Wissenschaftlicher Name: Acanthogonatus francki Erstbeschreiber: Karsch, 1880, (Goloboff 1995 : 104) Grösse: KL bis 4 cm Herkunft: Chile Lebensraum: Bodenbewohner Temperatur Tag: 20 - höchstens! 25 °C Nacht: 16 °C, Winterruhe, auch bis 0 °C Grenze Luftfeuchtigkeit: Grösse des Terrariums: bei mir 30x30x30 cm Bodengrund: Blumen-, Kakteenerde (m. Sand), Lehmpulver-Gemisch
Beschreibung / Grundwissen von: Quelle (Pedro Avaria, Dipl.-Oec. Pedro Avaria, Bochum. Importeur und Spezialist für Chilenische Spinnen/VS).
Die Acanthogonathus-Arten sind keine Vogelspinnen, sie gehören systematisch zu den Nemesiidae. Nach Platnik gibt es 8 oder 9 verschiedene gültige Taxa, von denen die Mehrheit aus Chile kommt. Nach Deutschland kamen in relevanter Anzahl bisher 3 Arten: A. subcalpeianus, vor vielen Jahren (siehe das Buch von G. Schmidt). Vor etwa 10 Jahren kamen einige A. spixii nach Deutschland. Ca. 2005 hat Pedro Avaria zum ersten Mal A. francki nach Deutschland gebracht. Die Art wurde sicher durch chilenische Arachnologen aus der Universidad von Concepción sowie von verschiedenen Kennern der chilenischen Arachnofauna bestimmt.
Hier interessante und ausführliche Beschreibung über A. francki von Pedro Avaria http://www.reptile-talk.de/thread.php?postid=31309&sid=16a5f05c5f2310bc92b54fffad5329ec#post31309
Eine Zusammenfassung von P. Avaria über Acanthogonatus francki in der Natur:
Sie lebt tagaktiv in schattigen, also eher kühlen Mulden im mittelchilenischen Unterwald (sowohl Naturwald als auch angebauter Kiefernwald). A. francki baut ein großes, meist röhrenartiges Netz über die Mulde und ist eine gute, schnelle Jägerin. Unter den Netzen baut sie flache, tunnelartige Röhren. P. Avaria: 'Nach Meinung von meinen chilenischem Freund und Betreiber des "Vogelspinnen-Tarantulario" (www.tarantulario.cl) Cristian Perez Apablaza leben Acanthogonatus in einer Art Kolonien, wobei viele große alte Mulden- bzw. Tunnelsysteme unterirdisch miteinander verbunden wären. Ein Nachweis dessen soll in der nächsten Zeit versucht werden (unterirdisches System wird ohne Spinnen mit flüssigem Gips ausgegossen. Nach dem Erhärten des Gips wird die Erde "um" das Höhlensystem vorsichtig herausgeputzt).'
Zur Terrarienhaltung wird folgendes empfohlen:
- ein eher höheres als flaches Terrarium, einige Äste vereinfachen die "Netzbauerei" in die gewünschte Richtung. - Temperatur nicht über 25 Grad. Möglichst kühle Nacht. (In der Natur haben sie jedes Jahr einige Monate mit frühmorgendlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt zu überstehen. Im Sommer herrschen am Tage Temperaturen bis zu 35 Grad (jedoch nicht im schattigen Unterwald), während in der Nacht sich die Temp. auf 14 bis 18 Grad absenkt. Da sie keine tiefen Höhlen, sondern Mulden bewohnen, sind Acanthogonatus den tiefen Temperaturen immer ausgesetzt. - Acanthogonatus sind außergewöhnlich gute Fresser. - Wenn geeignet großes Terri, Mutter mit Nachwuchs behalten. Es wurde noch nie eine Acanthogonatus mit Parasiten gesehen. Dies kommt eher bei Tieren vor, die aus feuchten, tropischen Gegenden kommen. Tiere, die aus Wüsten bzw Halbwüsten kommen, leiden weniger darunter.
Wünschenswert wäre zu erfahren, ob man auch mehrere Tiere zusammenhalten kann, oder besser ausgedrückt, wie groß das Terrarium sein muss, damit mindestens zwei Tiere zusammenleben (oder zusammen aufwachsen) können. Obwohl Acanthogonatus-Arten nicht aggressiv und bissig sind, konnte bisher absolut keine Information über deren Giftigkeit gefunden werden. In der mittlerweile über 50-jährigen, gut gepflegten, chilenischen Landes-Statistik über Unfälle mit Gifttieren, sind jedenfalls keine Vorfälle im Zusammenhang mit diesen Spinnen dokumentiert.
Acanthogonatus francki 0.0.1 WF
verkauft!
A. francki nach dem Einsetzen; erstmal wurde ausgiebig Wasser getrunken. Ein wunderschön gold-braun seidig-glänzendes Tier!
10. Juni 08 Bis dato meidet sie francki den Boden, obwohl er trocken gehalten wird; feuchter nur eine Ecke beim Wassernapf. Sie sitzt hauptsächlich im Wurzelgeflecht ganz oben.
Fütterung bzw. Futterannahme bis jetzt etwas schwierig:
Sie hat zwar schon Heimchen und auch Fliegen gefangen, diese eingewickelt und dann nicht mehr beachtet.
Heute, 23. Juni, hat sie zum ersten Mal ein Heimchen verdaut.
Vielleicht braucht sie eine größere Eingewöhnungszeit.
Die Haltung dieses WF's scheint doch größere Ansprüche an mich zu stellen.
Ich habe vor, mehrere Spinnen in einer Gruppe zu halten. Dazu muss sie ja leider wieder umziehen in ein größeres Terri.
Umzug in Gruppen-Terri am 06.07.2008
Obiges Weibchen hat mittlerweile schon gefressen; auch 15 Minuten nach Umzug in die nun 3er Gruppe hat sie ein Heimchen verspeist.
Hier der link zur Gruppenhaltung A. francki
April 2009 Große Spinnaktivität des Weibchen (W2) im 30er-Würfel. Frisst gut, leider kein Kokon, die Verpaarung vom Sommer 2008 war nicht erfolgreich.
Hinweis: In der ARACHNE 14(2), 2009 eine Facharbeit von Tristan Meschede: "Der Einfluss von Temperatur und LF auf die Gewichtszunahme von Nymphen der Art Acanthogonatus francki KARSCH, 1880" Demnach scheint es, dass betreffend Gewichtszunahme die Faktoren Temperatur und Luftfeuchtigkeit KEINEN Einfluss haben.
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