschachteln auf, die sie mit ihrem
Säuregehalt beschädigen könnten. Wenn wir die Puppe oder ihre Kleidung
zum Einlagern vorbereiten, verwenden wir pH-neutrales Papier und
keinesfalls luftundurchlässige Plaststoffe. Einige Plaste setzen Gase
frei, die Puppen und Gewebe beschädigen können. Viele
Kunststoffbehälter oder -taschen halten Feuchtigkeit zurück und fördern
so die Bildung von Schimmel.
Ständer für Puppen: Metallständer können dort, wo die Puppen lange Zeit anliegen Schadstellen hervorrufen.
Schutz vor Insekten: Bei weitem das Beste, was wir
im Kampf gegen Insekten tun können, ist, unsere Puppen und ihre
Kleidung vor dem Hautfett unserer Hände zu bewahren. Wenn Insekten die
Puppe befallen haben, versuchen wir, die Perücke und das Zubehör
einzufrosten. Finden wir Insekteneier, empfiehlt es sich, sie mit einem
Kleinstaubsauger abzusaugen. Zur Beseitigung der Eier können wir auch
eine Bürste verwenden. Ein gutes Repellent gegen Insekten ist
Zedernholz, das die Insekten abstößt aber nicht tötet. Wenn unsere
Puppe von Motten befallen ist, müssen wir jedes Mottenloch extra
aussaugen. Wir sollten unsere Puppen regelmäßig, am besten einmal
jährlich, auf Insektenbefall hin kontrollieren.
Mottenkugeln (Naphthalin): Wir müssen darauf
achten, dass das Mottenmittel nicht in direkten Kontakt mit den Puppen
kommt. Wir können ein paar Kugeln in Musselin einlegen, verpacken und
im oberen Teil der Vitrine mit den Puppen anbringen (hier wird schweres
Gas freigesetzt, das nach unten sinkt und somit die ganze Vitrine
schützt). Eine von Motten befallene Puppe können wir so behandeln, dass
wir in alle vier Ecken der Schachtel, in der die Puppe liegt,
Naphthalinperlen streuen. Einer solchen Schachtel dürfen wir aber
keinerlei Metallgegenstände beifügen, da es sonst zu unerwünschten
chemischen Reaktionen kommen könnte.
Feuchtigkeit: In Glasvitrinen können wir Maßnahmen
gegen Feuchtigkeit ergreifen. Bei zu hoher Feuchtigkeit können wir
Granulate verwenden, die Feuchtigkeit absorbieren. Schränke, in denen
wir Puppen aufbewahren, sollten nicht hermetisch verschlossen sein -
sind sie allzu trocken, kann die Luftfeuchtigkeit durch eine Schüssel
mit Wasser, die wir auf den Schrankboden stellen, erhöht werden. In
jedem Falle sollten wir uns bemühen, eine konstante Luftfeuchtigkeit zu
erhalten.
Schmutz und Staub: Wir sollten unsere Puppen in
einem geschlossenen Schrank unterbringen, denn Schmutz und Staub können
das Gewebe im Laufe der Zeit beschädigen und Insekten anlocken. Auch
die Luftsauberkeit spielt eine gewisse Rolle. Schmutzstoffe, die in der
Außenluft enthalten sind, können schädlich sein. Sind die Puppen
schmutzig oder verstaubt, können wir sie mit einem Kleinstaubsauger
oder (jedoch vorsichtig) mit einem Gebläse säubern.
Haarwäsche bei Puppen: Beim Haarewaschen verfahren
wir sehr vorsichtig, dabei ist auf die Art des Haarmaterials zu achten,
so kann zum Beispiel Mohär zerfallen. Für synthetisches und echtes Haar
ist ein Konditioner geeignet, der verhindert, dass das Haar strubbelig
und stumpf wird. Als Shampoon verwenden wir feine flüssige Seife oder
Kindershampoon. Beim Waschen des Puppenhaars müssen wir darauf achten,
dass das Haarnetz nicht nass wird. Sollte das jedoch geschehen, müssen
wir es der Puppe sofort auf das Köpfchen geben, da es sonst
zusammenschrumpft! Zum Schutz vor Wasser können wir die Puppe während
des Haarewaschens in Stanniol oder Igelit einwickeln.
Das Kämmen: Zum Haarekämmen können wir einen
Metallkamm, zum Beispiel einen Kamm für Haustiere verwenden. Sehr
zartes Haar kann mit einem elektrischen Flohkamm gekämmt werden.
Das Auskämmen von Mohärperücken: Mohärperücken
können wir mit einer Nadel auskämmen, was vielleicht die einzige
Möglichkeit ist, diese überaus zarte, verstrubbelte Perücke zu ordnen.
Wir verwenden dazu eine Hut- oder eine große Tapeziernadel. Mit den
Nadeln lockern und trennen wir die einzelnen Locken. Wir beginnen von
den Enden her und kämmen dann strähnenweise durch. Das kann ein sehr
langwieriger und zeitaufwendiger Prozess sein.
Malen: Soweit wir im Rahmen unserer
restauratorischen Bemühungen auch malen, verwenden wir Akrylfarben auf
Wasserbasis (sie sind weniger schädlich als Ölfarben, löslicher und
bewahren beim Trocknen den Farbton, den wir beim Mischen erzielt
hatten). Vor dem Malen tragen wir eine neutrale Unterschicht wie zum
Beispiel PVA auf. Das Mischen der Farben nehmen wir bei Tageslicht,
nach Möglichkeit mittags, vor, denn am Morgen oder am Abend ist das
Licht stark gelbstichig, und wir treffen zu diesen Tageszeiten nicht
den richtigen Farbton. Wir können auch, wenn unsere Lichtquelle ein
ausgewogenes Spektrum aufweist, das dem des Tageslichts sehr nahe
kommt, bei Kunstlicht mischen.
Chlor und Keramik: Zum Reinigen von Keramik verwenden wir nie Chlor, denn es kann Salzbeläge bilden, die erst nach Jahren zum Vorschein kommen.
Tipps zur Instandhaltung und Reparatur von Puppenkleidern und Textil Zubehör
Bleichen beansprucht das Material stark, kann also für Puppenkleider oder andere zarte Textilien nicht empfohlen werden.
Reparatur der Kleidungsstücke: Wird Seide oder ein
anderes zartes Gewebe schadhaft oder zerfällt sogar, können wir
versuchen, diesen Stoff vorsichtig zu reparieren, indem wir ihn auf
Krepeline befestigen (ist bei einigen Lieferanten von
Restauratorenbedarf zu haben). Das Annähen der brüchigen Seide auf die
Krepeline geschieht so, dass mit der Nadel möglichst wenige Einstiche
in das Material erfolgen und die Seide nur leicht angeheftet wird.
Reparatur der Kleidungsstücke mit Hilfe von Tüll:
Zur Verfestigung sehr brüchiger Gewebe können wir auch Tüll verwenden.
Schleiertüll trennt nicht auf und ist in vielen Farben erhältlich.
Verschiedene Geschäfte mit Restauratorenbedarf bieten spezielle
Netzgewebe an, die wir auch verwenden können. Wenn wir den richtigen
Farbton treffen, können wir Seide oder ein anderes Gewebe zwischen zwei
Tüllschichten anbringen ohne dann, wenn wir nicht allzu nahe stehen,
überhaupt etwas davon zu sehen. Je weniger Einstiche wir mit der Nadel
im Gewebe ausführen, um so besser.
Reparatur von Nähten: Zum Schließen offener Nähte
verwenden wir den Kettenstich, ohne dabei das entsprechende
Kleidungsstück von der Puppe abzunehmen. Wenn wir diese Arbeit richtig
ausführen, werden die Nadelstiche nicht zu sehen sein.
Stärken erhält der Kleidung das frische Aussehen,
wie wenn sie neu wäre, kann aber nicht empfohlen werden, da Stärke eine
beliebte Nahrung von Insekten, insbesondere von Silberfischchen ist.
Spülen: Wenn wir die Kleider der Puppen auswaschen,
dann müssen wir spülen, spülen und nochmals spülen. Je mehr wir das
Gewebe spülen, desto mehr schädliche Rückstände entfernen wir. Für das
letzte Spülbad verwenden wir wegen möglicher Eisenablagerungen
destilliertes Wasser.
Schonendes Waschen der Zubehörteile: Wenn wir zarte
Accessoires waschen wollen, legen wir sie in einen Waschbeutel aus
Netzwerk ein. Wir verhindern damit Beschädigungen durch den
Wasserdruck. Den Inhalt des Beutels können wir mit einem Schwamm
einweichen. Nach dem Waschen wickeln wir die Teile behutsam in ein
weiches Handtuch und entfernen so vorsichtig das überschüssige Wasser.
Das restliche Wasser wird sacht mit den Fingern ausgedrückt. Dann
trocknen wir langsam auf einem Kleiderständer.
Sicheres Absaugen: Wenn wir zur Reinigung der
Puppenkleider einen Staubsauger verwenden, sollten wir sie vorher mit
einem Schutznetz abdecken oder sie in ein Netz einlegen.
Gewebe als Nahrung: Nachtfalter, Käfer und Ameisen
fressen gern Textilgewebe, vor allem wenn Fettabscheidungen der Hände
oder Speisekrümel daran haften.
Rostflecken: Eisenrostflecken können nicht wirksam beseitigt werden.
Bügeln: Allgemein ist es besser, ein
Puppenkleidungsstück zu dämpfen als es zu bügeln. Wollen wir jedoch
bügeln, muss das schonend geschehen und wir verwenden dazu ein
Bügeleisen für Modellbauer, das mit einem Thermostat ausgestattet ist.
Das Bügeleisen wird dabei auf die möglich niedrigste Temperatur
eingestellt.
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